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Spielplatz in Rentrisch gesperrt
Schweine pflügen Spielplatz um

 Rentrischs Wildschweine haben den Matschspielplatz lahmgelegt. Aus Sicherheitsgründen stellte die Stadt Warnbaken auf.
Rentrischs Wildschweine haben den Matschspielplatz lahmgelegt. Aus Sicherheitsgründen stellte die Stadt Warnbaken auf. FOTO: Cornelia Jung
Rentrisch. Auf Futtersuche haben Wildschweine in Rentrisch wieder große Schäden angerichtet. Die Stadt sicherte vorsorglich die am Klapperbrunnen entstandenen Stolperfallen.

Immer wieder pflügen Wildschweine in Rentrisch durch Gärten, Wiesen und Bereiche um den Scheidter Bach um. Nun hat es auch den Spielplatz „Klapperbrunnen“ am Ende des Neuweiler Weges getroffen. Eltern und ihre Kinder standen enttäuscht an der Absperrung und wunderten sich. Die Stadt hatte den Matschspielplatz mit Baken und einem Hinweis „Achtung Wildschweinschäden!“ versehen.


Ortsvorsteher Dieter Schörkl wundert es nicht mehr, wenn er Klagen oder Berichte über das zerstörerische „Tun“ der wilden Schweine hört: „Das ist für Rentrisch nichts Neues.“ Es sei zwar für die Betroffenen ärgerlich, aber in Rentrisch fast schon normal, denn der St. Ingberter Ortsteil liegt für Wildschweine auf Futtersuche strategisch optimal zwischen verschiedenen bewaldeten Höhenzügen. Dort und auch in Rentrischs Talaue finden sie ausreichend Schutz.

Immer wieder war das „Schweineproblem“ Thema im Ortsrat. Sogar ein mit der Jagd in der Nähe von Ortsbebauung kundiger Waidgenosse wurde dafür verpflichtet, die Wildschweinplage einzudämmen. Doch auch er muss manches Mal kapitulieren. Aufgebaute Kirrungen sind nur wirkungsvoll, wenn die Wildtiere beim Anfüttern über Monate nicht von Anwohnern oder Hunden verscheucht werden. Denn die Tiere sind schlau, merken sich Störfälle und meiden dann die für das Anlocken vorgesehenen „Leckerlis“. Gerade jetzt, wo die Temperaturen noch vergleichsweise mild sind, sind die Borstentiere verstärkt auf Futtersuche, um mit Larven und Käfern ihren Eiweißbedarf zu decken. Sie bevorzugen feuchte lockere Erde, wo sie mit ihren Schnauzen gründlich im Erdreich wühlen. Unterschiede zwischen Privateigentum oder öffentlichen Plätzen macht das Borstenvieh naturgemäß nicht. Wer derzeit beispielsweise als Wanderer am Matschspielplatz trotzdem bis zum höher gelegenen Klapperbrunnen mit seiner Quellfassung vordringen will, braucht festes Schuhwerk und einen guten Gleichgewichtssinn. Kein Grashalm wurde dort von den Tieren beim Durchwühlen an seinem ursprünglichen Platz belassen.



Die Stadt sicherte deshalb das Terrain. Für Christian Lambert von der Abteilung Stadtentwicklung und Umwelt ist das eine erste Sicherungsmaßnahme: „Der Platz wurde komplett umgegraben. Die Schweine haben tiefe Kuhlen hinterlassen und die werden zur Stolpergefahr.“ Sobald es die Witterung zulasse, werde das Gelände mit dem Radlader abgezogen, die Löcher verfüllt und neu eingesät. Immer wieder gibt es Wildschäden auf Friedhöfen und auch auf Spielplätzen. „Aber so massiv wie auf diesem Spielplatz war es bisher noch nicht“, so Lambert. Zu den Kosten kann der Verwaltungsmitarbeiter noch nichts sagen. Aber zumindest so viel: „Wir machen das mit eigenen Mitteln.“