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Albertus-Magnus-Gymnasium
Wiederverwertung mit Mehrwert

Upcycling-Gegenstände aus der Ausstellung am Albertus-Magnus-Gymnasium.
Upcycling-Gegenstände aus der Ausstellung am Albertus-Magnus-Gymnasium. FOTO: Petra Fischer
St. Ingbert. Aus alt mach neu und mehr: AMG-Abiturienten präsentieren ihre neu designten Werke aus gebrauchten Materialien. red

Betritt man derzeit die Aula des Albertus-Magnus-Gymnasiums entdeckt man vor der Holzlamellenwand mehrere Tische mit seltsamen Objekten: eine Vase aus Büchern, eine Lampe aus der gelben Umverpackung von Überraschungseiern oder ein Tischregal aus alten Milchtütenpackungen. Ausrangierte Gegenstände werden nicht entsorgt, sondern zu neuen Dingen designt.


Upcycling heißt diese innovative Vorgehensweise, im Gegensatz zum Recycling, das nur den Wertstoff wiedergewinnen möchte. Inzwischen hat sich eine Upcycling-Szene in Großstädten – wie Düsseldorf und Berlin – entwickelt, die aus alten, gesammelten Gegenständen neue Produkte entstehen lässt und diese in Läden verkauft. Ein weiteres Zentrum in Dortmund hat sogar ein Upcycling-Festival ins Leben gerufen, das immer im November stattfindet. Warum Rohstoffe und Energie verschwenden, wenn es schon viele hochwertige Materialien gibt? Alte Fahrradreifen werden zu Gürteln, abgenutzte Kletterseile zu Armbändern, Vinyl-Schallplatten zu Schalen und Stoffreste zu Taschen.

Es entstehen immer mehr bekannte Firmen wie beispielsweise die Firma Zirkeltraining aus Mülheim, die Taschen aus ausgedienten Turnmatten herstellt oder die Firma Feuerwear aus Köln, hier werden Taschen aus alten Feuerwehrschläuchen zusammengefügt. Manche Firmen, wie etwa die Firma Freitag aus der Schweiz besitzen Kultstatus, ihre Geldbörsen und Taschen in allen Größen, aus alten LKW-Planen produziert, sind inzwischen zu begehrten Sammlerstücken avanciert.

Ausgangspunkt der Gestaltungen ist das Sammeln eines Materials, so war auch bei den Schülern des Kunstkurses bei Frau Fischer der Dezember für diese Vorarbeit gesetzt. Die Aufgabe lautete, dass aus alten, ausrangierten, nicht mehr benutzbaren Sammelbehältern aller Art, neue Objekte mit derselben Funktion des Aufbewahrens gestaltet werden sollen. Hierbei sollte die pragmatische Funktion (Standfestigkeit, Reinigungsmöglichkeit) und besonders die ästhetische Funktion (Form, Farbe, Material, Oberflächenbeschaffenheit) ebenso im Blick bleiben.

Schöne Design-Objekte sind entstanden: eine Schale in verschiedenen Farbtönen aus verschmolzenen alten Deckelringen, eine Lampe aus ausgebrannten Teelichtbehältern, das Muh-Regal aus Milchtüten, das Traumkissen aus alten Stofftaschen und eine Keksdose aus Nespresso-Kapseln, um nur einige Beispiele anzuführen. So können auf der Grundlage von Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeitsgedanken und Ressourcenschonung individuelle, preiswerte, neue und kreative Dinge entstehen – wie man es in der aktuellen Designausstellung des Abitur-
jahrgangs bewundern kann.