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Gustav-Clauss-Anlage
Wie teuer wird der Abriss der Halle?

Wie teuer der Abriss für die Tischtennishalle in der Gustav-Clauss-Anlage tatsächlich wird, hängt davon ab, ob das Areal um Halle und Parkfläche aus dem Fördergebiet „Zukunft Stadtgrün“ ausgegliedert wird.
Wie teuer der Abriss für die Tischtennishalle in der Gustav-Clauss-Anlage tatsächlich wird, hängt davon ab, ob das Areal um Halle und Parkfläche aus dem Fördergebiet „Zukunft Stadtgrün“ ausgegliedert wird. FOTO: Leistenschneider / SZ
St. Ingbert. Die Stadt erläutert die Kalkulation für Abbruch, Entsorgung und Revitalisierung des Areals um die Tischtennishalle. Von Michael Aubert

Neben dem geplanten Aufzug in der Stadthalle gibt es in St. Ingbert kaum ein Thema, das so brisant ist wie der Abriss der Tischtennishalle. Zwei der Stadtratsbeschlüsse, die sich in ihrer Umsetzung derart verzögerten, dass Oberbürgermeister Hans Wagner im vergangenen Jahr mit einem Staatskommissar gedroht wurde. Das Interesse schrumpft nicht, wenn die Kosten für ein Projekt plötzlich zu explodieren drohen: Eine Million Euro soll der Abriss der alten Halle in der Gustav-Clauss-Anlage nun kosten. Eine Zahl, die OB Wagner jüngst persönlich verbreitet hat, ohne auf die Hintergründe einzugehen.


Auch der Ortsrat St. Ingbert-Mitte befasste sich bereits mit den gestiegenen Kosten für den Abriss der alten Tischtennishalle (wir berichteten). Warum sich die Kosten von ursprünglich im Haushalt bereitgestellten 200 000 Euro im Grunde verfünffachen konnten und wie sich die Kosten zusammensetzen, erläuterte nun Wagners persönlicher Pressereferent, Michael Quiring, auf Anfrage unserer Zeitung.

Wie in dem Gespräch am Mittwoch deutlich wurde, ergibt sich die hohe Summe nicht nur aus den Kosten für Abriss und Entsorgung. Dabei stellte Quiring zunächst fest, dass es sich hierbei um eine Kalkulation handelt, die erst zum Zuge komme, wenn das Areal der Halle mit Parkfläche nicht aus dem Gebiet für das Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ ausgegliedert wird.

Für den Fall also, dass die Halle mitsamt Bodenplatte und Keller abgerissen und das Gelände einschließlich der dazugehörenden Parkfläche im Anschluss „naturnah“ umgestaltet wird, umfasst die Kostenaufstellung für das „Projekt Tischtennishalle“ sechs Positionen:

Mit 572 000 Euro würde der größte Anteil der Kosten bereits für den Abriss der Halle und den Abbruch des Anbaus anfallen – allerdings nicht nur bis zur Bodenplatte. Eingeplant sind hier auch der Rückbau der Oberflächenbefestigungen und Tragschichten, der Aushub bis etwa einen Meter unter dem Gebäude, das teilweise unterkellert ist. Mit eingerechnet sind hier bereits die Entsorgungskosten.



Punkt zwei, drei und vier umfassen Honorarleistungen, wie etwa für die Bauüberwachung (25 000 Euro), für umwelt- und abfalltechnische Maßnahmen (15 000 Euro) sowie das Honorar für die Freiraumplanung (35 000 Euro) für das gesamte Areal, also die Fläche der Halle mitsamt der dazugehörenden Parkfläche. Für die Freiraumgestaltung (Punkt fünf) – denn das Areal soll sich nach dem Abriss durch Begrünung und das Anlegen von Wegen in den Stadtpark einfügen – wurden von der Stadtverwaltung demnach 200 000 Euro veranschlagt.

Punkt sechs ist nach Angaben von Quiring die Verlegung der Trafostation, die sich auf 160 000 Euro belaufen soll. Dieser Punkt sei aber noch nicht abschließend geklärt. Vor allem ob, und wenn ja, inwieweit die Stadt hierfür die Kosten übernehmen muss. Zumal die Stadtwerke St. Ingbert ohnehin die veralteten Trafostationen in der Gustav-Clauss-Anlage am Stadtbad und an der TT-Halle erneuern müsse. So ergeben sich Gesamtkosten von 1 007 000 Euro. „Wird das Areal aber aus der Förderfläche ausgegliedert, ist ein Abriss bis Bodenplatte für etwa 250 000 Euro möglich“, erläuterte Quiring.

Doch, und da ist man bei der Stadt noch nicht weiter, hänge das weitere Vorgehen vor allem von den Einschätzungen anderer Behörden ab (wir berichteten). Vor dem Hintergrund, die Revitalisierung der Gustav-Clauss-Anlage über das Städtebauprogramm „Zukunft Stadtgrün“ fördern zu wollen, prüfe das Innenministerium noch, ob das Areal mit der Tischtennishalle und der angrenzenden Parkfläche aus dem Fördergebiet ausgegliedert werden kann oder soll – oder eben nicht. Diese Entscheidung des Fördergebers stehe bislang noch aus. Ebenso wie die Prüfungen des Landesamtes für Umwelt und Arbeitsschutz. Diese könnten, wie die Stadtverwaltung dem Ortsrat St. Ingbert-Mitte bereits mitgeteilt hatte, dazu führen, dass sich die Kosten für den Abriss der Halle und die damit verbundene Revitalisierung des Geländes sogar noch erhöhen.