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Müllaufkommen in St. Ingbert
Wie geht’s mit der Mülltrennung weiter?

Die Müllabfuhr in St. Ingbert erfolgt durch den 2015 gegründeten städtische Abfall-Bewirtschaftungs-Betrieb (ABBS). Weil es mengenabhängige Abfallgebühren gibt, wird die Abfalltonnen gewogen (Verwiegesystem).
Die Müllabfuhr in St. Ingbert erfolgt durch den 2015 gegründeten städtische Abfall-Bewirtschaftungs-Betrieb (ABBS). Weil es mengenabhängige Abfallgebühren gibt, wird die Abfalltonnen gewogen (Verwiegesystem). FOTO: Michael Hassdenteufel
St. Ingbert. Die in St. Ingbert in den beiden Vorjahren eingesammelten Abfallmengen sind heute Thema im Stadtrat-Ausschuss. Von Michael Aubert

Biomüll, Altpapier, die ganz normalen Haushaltabfälle oder Sperrmüll. Abfälle fallen in jedem Haushalt an. Mal mehr, mal weniger. Die wenigsten schaffen es, keinen oder nur sehr wenig Müll zu produzieren – und wenn, dann nur mit einem sehr hohen Aufwand. Doch der Umgang mit Müll in der Gesellschaft hat sich, ähnlich wie der mit Energie – ob aus fossilen Brennstoffen oder Strom –, zum Positiven entwickelt, scheint bewusster geworden. Zumindest könnte man aufgrund der von der Bundesregierung eingeleiteten Energiewende, der Berichterstattung zum Klimawandel, über vermüllte Meere, Plastikstrände und der Förderung der Elektromobilität in der Stadt St. Ingbert diesen Eindruck gewinnen.



Wie die Mittelstadt als Tor zur Bio-
sphärenregion Bliesgau in Zukunft mit ihrem Müll verfährt, hängt auch von der Entscheidung am heutigen Dienstag im nicht-öffentlichen Werksausschuss des Abfall-Bewirtschaftungs-Betriebs St. Ingbert (ABBS) ab. Zwei Jahre nach dem Austritt der Stadt aus dem Entsorgungsverband Saar (EVS) zum 1. Januar 2016, werden den Stadträten die Zahlen des ABBS aus den vergangenen beiden Jahren vorgelegt, um einige Entscheidungen zu treffen.

Auch darüber, welche Arten von Müll zukünftig getrennt werden sollen und welche nicht. Eine Trennung kann sich vor allem dann lohnen, wenn es um große Mengen geht, die dem Wirtschaftskreislauf wieder zurückgeführt werden. Doch auch hier müsse differenziert werden, meint Gerd Lang, Leiter des ABBS, schließlich sei mit der Müll-
trennung auch ein gewisser Aufwand verbunden. Denn was bis 2016 vom EVS erledigt wurde, muss nun die Stadtverwaltung selbst in die Hand nehmen. So müsse unterschieden werden zwischen Müll, der direkt wieder Geld in die Kassen spült (wie Elektroschrott, Papier, Metalle oder Kunststoffe) und Müll, dessen Entsorgung weniger Kosten verursacht, wenn er getrennt wird, meint Lang. Es muss also abgewogen werden, ob der Aufwand auch die eingesparten Kosten rechtfertigt.

2006 lag das Müllaufkommen der Saarländer noch bei 526 100 Tonnen, also 504 Kilo pro Einwohner. Nach Angaben des Statistischen Amts des Saarlandes hat sich das Müllaufkommen im Saarland zehn Jahre später (2016) im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren insgesamt verringert – um 0,8 Prozent auf 481 500 Tonnen. Demnach produzierte 2016 jeder Saarländer nur noch 483 Kilogramm Müll. Damit liegt er dennoch über dem Bundesdurchschnitt von 462 Kilo pro Kopf. Doch wie viel Müll fällt hier in St. Ing-
bert an, quasi vor den Toren der Bio-
sphärenregion?

Insgesamt gestaltet sich der Vergleich des St. Ingberter Müllaufkommens mit dem des Saarlandes als diffizil. Aus unterschiedlichen Gründen. Zwar sind die Zahlen, die uns die Stadtverwaltung St. Ingbert auf Anfrage hat zukommen lassen, teilweise minutiös aufgelistet, doch viele der aufgelisteten Positionen werden vom Statistischen Amt so nicht geführt. Zudem sind die Zahlen der Stadt unvollständig. Gerade, was den Müll angeht, der getrennt und wiederverwertet werden soll, wie etwa Metalle. Stadtpressesprecher Peter Gaschott teilt diesbezüglich mit, dass man der nicht öffentlichen Sitzung am Dienstag sowie der dort angesetzten Information der Ratsmitglieder, die entscheiden müssen, welche Wertstoffe letztendlich getrennt und damit gesammelt werden, nicht vorgreifen wolle.

So beschränken sich die Zahlen der Stadt St. Ingbert auf die der vergangenen drei Jahre. In diesem Zeitraum hat sich zumindest die Menge an Restmüll in den Haushalten der Mittelstadt kontinuierlich reduziert. Nach Angaben der Stadtverwaltung landeten 2015 noch knapp 4298,21 Tonnen in den Restmülltonnen der Bürger. Ein Jahr später waren es nur noch 4259,75 Tonnen. Im vergangenen Jahr reduzierte sich der Restmüll schließlich auf 4223,14 Tonnen. Auch die Menge in der Biomüll-Tonne ist in St. Ingbert in den vergangenen drei Jahren stetig zurückgegangen (2015: 3159 Tonnen, 2016: 2419 Tonnen, 2017: 2392 Tonnen). Wohingegen die Menge an „Müll“ aus den Altpapiertonnen im selben Zeitraum zugenommen hat. Von 2705,33 Tonnen im Jahr 2015 über 3,018,18 Tonnen (2016) bis 3044,91 Tonnen (2017).

Zahlen, die darauf hindeuten könnten, dass die Bürger ihren Müll seit dem Austritt der Mittelstadt aus dem EVS – und wohl auch aufgrund der Tatsache, dass der Müll abgewogen wird – lediglich konsequenter trennen. Inwieweit die Stadt dies zukünftig angeht, werden seine Ratsmitglieder am heutigen Dienstag entscheiden.