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Leibniz-Gymnasium
Wie eine Mauer zum Kunstwerk wird

Vor dem Kunstwerk: (von links) Jana Bickel, Larissa Lutz, Nico Petermann und Victoria Schröder. Es fehlen Xenia Rutz und Fiona Hennrich.
Vor dem Kunstwerk: (von links) Jana Bickel, Larissa Lutz, Nico Petermann und Victoria Schröder. Es fehlen Xenia Rutz und Fiona Hennrich. FOTO: Anja Quarz
St. Ingbert. Gymnasiasten aus St. Ingbert brachten die Kunst ins Leibniz-Institut für neue Materialien. Sie bemalten eine Wand mit ihren Motiven. red

Mit großer Begeisterung und ebenso viel Engagement beteiligten sich fünf Schülerinnen und Schüler des St. Ingberter Leibniz-Gymnasiums und eine Schülerin des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG), im Juni an einem Kunstprojekt am Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM). Eine Wand im INM sollte verschönert und künstlerisch gestaltet werden. Als außeruniversitäres Forschungsinstitut mit Sitz auf dem Campus der Universität des Saarlandes betreibt das INM Forschung für Neue Materialien. Ein besonderes Augenmerk legt das Institut auf die Verknüpfung von Forschung und Wirtschaft, in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen weltweit. Kreativität und Innovation sind am INM gleichermaßen gefragt, um für die Anforderungen der Wirtschaft anwendungsorientierte Lösungen zu finden. Dieser Anspruch sollte in einer künstlerischen Gestaltung zum Ausdruck kommen.


So wurde die Idee geboren, mit dem nahe gelegenen Leibniz-Gymnasium ein Kunstprojekt zu organisieren, bei dem die Schüler ihre Kreativität zeigen konnten. Nach der Entwurfsphase während des laufenden Schuljahres, an der viele Schüler verschiedener Altersstufen im Rahmen des Kunstunterrichts und der Kunst-AG beteiligt waren, entschieden sich Peter William de Oliveira (Leiter Optische Materialien und Leiter Innovations-Zentrum INM), Günter Weber (Kaufmännischer Geschäftsführer INM) sowie Kunsterzieherin Anja Quarz (Leibniz-Gymnasium, St. Ingbert) für den Entwurf von Xenia Rutz (AMG).

Die Kombination von Graffiti und Malerei zeigt ein großes Auge, welches in das Weltall eingebettet ist. Ein gelber „Pfad“, ausgehend vom Augenwinkel, zeigt die Abfolge wichtiger Erfindungen, beginnend beim Rad, dann weiter über die Dampfmaschine, die Glühbirne, das erste Handy, das Internet bis zu einem „Roboter-Vogel“. Er endet in einem großen Fragezeichen. Was wird die Zukunft noch bringen? Die Iris des großen Auges wird als Erdkugel dargestellt, in deren Pupille sich wiederum der Kopf eines Menschen befindet. Ein Auge des Menschen, durch die Fischaugenperspektive verzerrt und damit hervorgehoben, wird als Kameralinse dargestellt. So wird unter anderem die Verbindung von Mensch und Technik gezeigt. Diese Kombination von Malerei (alte Kunst) und Graffiti (neue Kunst) ist ein Verweis auf die innovative Forschung am INM, bei der, zum Beispiel. ausgehend von der Natur (Gecko-Füße), ein neues Oberflächenmaterial entwickelt wurde. Nachdem man sich für diesen Entwurf entschieden hatte, wurde er in einem Verbindungsflur zweier Gebäude des Instituts auf einer Größe von rund 16 Quadratmetern gestaltet. Alle beteiligten Schülerinnen und Schüler sind künstlerisch talentiert und waren Teilnehmer des Kunst-Neigungskurses von Lehrerin Anja Quarz (Leibniz-Gymnasium).



Dieses Projekt bildete den Schlusspunkt und sicher auch den Höhepunkt ihrer schulischen Laufbahn, denn bei allen Teilnehmern handelte es sich um Abiturienten, die nach erfolgreich bestandenem Abitur ihre Schulen nun verlassen haben – um sich vielleicht auch weiterhin künstlerisch zu bestätigen? Das wird die Zukunft zeigen.