Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 10:24 Uhr

Schenker-Ansiedlung
Widerstand gegen Schenker formiert sich

Die CDU-Politiker Jutta Schmitt-Lang, Gerd Tussing, Annelie Faber-Wegener und Peter Strobel sehen die Schenker-Pläne in Ensheim kritisch.
Die CDU-Politiker Jutta Schmitt-Lang, Gerd Tussing, Annelie Faber-Wegener und Peter Strobel sehen die Schenker-Pläne in Ensheim kritisch. FOTO: Sarah Gillen / Stadt Blieskastel
St. Ingbert/Bliestal. Die Groß-Spedition Schenker stößt mit ihren Ansiedlungs-Plänen am Flughafen Ensheim auf erheblichen politischen Gegenwind. Nach den Grünen positioniert sich auch die CDU. red

Die CDU von Blieskastel, Mandelbachtal und Saarbrücken lehnt das geplante Logistik-Großprojekt von DB Schenker am Standort Ensheim ab. Medienberichten zufolge plant Schenker an der L108 ein neues Drehkreuz („Hub“) für Südeuropa mit 120 LKW und 600 Mitarbeitern (wir berichteten). „Aus unserer Sicht ist der Standort an einer ohnehin verkehrstechnisch stark ausgelasteten Landstraße falsch gewählt“, sagt die Blieskasteler CDU-Landtagsabgeordnete Jutta Schmitt-Lang: „Im unmittelbaren Bereich der L 108 ist derzeit von einer zusätzlichen Belastung von bis zu 500 bis 600 Lkw am Tag auszugehen. In der Folge ist auch auf der B423 eine deutliche Zunahme des Transitverkehrs zu erwarten. Das bedeutet für die vielen Anwohner in den umliegenden Ortschaften von Saarbrücken bis in den tiefsten Bliesgau eine enorme zusätzliche Belastung.“ Die Unionspolitikerin verwies dabei auch auf die besonders problematische Situation an der Fechinger Heringsmühle und in der St. Ingberter Staffel. Hier sei bei steigendem Verkehrsaufkommen das Chaos vorprogrammiert.

Diese Befürchtung teilen auch die Bürgermeister von Mandelbachtal und Blieskastel, Gerd Tussing und Annelie Faber-Wegener (beide CDU). Während der Sperrung der Fechinger Talbrücke waren zu Spitzenzeiten bis zu 1200 Lkw täglich auf den Landstraßen unterwegs. Das hatte zu zahlreichen Beschwerden aus der Bevölkerung geführt. „In jedem Fall würde das geplante Projekt die Verkehrsbelastung der Anwohner in besonderem Maße erhöhen“, meinen die Rathauschefs. Hunderte weitere Lkw, die sich im Akkord durch die kleinen Ortschaften im Bliesgau quetschen, seien den Bürgern nicht mehr zuzumuten.

„Eine gut funktionierende Logistik ist natürlich wichtig für unsere Region“, sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Saarbrücker Stadtrat und Landtagsabgeordnete Peter Strobel. Das Verkehrsproblem sei am Standort Ensheim allerdings nicht zu lösen, hier habe die Saarbrücker Verwaltung ihre Hausaufgaben nicht gemacht. „Ein europäisches Drehkreuz gehört an die Autobahn“, findet Strobel. Die CDU-Politiker forderten DB Schenker und die Landeshauptstadt Saarbrücken auf, einen geeigneteren Standort mit Autobahnanschluss für das Logistik-Großprojekt zu suchen.

Auch der St. Ingberter Ortsvorsteher und Staatssekretär im Finanzministerium, Ulli Meyer, hat Bedenken gegen die Schenker-Pläne: „Eine erhöhte Belastung durch Schwerlastverkehr durch Lärm und Staub, durch eine Schenker-Ansiedlung am Flughafen ist zu verhindern.“ Aus diesem Grund solle sich die Stadtverwaltung St. Ingbert gegenüber der Stadt Saarbrücken gegen die Ansiedlung der Großspedition am Flughafen einsetzen, sagt der CDU-Politiker. Es seien bei den Lkw „Mautsparer“ zu erwarten, die die Landstraße statt der Autobahn benutzten. Meyer zufolge führe das dazu, dass neben den Gemeinden im Blies- und Mandelbachtal auch St. Ingbert mit Lärm und Staub zusätzlich belastet werde – insbesondere wegen des Durchgangsverkehrs Richtung Elversberg und A 1. Daher sei die entsprechende Planung der Stadt Saarbrücken mit den Plänen der Stadt St. Ingbert abzugleichen, sagt der Ortsvorsteher. Meyer schlägt vor, dass die beiden Kommunen sich gegen eine Ansiedlung der Firma Schenker am Flughafen Saarbrücken-Ensheim aussprechen. Er unterstützt daher die Forderung des Grünen-Kreisvorsitzenden Rainer Keller, der sich gegen das Großprojekt von Schenker positioniert hatte. Meyer ist sich auch mit Strobel, seinem Parteifreund aus Saarbrücken, einig: „Eine Spedition gehört unmittelbar an die Autobahn und nicht an eine Landstraße.“