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Werbung machen fürs Smartboard

Rohrbach. Sie haben sich so gewöhnt an die moderne Form der Tafel – doch in ihrem neuen Klassenraum gibt's kein Smartboard. Deshalb sucht die 6.1 der Gemeinschaftsschule Rohrbach nach helfenden Geldgebern. Cornelia Jung

. Bei der jüngsten Rohrbacher Ortsratssitzung, die in der Gemeinschaftsschule in Rohrbach stattfand, übergaben drei Schülerinnen der Klasse 6.1 an Ortsvorsteher Roland Weber einen "geheimnisvollen Umschlag" mit einer DVD. Obwohl Schulleiterin Susanne Fritz die drei zum Bleiben aufforderte, damit sie ihr Anliegen selbst vortragen können, gingen sie so leise wie sie gekommen waren. Und dabei spielten sie schon in dem dreiminütigen selbst gedrehten Film mit, den sie Weber übergaben und mit dem sie im wahrsten Sinne des Wortes Geld einspielen wollen.

Angefangen hatte alles vor anderthalb Jahren, als die Schulleiterin bei der Sparkasse vorstellig wurde, und um eine Spende für ein Smartboard, eine interaktive Tafel, bat. Der Sparkassenvorstand prüfte das, befand die Idee für förderungswürdig und stattete unter anderem den Raum der damaligen Klasse 5.1 damit aus. Nun muss die mittlerweile sechste Klasse zum neuen Schuljahr den Raum wechseln und ihr heiß geliebtes Smartboard zurücklassen. "Die Klasse war entsetzt, als sie das hörte", erinnern sich die Klassenlehrerinnen. Dabei hatten sich die Kinder so daran gewöhnt und machten beim Lernen mit der modernen Tafelvariante richtig gute Fortschritte, wie Julia Lang und Nicole Noll bemerkten. Was also tun, wenn man nicht in die "schulische Steinzeit" zurückfallen will? Die Klasse nutzte die selbst gebastelten Keulen, Lendenschurze, Kunstfelle und Vorzeitmenschen aus dem Unterricht, um in einem Filmchen zu demonstrieren, was passiert, wenn das Smartboard nicht mehr zur täglichen Schüler-Ausrüstung gehört. Einige DVDs wurden an Firmen und Privatleute mit der Bitte verteilt, Geld zu spenden, damit sich die Klasse für rund 4500 Euro wieder mit dem Board ausrüsten kann, das sie so zum Lernen anstachelt.

Die Motivation ist um so größer, da Susanne Fritz der Klasse versprochen hat, dass sie ihr Smartboard bis zum Ende der Schulzeit behalten darf, egal in welchem Raum sie gerade lernt.

Was ist nun so toll an diesem Smartboard? Die Schüler werden nicht müde, die vielen Vorteile aufzuzählen und auch gleich zu demonstrieren. Genau wie mit einem Computer können mit einer Tastatur Texte erstellt, Lückentexte mit einem Spezialstift ergänzt werden, kann gegoogelt oder in Wikipedia Infos gesucht werden. Seitdem sie das Board haben, seien die Kinder motivierter, würden besser mitarbeiten, freuen sich die Lehrerinnen, die die Klasse in ihrem "Kampf ums Board" unterstützen. gems-rohrbach.de