| 00:00 Uhr

Wenn Mädels auf Klassenfahrt gehen

Das Publikum war begeistert von der Aufführung des Musicals „veränderbar“ des AMG in der Stadthalle, das ein echtes Gemeinschaftsprojekt war. Foto: Cornelia Jung
Das Publikum war begeistert von der Aufführung des Musicals „veränderbar“ des AMG in der Stadthalle, das ein echtes Gemeinschaftsprojekt war. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
St Ingbert. Eine Mädchenklasse geht auf Klassenfahrt – das bot den Rahmen für eine turbulente Geschichte, in deren Verlauf sich vieles verändert: Gefühle, Stimmungen, die Einstellung zueinander, die Geschichte an sich und die Bühnenbilder. Cornelia Jung

. Am Mittwoch und Donnerstag war es wieder soweit. Das neue Musical-Projekt "veränderbar" des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) unter der Federführung von Frank Hahnhausen wurde aufgeführt. Eltern, Lehrer und auch die Schulleiterin Heike Scholz waren gespannt, wie es beim Publikum ankommen würde. Fast zwei Jahre Vorbereitung steckten in dem Stück, an dem am Ende 50 Schüler und Lehrer beteiligt waren. Bühnenbild, Text, Musik, Tanz-Choreografie, Technik und Ausführung, alles war "made by AMG". Eins vorab, es war eine Aufführung, die überraschte. Kaum etwas schien vorhersehbar. Es gab eingängige Melodien, die manche der zahlreichen Besucher schnell mitsangen, und es wurde viel gelacht.

Der Name ist Programm





Wie der Name "veränderbar" erahnen ließ, schien sich etwas oder jemand zu wandeln. Doch was das war, blieb selbst in den Ankündigungen vage. Die Auflösung gab's für diejenigen, die zur Veranstaltung in die St. Ingberter Stadthalle kamen. Es änderten sich Gefühle, Stimmungen, die Einstellung zueinander, die Geschichte an sich und die Bühnenbilder.

In dem Musical geht eine Mädchen-Klasse auf Klassenfahrt. Bereits beim Warten auf den Bus gab es den ersten musikalischen Ohrwurm "Wir warten auf den Bus". Als er dann kam, sorgte der Busfahrer, "Sag doch Otto zu mir", durch heftiges Lenken und Bremsen erstmal für "Bewegung" im Bus, Witze über Lehrer und Beamte reißend. Als das Gefährt wegen einer Panne liegen blieb, sahen sich die 15 Mädchen ihres Busfahrers und der Lehrerin beraubt, die sie nach einer nächtlichen Suche einträchtig in einer Bodega sitzen sahen. Bereits hier war allen Zuschauern klar, was das größte Problem der Girlies war: kein Handy-Empfang. Immer wieder drehten sich die Sorgen darum, dass nun Hunderte Follower bei Facebook , Twitter und Co. nicht mehr im Bilde waren. Amüsant aufbereitet und mit dem nötigen "Eh, Alter" garniert, sorgte allein das für Lacher. Der Erzähler , der sich hin und wieder aus dem Off meldete, schien die Fäden in der Hand zu halten und am Story-Board zu drehen, denn die "Geschichte, die ich im Drehbuch las, war mir einfach zu langweilig". So gab es Szenen im rabenschwarzen Wald statt Blümchenwiese, wegen des Gruselfaktors. Und nicht Förster und Lehrerin verstanden sich gut, sondern der Busfahrer musste nun für den Flirt herhalten.

Problem: kein Handy-Empfang

In den Nachrichten wurde die "Entführung einer Schulklasse" gemeldet, von der nicht mal die NSA wusste. Und dass da was dran sein musste, sah man schon daran, dass sich keins der Mädels über die einschlägigen Internet-Foren meldete, geschweige denn per Handy erreichbar war. Ein echtes Problem. Schuld war natürlich der Erzähler , der die ursprüngliche Geschichte für "veränderbar" hielt. Dass wirklich alles "veränderbar" ist, zeigte die Tatsache, dass der coole Otto am Schluss seine empfindsame Seite zeigte, wovon die bisher "jungfräuliche" Lehrerin profitierte und dass das Mobbing einer Klassenkameradin am Ende Geschichte war. "Veränderbar" zeigte sich auch Ruheständler und ehemaliger Schulleiter Hans-Georg Ochs, der in einer Szene einen genussvollen Bacchus abgab.

"Flott", "super Stimmen" und "witzig" waren nur zwei der Zuhörer-Meinungen zum Musical . Schulleiterin Heike Scholz war sichtlich stolz auf diese Truppe: "Das war toll. Da haben alle mitgemacht, vom Fünftklässler bis zu den ehemaligen Abiturienten. Das war eine klasse Leistung einer richtigen Schulgemeinschaft."