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Wasser darf wieder natürlich fließen

Rentrisch. Großes Interesse fand am Freitag die Renaturierung des Rohrbachs in Rentrisch, die bei einer Feier am Wasserlehrpfad vorgestellt wurde. An einem kleinen Festzelt herrschte am Vormittag fast Volksfeststimmung.Der Bachlauf entlang des Wasserlehrpfades war bisher in weiten Teilen in Betonhalbschalen verlegt Von SZ-Redakteur Manfred Schetting

Rentrisch. Großes Interesse fand am Freitag die Renaturierung des Rohrbachs in Rentrisch, die bei einer Feier am Wasserlehrpfad vorgestellt wurde. An einem kleinen Festzelt herrschte am Vormittag fast Volksfeststimmung.Der Bachlauf entlang des Wasserlehrpfades war bisher in weiten Teilen in Betonhalbschalen verlegt. Diese Betonplatten wurden ab dem Herbst zunächst auf einer Strecke von 80 Metern entfernt. In den vergangenen Wochen hat dann eine St. Ingberter Baufirma an zwei weiteren Stellen kleine Querriegel in Form von Wasserbausteinen angelegt und zusätzlich größere Wasserbausteine als Störsteine im Rohrbach verlegt. Zusätzlich sorgt Naturschotter an der Gewässersohle jetzt für eine bessere Gewässersubstratbildung."All diese Maßnahmen sollen dazu führen, dass das Gewässer einen natürlicheren Lauf entwickelt und sich wieder leicht mäandrierend durch die Rentrischer Talaue schlängelt", wie Oberbürgermeister Georg Jung erläuterte. Nach seiner Einschätzung sind die Arbeiten am Rohrbach aber auch ein Beitrag zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung, "die bestens zu der Biosphäre passt". Bisher wurden nach Angaben der Stadt in Rentrisch 500 Meter Bachlauf renaturiert, weitere 400 Meter sollen folgen. Hierzu habe das Umweltministerium ebenfalls seine Unterstützung zugesagt. Ermöglicht hat die jüngsten Arbeiten in der Rentrischer Talaue eine Spende von 80 000 Euro, die von der "Stiftung Kunst, Kultur, Soziales" der Sparda-Bank Südwest kommt. Der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank Südwest, Ilmar Schichtel, betonte, dass dieser Beitrag, dem Stadtteil ein Stück lebendiger Natur zurückzugeben, nicht aus Spareinlagen, sondern aus Stiftungsgeld finanziert worden sei. "Über dieses Projekt war ich mit dem Ortsvorsteher im Gespräch, seit ich vor Jahren Fische im renaturierten Großbach in der Gustav-Clauss-Anlage entdeckte", berichtete der Rentrischer Schichtel. Als glückliche Ende in der Suche des Ortsvorstehers Dieter Schörkl nach einem privaten Geldgeber für das Projekt am Rohrbach wertete auch die stellvertretende Ortsvorsteherin Ulrike Lieser das Engagement der Sparda-Stiftung. Die jüngste Renaturierung setze die jahrelangen Bemühungen um den Wasserlehrpfad und die Talaue fort. "Wir werden diese Naturschutzgebiet weiterentwickeln - durch den Abriss und den Neubau der beiden Holzbrücken über den Bach, vielleicht durch einen neuen Rundwanderweg", kündigte Lieser an. Die in Rentrisch allenthalben zu vernehmende Hoffnung, dass die Talaue noch aufregender gestaltet werde und dort neue Tiere und womöglich sogar Fische eine Heimat finden, war auch Hintergrund eines Geschenkes, mit dem der OB Ilmar Schichtel überraschte. Jung hatte dem Sparda-Chef eine Angelrute nebst Zubehör und Köcher mitgebracht. Mit der Hoffnung: "In diesem Bach werden bald Fische schwimmen." "Wenn sich hier der Bach schlängelt, passt das bestens zur Biosphäre."OB Georg Jung