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Warten auf Signale aus Saarbrücken

Hassel. Heute gibt es einen Infoabend zum Krippenplatzausbau in der Kita Sonnenblume. Anwesend sind der künftige Landrat, Trägervertreter, Stadt- und Kita-Mitarbeiter. Ein Austausch dem Kultusministerium als weiterem Partner war zuletzt unmöglich. Cornelia Jung

. Immer wieder kommt bei Diskussionen um geplante Investitionen in Schulen und Kindergärten das Thema des demografischen Wandels auf den Tisch, weil die Gesellschaft droht, zu überaltern. Es gebe zu wenig Kinder, wird vielerorts geklagt. Um so schöner ist es für Pfarrer Alexander Beck, dass es aktuell 31 Anmeldungen für einen Krippenplatz in der Kindertagesstätte in Hassel gibt. Derzeit hat die Kita Sonnenblume aber nur zehn Plätze für die Kleinsten. Ginge es nach dem Willen des Trägers und der Stadt, würde man dort gern um mindestens zehn Krippenplätze aufstocken, was auch die Kreisverwaltung unterstützt. Deshalb wurde 2013 beim Kultusministerium ein Antrag auf Krippenplatzerweiterung gestellt. Doch von dort kam weder eine Bestätigung des Briefeingangs noch eine Reaktion auf die geplanten baulichen Maßnahmen.

"Wir haben unsere Hausaufgaben rechtzeitig gemacht", so Pfarrer Beck, "die Planungen könnten schon seit Sommer 2014 stehen." Beck vermutet, dass die "Gesprächsverweigerung", wie er es nennt, mit dem "Machtwechsel" einherging. Die Stadt hätte sich auch diesen Zuwachs an Plätzen in Hassel gewünscht, wie er sagt: "Die Stadt hat kooperiert, der Kreis bemüht sich mit uns, es liegt nur noch am Ministerium."

Mittlerweile wüssten er und die Mitarbeiterinnen der Kita gar nicht mehr, was sie den betroffenen Eltern sagen sollen. Dabei hoffen alle Beteiligten doch eigentlich nur auf ein eindeutiges Wort seitens des Ministeriums. "Wir wünschen uns, dass man wieder mit uns spricht und wir ein Lebenszeichen aus dem Ministerium kriegen. Wir wollen ja keinen in die Pfanne hauen, aber es gibt nichts Schlimmeres, als Hoffnungen zu enttäuschen", so der Pfarrer , dessen Enttäuschung mittlerweile in Wut umschlägt, da anscheinend alle Bemühungen "für die Katz waren".

Verärgert war Beck über ein allgemein gehaltenes Schreiben "An die Antragsteller im Bereich Krippenausbau", das so wohl vielen bauwilligen Kita-Trägern zuging. In diesem werden die Träger gebeten, sich nur per E-Mail an die zuständige Abteilung des Ministeriums zu wenden. Wegen der "vielen Nachfragen", wie es weiter heißt. Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass "in dieser Woche die Haushaltsverhandlungen" sind. Das war aber schon Ende Mai 2013.

Trotz Anrufen und Anfragen unter der angegebenen E-Mail-Adresse hat sich seither nichts getan. "Ich bin ratlos. Auch wenn man kein Geld hat, kann man miteinander reden", so der Seelsorger, "das ist nur eine Frage der Kommunikation." Auf seiner Seite gebe es eine gewisse Ohnmacht. Nun werde man den Eltern in einem Infoabend, der heute um 18 Uhr in der Kita stattfindet, nahe legen, sich selbst in Saarbrücken zu melden.