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Begrüßungsgeld
Vierzig Ingo-Taler für jedes Baby

Lokale Währung: Ein Ingo-Taler hat einen Wert von fünf Euro. 100 Läden akzeptieren ihn.
Lokale Währung: Ein Ingo-Taler hat einen Wert von fünf Euro. 100 Läden akzeptieren ihn. FOTO: Yvonne Handschuher / Yvonne Handschuer
St. Ingbert. Auf Vorschlag der Familien-Partei hat der St. Ingberter Stadtrat jetzt beschlossen, das Begrüßungsgeld für Neugeborene in Höhe von 200 Euro ab diesem Jahr in Form des sogenannten Ingo-Talers auszuzahlen. Von Manfred Schetting

Auf Vorschlag der Familien-Partei hat der St. Ingberter Stadtrat jetzt beschlossen, das Begrüßungsgeld für Neugeborene in Höhe von 200 Euro ab diesem Jahr in Form des sogenannten Ingo-Talers auszuzahlen. Roland Körner, Fraktionsvorsitzender der Familien-Partei, hatte eine Auszahlung der Ingo-Taler unter anderem damit begründet, dass das lokale Zahlungsmittel noch von einer echten Regionalwährung weit entfernt sein. „Man muss Geld in dieses System hineingeben, um die Akzeptanz des Ingo-Talers zu verbessern.“ Mit dem Begrüßungsgeld als freiwilliger Leistung der Stadt könne man künftig zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: „Wir fördern die Familien und unterstützen die lokale Wirtschaft“, so Körner. Das wirke wie ein kommunales Konjunkturprogramm.


Petra Schweitzer (SPD) fand jedoch, dass die Eltern mit dem Begrüßungsgeld „kaufen können sollten, was sie wollen und wo sie wollen“. Bargeld sei daher für die Eltern der Neugeborenen wichtiger als Ingo-Taler. Wie Michael Trittelvitz (UCD) bemängelte Schweitzer zudem, dass es derzeit in St. Ingbert kein Geschäft für Babybedarf oder einen Drogeriemarkt gebe, der den Ingo-Taler akzeptiere. Ein von der SPD und der UCD unterstützter Kompromiss der Verwaltung, von den 200 Euro künftig 150 Euro in bar und 50 Euro als Ingo-Taler auszuzahlen, fand aber keine Mehrheit.

Das einmalige Begrüßungsgeld für Neugeborene zahlt die Stadt St. Ingbert seit 2007 als freiwillige Leistung, wenn der sorgeberechtigte Elternteil in der Stadt St. Ingbert mit Hauptwohnsitz gemeldet ist. 2016 war das Begrüßungsgeld auf 100 Euro gesenkt worden, ab diesem Jahr wurde es wieder auf 200 Euro erhöht. In den letzten Jahren wurden gewöhnlich zwei Begrüßungsveranstaltungen pro Quartal durchgeführt, zu denen die Eltern der Neugeborenen eingeladen waren. Pro Veranstaltung waren es etwa 40 Kinder mit ihren Eltern. In einem Kalenderjahr errechnet sich so eine Zahl von rund 320 Neugeborenen.

Diese Zahl schafft allerdings zunächst ein Problem. Ein Ingo-Taler hat einen einzulösenden Gegenwert von fünf Euro. Pro Neugeborenem sind daher 40 Taler auszuzahlen, was einen Jahresbedarf von 12 800 Talern ergäbe. Das sind aber deutlich mehr Taler als derzeit im Umlauf sind. Daher wird der Verein Handel und Gewerbe in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse Saarpfalz, die als Partner den Ingo-Taler in St. Ingbert verkauft, nunmehr weitere Taler prägen lassen.

Die Liste der Unternehmen, die den Ingo-Taler als Zahlungsmittel akzeptieren, umfasst derzeit rund 100 Akteure. Die Übersicht ist zu finden unter:



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