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Vielfalt der Wälder in Gefahr

St. Ingbert. Durch den Klimawandel wird die Artenvielfalt in den Wäldern bedroht. Um auf diese besorgniserregende Entwicklung aufmerksam zu machen, widmet der Naturschutzbund einer Ausstellung dem Thema "Wald".

St. Ingbert. Am heutigen Montag, 3. September, wird um 14 Uhr im Foyer des St. Ingberter Rathauses eine Ausstellung des Naturschutzbundes (Nabu) zum Thema "Wald" eröffnet. Ein Blick vom Beckerturm oder vom Kahlenberg genügt, um festzustellen, dass St. Ingbert von Wäldern umgeben ist. Wälder haben viel zu bieten. Sie versorgen uns mit Holz und Sauerstoff, reinigen die Luft, regulieren das Klima und schützen die Böden vor Erosion. Durch die "Schwammwirkung" ihres Wurzelwerks steuern die Bäume den Wasserhaushalt, filtern jeden einzelnen Tropfen und spenden so sauberes Trinkwasser. Auch für den Klimaschutz sind Wälder von großer Bedeutung, da sie der Atmosphäre das Treibhausgas CO2 entziehen.Wer alle Tier- und Pflanzenarten aufzählen will, die im Wald zu Hause sind, wird eine Weile beschäftigt sein. Blütenpflanzen, Pilze, Flechten, Moose, Schnecken, Käfer, Vögel und Säugetiere machen mehr als 11 000 Arten in Deutschlands Wäldern aus. Auch für uns Menschen ist der Wald ein besonderer Ort, in dem wir Ruhe finden und die Natur beobachten können. Nur Wälder mit einer großen Vielfalt heimischer Baum- und Straucharten und unterschiedlichen Strukturen, wie zum Beispiel alten und abgestorbenen Bäumen oder aufgeklappten Wurzeltellern, stecken voller Leben. Ob Waldameise, Salamander oder Schwarzspecht, so unterschiedlich die Arten und ihre Lebensweisen auch sind, eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind darauf angewiesen, dass der Mensch ihren Lebensraum schützt und mit den Wäldern verantwortungsvoll umgeht.



Daher lohnt es sich, nach Ansicht des Naturschutzbundes (Nabu), den Wald in seiner ganzen Vielfalt zu fördern und zu schützen. Naturschutz im Wald heißt vor allem, auf Baumarten zu setzen, die natürlicherweise auf dem Standort wachsen.

Naturschutz im Wald heißt auch, die natürliche Verjüngung der Bäume zu nutzen und für angepasste Wilddichten zu sorgen. Solche Wälder sind robuster: Sie sind zum Beispiel bei Massenvermehrungen von Schadinsekten widerstandsfähiger. Bei Stürmen und anderen Wetterextremen, die aufgrund des Klimawandels in Zukunft häufiger zu erwarten sind, regenerieren sie sich besser und schneller. Auf lange Sicht sind diese Wälder dadurch auch ertragreicher als monotone Fichten- oder Kiefernforste. red