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Viel Handarbeit statt chemische Keule

Alois Ohsiek (links) führt die Teilnehmer der Höfewanderung unter anderem zum Demeterhof von Michael Bitsch (Mitte). Foto: Christa Strobel
Alois Ohsiek (links) führt die Teilnehmer der Höfewanderung unter anderem zum Demeterhof von Michael Bitsch (Mitte). Foto: Christa Strobel FOTO: Christa Strobel
Hassel. Vier Stunden lang ging es mit der VHS wieder zu Höfen in der Region. Dort erlebten die Gäste auch, was biologischen Anbau ausmacht. red

Die Höfewanderung West der VHS Nebenstelle Hassel mit Natur- und Landschaftsführer Alois Ohsiek führte diesmal auf den Hof Hochscheid, den Rittershof II der Familie Eberl und den Rittershof I der Familie Schwamm. Zunächst erläuterte Pächter Michael Bitsch, der seit 1982 auf dem ältesten, nach Demeter-Richtlinien biologisch bewirtschafteten Hof Hochscheid lebt, die Geschichte des Hofes sowie sein Konzept.


Neben Mutterkühen und Kälbern weist der Hof eine Menge Anzucht- und Gewächshäuser auf, in denen Michale Bitsch unter anderem Biogemüse wie Tomaten, Fenchel, Auberginen, Gurken züchtet sowie auf den Feldern Salat, Spinat Kohl und Kartoffeln anbaut. Es werden weder mineralischer Dünger benutzt noch synthetische Mittel gespritzt, sondern das Unkraut wird meist mechanisch entfernt, die Kartoffelkäfer frühzeitig eingesammelt. Das bedeutet eine ganze Menge Mühe und Arbeit.

Weil es auf der Höhe sehr viel Wind gibt, hat er keine Probleme mit Läusen oder anderem Ungeziefer. Er bewirtschaftet eine Fläche von insgesamt 50 Hektar. Die Klassenstufe neun der Waldorfschule kommt regelmäßig zum landwirtschaftlichen Praktikum, das dort absolviert werden kann. Seine Biogemüse verkauft er auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert, mittwochs und samstags, in Kirkel freitags oder auf dem Hof. Wenn auch seine Produkte etwas mehr kosten, sie schmecken natürlich - ein Pluspunkt des biologischen Anbaus.



Daneben wird auf dem Hof Hochscheid Gastronomie angeboten, auch mit Jazz. Die Gastronomie gehörte auch früher schon zu diesem von Landwirt Buchholz bewirtschafteten Hof. Kinder aßen gerne die "Kässchmeer", konnten kostenlos auf dem handbetriebenen Karussell fahren, Wippschaukeln benutzen und den Stall besichtigen. Der Ritterhof II, wo Schweine und Kühe beheimatet sind, wurde von den Teilnehmern als "vorbildlich und sauber", ja sogar als "Bilderbuchhof" bezeichnet. Franz-Josef Eberl führte über seinen Besitz und erklärte die Philosophie seines Hofes. Das Tierfutter wird überwiegend von ihm selbst erzeugt, daneben baut er Raps, Weizen und Tritikale (Mischung aus Gerste und Weizen) an. Grundschulen und Kitas seien an Besichtigungen immer interessiert.

Bei der letzten Station, dem Rittershof I, ging Alois Ohsiek auf die Geschichte des Hofes ein, der von Felix Villeroy erbaut wurde, der nicht nur ein Pionier der Technisierung der Landwirtschaft war. Als Abschluss war die Hasseler Fischerhütte willkommen. "Die vierstündige Höfetour hat uns einiges abverlangt, aber die Idylle, Ruhe und Beschaulichkeit der Natur hat uns mehr als entschädigt", so etliche Teilnehmer. "