| 20:41 Uhr

Kammerkonzert
Verträumtheit und romantische Urgewalt

Das Trio Fontane mit der Bratschistin Mirjam Tschopp beim Kammerkonzert in der Christuskirche.
Das Trio Fontane mit der Bratschistin Mirjam Tschopp beim Kammerkonzert in der Christuskirche. FOTO: Christoph Jakobi
St. Ingbert. Auf hohem Niveau spielte das Trio Fontane am Sonntag ein Kammerkonzert in St. Ingbert. Von Helmut Haag

Ein Musizieren auf hohem künstlerischem Niveau erlebten die Zuhörer, die sich am vergangenen Sonntag zu einem Kammerkonzert in der Christuskirche einfanden, zu dem der Förderverein für Kirchenmusik an der Martin-Luther-Kirche und der Christuskirche in St. Ingbert eingeladen hatte. Zu Gast war das schweizerische Trio Fontane mit Noelle Grübler, Violine, Jonas Kreienbühl, Violoncello, dem für die erkrankte Pianistin des Trios kurzfristig eingesprungenen Pianisten Riccardo Bovino und zu einem Klavierquartett erweitert durch die Bratschistin Mirjam Tschopp. Auf dem Programm standen unter dem Titel ‚Musikalische Audienz im Banne von Johannes Brahms‘ zwei bedeutende Werke der Klavierquartettliteratur von Zeitgenossen von Johannes Brahms, das Klavierquartett c-moll op.13, ein Frühwerk des erst 25jährigen Richard Strauss (1864-1949), und das späte Klavierquartett B-Dur op.95 aus dem Jahr 1895 von Heinrich von Herzogenberg (1843-1900).


Christoph Jakobi erläuterte in kurzen Einführungen jeweils die Komponisten und ihre Kompositionen in ihrer Zeit und in ihren Beziehungen zu Johannes Brahms und dem damals bedeutenden Musikleben am Meininger Hof unter Herzog Georg II.. Danach erklang die hochromantische Kammermusik in hervorragender Darbietung. Die drei Streicher, Noelle Grübler mit flexiblem bis in die höchsten Lagen süßem Geigenton, Jonas Kreienbühl mit klangschönen Kantilenen auf dem Cello, verbunden durch das wunderbar sonore Spiel der Bratschistin Mirjam Tschopp, fanden in dem Pianisten Riccardo Bovino einen idealen Kammermusikpartner, der trotz nur kurzer Probenzeit musikalisch und pianistisch immer auf der Höhe des Geschehens war. Eine großartige Leistung.

Das Publikum war von der Musik und ihrer Ausführung begeistert. Lang anhaltender Applaus erzwang eine Zugabe. Es erklang noch einmal der langsame Satz aus dem Klavierquartett von Richard Strauss.