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Verkehrsplanung für St. Ingbert
St. Ingbert plant die Zukunft des Verkehrs

Ob auch dieser Bereich an Wendlings Eck von den Verkehrsgutachtern unter die Lupe genommen wird? Fußgänger und Fahrradfahrer monieren, dass sie dort seit einiger Zeit eigentlich nicht mehr die Straße passieren dürfen.
Ob auch dieser Bereich an Wendlings Eck von den Verkehrsgutachtern unter die Lupe genommen wird? Fußgänger und Fahrradfahrer monieren, dass sie dort seit einiger Zeit eigentlich nicht mehr die Straße passieren dürfen. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Die Stadtverwaltung entwickelt ein Mobilitätskonzept. Ein Schwerpunkt ist der Klimaschutz. Planer nennen erste Details. Von Cornelia Jung

Seit April ist die Firma Planersocietät mit der Erstellung eines Klimaschutzteilkonzepts (KTK) in St. Ingbert befasst. Ziel der Gutachter aus Karlsruhe und Dortmund ist die Darstellung der Mobilität der Zukunft. Mitarbeiter Philipp Hölderich gab dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt einen Einblick in die Ziele des Projekts und einen Zwischenstand der Arbeit am Verkehrsentwicklungsplan.


Zu dessen Bearbeitung war eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe gebildet worden, der unter anderem der Klimaschutzmanager Hans-Henning Krämer angehört. Nach ersten Abstimmungsgesprächen mit dem beauftragten Büro, konstituierte sich im August der Beirat zum Mobilitätskonzept. In ihm sind Vertreter des Kinderschutzbundes, der Seniorenbeirat, Handel und Gewerbe, der ADFC, der Verkehrsclub Deutschland, die Polizeiinspektion sowie Vertreter der Stadtratsfraktionen. Zu Beginn musste umfangreiches Datenmaterial gesichtet und Verkehrszählungen an zehn Knotenpunkten vorgenommen werden. Weitere Zählungen sollen zeitnah folgen. Ein wichtiges Element zur Ermittlung des Mobilitätsverhaltens bildet die Befragung von rund 4000 Haushalten in mehreren Abschnitten bis Mitte September. Um die Bevölkerung noch stärker einzubinden, wird es am 11. September ein Bürgerforum im Kuppelsaal geben. Ab diesem Zeitpunkt können die St. Ingberter für sechs Wochen auch an einer Online-Befragung teilnehmen. Der aktuelle Verkehrsentwicklungsplan stammt von 1994 und ist wegen der Änderung der Rahmenbedingungen nicht mehr auf dem neuesten Stand, weshalb dessen Nachfolger mit aktuellen Daten „gefüttert“ werden muss. Vor allem interessiert die Gutachter, wie sich der Verkehr und der Verkehrsfluss in den 24 Jahren entwickelt haben. Sind alle Daten erhoben worden, soll daraus ein konkretes Maßnahmeprogramm gestrickt werden, das auch die Verkehrssicherheit einbindet. Wie Hölderich sagte, sei das Projekt, das auch den Stadt-Umland-Komplex berücksichtige, auf zwei Jahre ausgelegt. Ist die Bestandsaufnahme abgeschlossen, sollen Bürgerwünsche und -kritik gesammelt und Konflikte abgebaut werden. „Dabei soll der Mehrwert für Ihre Stadt im Vordergrund stehen, nicht der Mehraufwand“, so der Raum- und Verkehrsplaner. Vor allem soll die Erhebung von Verkehrsdaten praxisnah sein, ein (Planungs-)Spaziergang und eine Radfahrt sind geplant.

So sollen Eindrücke vor Ort gesammelt werden. Anschauungsobjekte sind beispielsweise Radfahrstreifen, Schnittstellen wie Bahnhöfe, ÖPNV, der ruhende Verkehr, die E-Mobilität und die Ausstattung der Haltestellen. Auch die Sinnhaftigkeit einiger Verkehrsmaßnahmen werde betrachtet. „Ich bin gespannt auf die Ergebnisse und wie das Verkehrsverhalten unserer Bürger ist“, sagte Oberbürgermeister Hans Wagner nach der Präsentation. Auch die Ortsteile werden in die Betrachtung einbezogen. „Gehe ich recht in der Annahme, dass das Konzept in den neuen Flächennutzungsplan eingeht?“, wollte Stadtrats-Mitglied Markus Monzel (CDU) vom Oberbürgermeister wissen. Dieser warte erst die Ergebnisse des Konzepts ab, bevor entschieden werde, wo es verwendet werden könne. Der Klimaschutzbeauftragte nannte auf Anfrage einige Maßnahmen, die aus dem 1994er Verkehrsentwicklungsplan umgesetzt wurden.



„Es wurde vorgeschlagen, in die Zukunft zu schauen und nicht in die Vergangenheit“, meinte Beigeordneter Adam Schmitt (Die Grünen), „das ist der richtige Weg.“