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Erfinderischer Vogelschutz
Kaffeekapseln retten Vogelleben

 So sieht der Vogelschutz aus, den Vera Fries angefertigt hat. Im Hintergrund die heimische Vogelstation.
So sieht der Vogelschutz aus, den Vera Fries angefertigt hat. Im Hintergrund die heimische Vogelstation. FOTO: Cornelia Jung
Rentrisch. Immer wieder flogen Vögel an die Scheiben ihres Hauses. Um das zu verhindern, wurde Vera Fries erfinderisch. Von Cornelia Jung

Familie Fries liebt Tiere und wollte auch für die „wilden“ rings um ihr Haus etwas tun. Sie baute ein großes Bienenhotel, bietet in einem kleinen Teich einer Vielzahl von Kröten Quartier und hat auf der Terrasse eine große selbstgebaute Vogelfutterstation, an der reger Flugbetrieb herrscht. Deshalb ist das Haus in Rentrischer Höhenlage bei den unterschiedlichsten Vogelarten sehr beliebt. Nur schwer konnte es das Ehepaar Horst und Vera Fries ertragen, dass immer wieder Vögel gegen die Fenster ihres Hauses flogen und infolgedessen zum Teil verendeten.


Wie Vera Fries nun aus Erfahrung weiß, bringen die schwarzen Raubvogelattrappen am Glas nichts. Es gab weiterhin Vogelunfälle – trotz der Aufkleber, die auf manchem Fenster eng beieinander angebracht waren. „Amsel und Meise haben überhaupt keine Angst davor. Die versuchten, durch den kleinsten Zwischenraum zu fliegen und knallten immer wieder dagegen“, sagt sie. „Ich habe dann noch einen Aufkleber dazu gemacht.“ Aber auch das brachte nichts, denn die Vögel gewöhnten sich schnell an die so verzierte Scheibe „Die sind doch nicht blöd.“ Gardinen mag das Ehepaar nicht, deshalb musste eine andere Lösung her.

Also recherchierte die Rentrischerin im Internet, was Vögel davon abhält, gegen die Fensterscheibe zu fliegen, und war von keiner der beschriebenen Maßnahmen wirklich überzeugt. Es sollte ein Schutz sein, der die Piepmätze sowohl durch die Optik als auch Geräusche von den für sie gefährlichen Stellen fernhält. Und dann kam ihr die Idee. Sie, ihr Mann und einige Bekannte trinken gerne Kaffe einer bekannte Marke. Allerdings gibt es diesen nur in Kunststoffkapseln zu kaufen. Nach dessen Genuss bleiben viele dieser bunten Kapseln übrig. Was sonst in den gelben Sack gewandert wäre, dient nun als Vogelschutz. „Und das funktioniert“, sagt das Ehepaar, das seit fast zwei Jahren keinen Vogel mehr zu beklagen hatte. Vera Fries würde sich freuen, wenn ihr Prototyp Schule machen würde. Sie fädelte insgesamt 1242 der bunten Kaffeekapseln mit einem Abstand von nicht mehr als zehn Zentimetern auf eine UV-beständige Angelschnur – an ihrer Terrassentür sind das 23 Stück pro Faden. Anschließend befestigte sie die Schnüre ebenfalls in Zehn-Zentimeter-Abständen außen an den Fensterleibungen an Teleskopstangen, die normalerweise für Duschvorhänge gedacht sind. Fertig war die „Vogelabschreckung“.



Nun kann Vera Fries das Schauspiel, wenn die Vögel sich an den vielen Leckereien der Futterstation gütlich tun, wieder genießen. „Für die Vögel ist das eine ideale Lösung und wir finden sie witzig. Die Kapseln an den Schnüren klappern nur ganz leicht und bewegen sich im Wind“, so die Vogelliebhaberin und Erfinderin. „Ich bin ganz stolz auf meinen Erfolg.“ Und der rettet so manchem gefiederten Freund das Leben.