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Ursula Wellner mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Ursula Wellner, hier an der Seite ihres Ehemannes Heinrich bei der Feierstunde im kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Foto: Oliver Bergmann
Ursula Wellner, hier an der Seite ihres Ehemannes Heinrich bei der Feierstunde im kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Foto: Oliver Bergmann
St. Ingbert. Nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in der Vertretung des Saarlandes in Berlin freute sich Hans Wagner darauf, Ursula Wellner auch im Namen der Stadt zu dieser hohen Auszeichnung zu gratulieren. Rund 30 geladene Gäste trafen sich deshalb im kleinen Sitzungssaal des Rathauses und lauschten den Worten des Oberbürgermeisters

St. Ingbert. Nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes in der Vertretung des Saarlandes in Berlin freute sich Hans Wagner darauf, Ursula Wellner auch im Namen der Stadt zu dieser hohen Auszeichnung zu gratulieren. Rund 30 geladene Gäste trafen sich deshalb im kleinen Sitzungssaal des Rathauses und lauschten den Worten des Oberbürgermeisters. "Ohne Menschen wie Sie kommt eine Gesellschaft nicht aus. Ich bin mir sicher, dass Sie in St. Ingbert immer einen guten Ruf und Namen haben werden."


Die Freude Wellners über diese Geste der Stadt, ihr zu Ehren eine Feierstunde auszurichten, sah man der Geehrten zwar an, die Aufregung um ihre Person schien ihr dann aber doch etwas unangenehm zu sein. "Natürlich ist das für mich eine große Ehre, aber ich sehe mich eher als Vertretung der vielen Frauen und Männer im Verein. Es ist aber schön, dass so etwas honoriert wird."

Ihr Verein, das ist die dem katholischen DJK-Verband angehörende Sportgemeinschaft, kurz: die DJK-SG. Dass sie mit ihren rund 2200 Mitgliedern der größte Verein in St. Ingbert und im Diözesenverband Speyer sowie der drittgrößte im Saarland ist, darf sich Ursula Wellner in großen Buchstaben auf die eigene Fahne schreiben. Schließlich gehörte sie 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Gemeinschaft. Zwei Jahre später übernahm sie die Mittwochsturnstunde für Frauen, die sie bis heute leitet. 1966 gründete sie eine Kindergruppe.



Viele Generationen, die sich der Gruppe im Laufe der Jahrzehnte anschlossen, halten der Sportgemeinschaft heute als Erwachsene die Treue. Von 1970 bis 2001 leitete Ursula Wellner die Turnabteilung. Parallel dazu setzte sie der Turngau Saarpfalz als Beauftragte für den Turnergruppenwettstreit ein und zog gemeinsam mit ihrem Ehemann Heinrich, dessen Projekt "Hilfe für Sri Lanka" sie unterstützt, zwei Kinder groß.

Bei der Aufzählung ihrer Engagements und Auszeichnungen unterbrach sich Hans Wagner irgendwann selbst und fragte irritiert: "Frau Wellner - wie viele Stunden hat ihr Tag eigentlich?" und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.

An ein Ende ihrer bald 50 Jahre andauernden ehrenamtlichen Tätigkeit denkt sie noch nicht. Mittlerweile würde nämlich nicht nur eine Lücke bei der DJK-SG entstehen, sondern auch im Altenheim St. Barbara, dessen Bewohner sie einmal in der Woche zur Turnstunde bittet. Vor diesem Pensum zog Wagner den Hut: "Welche Dankesworte man auch auswählt - es ist längst nicht alles, was Ihnen zusteht." obe