| 17:12 Uhr

Kinderschutzbund
Unvergessliche Erlebnisse am Bau

Die Vorsitzende des St. Ingberter Kinderschutzbundes, Ute Strullmeier (links), und einige der Teilnehmer des Kinderferienprogrammes ehrten Mitarbeiter der Baufirma Peter Gross mit dem „Blauen Elefanten“. Hinten von links: Andreas Paulus, Alfons Wagner, Jasmin Neumann-Klingler und Philipp P. Gross.
Die Vorsitzende des St. Ingberter Kinderschutzbundes, Ute Strullmeier (links), und einige der Teilnehmer des Kinderferienprogrammes ehrten Mitarbeiter der Baufirma Peter Gross mit dem „Blauen Elefanten“. Hinten von links: Andreas Paulus, Alfons Wagner, Jasmin Neumann-Klingler und Philipp P. Gross. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Der Kinderschutzbund St. Ingbert hat Mitarbeitern der Baugruppe Gross seinen Ehrenpreis „Blauer Elefant“ verliehen. Von Cornelia Jung

Jedes Jahr verleiht der Ortsverband St. Ingbert des Deutschen Kinderschutzbundes (KSB) den „Blauen Elefanten“ an Menschen, die sich in besonderer Weise für Kinder und Jugendliche in ihrer Stadt engagieren. Auch am Dienstag verließen vier kleine Plüsch-Dickhäuter die angestammten Vereinsräume in der ehemaligen Schillerschule, um in den Besitz von drei Mitarbeitern und des Geschäftsführers der Baugruppe Peter Gross überzugehen.


Seit einigen Jahren betreut der St. Ingberter KSB in den Sommerferien für zwei Wochen rund 50 Kinder im Alter von sechs bis 12 Jahren. Herausforderung bei der Programmgestaltung des Ferienprogramms „Ferien ohne Koffer“ ist die große Anzahl an Teilnehmern unterschiedlichen Alters und die Aufgabe, ein spannendes kostengünstiges Programm im näheren Umkreis zu organisieren. Im Sommer 2017 stand alles im Zeichen des „Hand-Werks“, so dass es für die Vorsitzende des KSB nahe lag, die ortsansässige Baufirma Gross anzusprechen. „Man könnte den Kindern doch mal Handwerksberufe in Natura zeigen“, so die Idee von Ute Strullmeier und ihren Mitstreiterinnen.

Bisher unterstützte „Peter Gross“ unter anderem die Elterninitiative krebskranker Kinder, arbeitet mit Kitas und Schulen vor Ort zusammen und gibt beispielsweise mit Hilfe der „Talent Company“ an der Gemeinschaftsschule Rohrbach Jugendlichen Einblicke in den beruflichen Alltag, um die Berufsorientierung zu erleichtern. Auch der KSB durfte sich schon über Spenden dieses Unternehmens freuen und über die Möglichkeit, im Projekt „Jugendliche besuchen Firmen und entdecken Berufe“ eine Betriebsbesichtigung durchzuführen. Nun also waren die Jüngeren dran. Erstmals war „Peter Gross“ Teil einer Kinderfreizeit.

Die Begeisterung der Ferienkinder für die vorgeführten Baumaschinen, eine Fahrt mit der Werksfeuerwehr, das Selberbauen von Straßen, Kreiseln und Parkplätzen im Miniformat, das Nägel-Hämmern, das Ausgraben von (Schoko-)Goldstücken und noch vielen anderen Tätigkeiten, die die Zeit wie im Fluge vorbeigehen ließ, wirkte ansteckend. Bei der Umfrage am Ende des Ferienprogramms war der Besuch bei der Baufirma „um die Ecke“ einer der Höhepunkte. Und wenn die Begeisterung weiter nachhallt, braucht sich das Baugewerbe in Zukunft keine Sorgen mehr um Azubis zu machen.

Eines der Kinder, die den kleinen blauen Elefanten im Namen des KSB als Dankeschön an Jasmin Neumann-Klingler, Alfons Wagner, Geschäftsführer Philipp P. Gross und Andreas Paulus überreichte, konnte sich noch gut an die zwei Tage vor einem knappen Dreivierteljahr erinnern. An Paulus gerichtet sagte der Junge: „Mit dir habe ich doch Beton gemacht.“ Der Gross-Mitarbeiter war überrascht und auch gerührt, dass die Erinnerung noch so frisch ist. Ute Strullmeier zeigte sich immer noch begeistert vom Firmenengagement, bei dem die Kinder eine große Bandbreite der Arbeit sehen und selbst erfahren konnten. Wie die KSB-Vorsitzende sagte, seien die Kinder professionell über das Gelände geführt worden und es wurde ihnen alles erklärt, nachdem sie die entsprechend Schutzausrüstung bekommen hatten.



Dort hätten die kleinen Handwerker auf Zeit erfahren, was Teamfähigkeit bedeute und warum man aufeinander hören sollte. Wichtig sei für die Jüngsten aber auch die Erfahrung gewesen, dass ein Streit dazu dienen könne, einen gangbaren Weg zu finden. „Das macht auch den blauen Elefanten aus – seine Stärke und das Miteinander (arbeiten) als Herde. Toll war auch, dass die Kinder dort ihre Kreativität einfließen lassen konnten. Das ist das, was sich Eltern von und für ihre Kinder wünschen“, so Strullmeier bei der Ehrung.

„Ich bin meinen Mitarbeitern für die tolle Idee dankbar. Bauen ist ein toller Beruf. Man muss Kindern auch für die Zukunft Orientierung geben und deshalb haben wir das Ferien-Projekt gern unterstützt“, sagte der Geschäftsführer der St. Ingberter Baufirma. Beide Seiten waren sich einig: Das hat Klein und (Peter) Gross gefallen und kann gerne wiederholt werden.