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Ortsrat St. ingbert-Mitte
Wo gibt’s Ersatzquartiere für Vereine?

In der Turnhalle der Mühlwaldschule (im Hintergrund) könnten nach Meinung des Ortsrates zusätzliche Trainingsmöglichkeiten für St. Ingberter Vereine geschaffen werden.
In der Turnhalle der Mühlwaldschule (im Hintergrund) könnten nach Meinung des Ortsrates zusätzliche Trainingsmöglichkeiten für St. Ingberter Vereine geschaffen werden. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Eine Debatte im Ortsrat St. Ingbert-Mitte zeigte: Einigen Sportvereinen fehlen Trainingsmöglichkeiten. Nicht immer kann die Stadt helfen. Die Turnhalle der Mühlwaldschule könnte aber vielleicht eine Lösung darstellen.

Die Turnhalle der ehemaligen Mühlwaldschule würde sich aus Sicht des Ortsrates St. Ingbert-Mitte gut als Ersatzquartier für vakante Trainingsmöglichkeiten eignen. Deshalb hatte Ortsvorsteher Ulli Meyer die Verwaltung darum gebeten, einmal darzustellen, wie der derzeitige Bedarf an Hallenflächen ist und ob bei einem Verein noch Trainingszeiten fehlen. Aus Sicht der Stadt besteht derzeit keine Notwendigkeit, andere Räumlichkeiten als die derzeitigen für den Vereinssport auszuweisen. Würden sich allerdings Vereine mit Anfragen an sie wenden, werde die Verwaltung Kontakt mit dem derzeitigen Mieter der Mühlwaldschule, dem Landesinstitut für Präventives Handeln (LPH), bezüglich der Nutzung der Sporthalle aufnehmen.


Sollte die Halle der Mühlwaldschule aber den Vereinen zur Verfügung gestellt werden, verwies die zuständige Abteilung darauf, dass dann auf Stadt und Vereine zusätzliche Kosten und Aufwand zukommen. Dazu gehören eine Abschlusstür zur Schule, es müsste ein Schutz vor der Kletterwand angebracht werden, die Vereine wären nach dem Training selbst für die Reinigung zuständig und es müsste geklärt werden, ob Dusch- und Waschmöglichkeiten vorgehalten werden müssen. In der jüngsten Ortsratssitzung gab die Verwaltung außerdem Auskunft darüber, wie die aktuelle Hallensituation ist. Alle Vereine, die in der Ludwigschule trainiert haben, wären in anderen Hallen, zum Teil kreiseigenen, untergebracht.

Die Ringer würden jetzt zu ihren angestammten Zeiten in der Südschule trainieren. Wettkämpfe tragen sie in der Eisenberghalle aus. Traurige Nachrichten gab es vom Karateclub St. Ingbert, der sich zum Ende des Jahres auflöse. Laut Information des Vorsitzenden Dietmar Lindegaard habe sich für ihn kein Nachfolger gefunden. Die bisher vom Verein reservierte Trainingszeit im Albertus-Magnus-Gymnasium wurde zurückgegeben. Auch der SV St. Ingbert würde zwei seiner Trainingszeiten nicht mehr benötigen, wovon eine bereits an den FC Viktoria weitergegeben wurde. Derzeit werde geprüft, ob die DJK Fußball die andere freie Zeit nutzen könne, denn dieser Verein suche in der kalten Jahreszeit von Oktober bis März nach Räumlichkeiten fürs Training. Lediglich der Kneipp-Verein scheint noch auf der Suche nach geeigneten Räumen in den für ihn passenden Zeiten zu sein, weil nach Schließung der Halle der Ludwigschule die Lösung bei der Lebenshilfe nicht zufriedenstellend gewesen sei. Dem Verein waren von der Stadt andere Ausweichmöglichkeiten angeboten worden, die jedoch wegen der Lage in anderen Ortsteilen oder wegen nicht kompatibler Zeiten von diesem abgelehnt worden waren.



Doch dem Ortsrat liegen noch Schreiben von interessierten Vereinen vor, die sich mit Hinblick auf den Umbau der Schulturnhalle der Gemeinschaftsschule Rohrbach bereits jetzt nach einer geeigneten Trainingsmöglichkeit, auch in St. Ingbert, umsehen. Durch den Umbau der Turnhalle Ludwigschule habe St. Ingbert eine Halle weniger, weshalb auch der SV die Kapazitäten der Mühlwaldschule nach Wissen des Ortsrates gerne nutzen würde. Die Kosten bei Nutzung der dortigen Halle seien minimal. „Die Reinigungkosten könnten wir übernehmen“, so Meyer.

Auch Siegfried Thiel (SPD) sprach sich für die Hallennutzung im Mühlwald aus: „Die Halle muss abends nicht leerstehen. Der Bedarf ist ja da.“ An die Verwaltung erging die Bitte des Ortsrates, mit dem LPH Kontakt aufzunehmen zwecks Nutzung der Turnhalle der ehemaligen Mühlwaldschue sowie der Turnhalle des Leibniz-Gymnasiums. Und eines war dem Ortsrat ganz wichtig, sollten Vereine wegen Um- oder Neubau aus ihren derzeitigen Trainingsräumen „ausgelagert“ werden müssen: „Die Vereine sollten zu den gleichen Konditionen dort trainieren könen wie in den städtischen Einrichtungen.“