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Orgelkonzerte in St. Josef
Internationale Musiker zu Gast an der Orgel von St. Josef

Auf der Orgel der Josefskirche in St. Ingbert spielten bei einer Konzertreihe drei bekannte Solisten.
Auf der Orgel der Josefskirche in St. Ingbert spielten bei einer Konzertreihe drei bekannte Solisten. FOTO: Rich Serra/Förderverein Kirchenmusik / Rich Serra
Homburg/St. Ingbert. Schon länger suchte der Förderverein für Kirchenmusik St. Hildegard im benachbarten St. Ingbert nach einer Möglichkeit, die frisch renovierte Orgel von St. Josef St. Ingbert auch im Rahmen von Konzerten dem interessierten Publikum zugänglich zu machen. red

Nun fand er sie im ersten internationalen Orgeltriduum, welches an drei Sonntagen im August stattfand.


Erster Gast war dabei William Whitehead aus Großbritannien. Er wählte Werke der englischen Tradition von Mendelssohn, Stanford und Wesley für sein Programm und stellte gleichzeitig auch sein Orgelbüchlein-Projekt vor, das sich der Neukomposition von Choralvorspielen widmet, die Johann Sebastian Bach in seinem bekannten Werk nicht ausführte.

Ein wissenschaftlicher Vortrag bereitete am Vortag daher die Uraufführung eines Werkes vor, das Prof. Jörg Abbing zum Projekt beigetragen hatte. Whitehead entdeckte in der Orgel, die ursprünglich auf die Erbauer Voit und Späth zurückgeht, vor allem die gedeckten und geradezu vornehmen Klangfarben und überzeugte durch technisch perfektes, dabei jedoch unprätentiöses und äußerst melodisches Spiel.



Eine Woche später machte sich Marek Stefanski auf den Weg von Krakau nach St. Ingbert. Im Gepäck hatte er Stücke aus dem Schatz der polnischen Orgeltradition, die hier allzu selten zur Aufführung gelangen.

Auch dem geschulten Publikum boten sich hier Neuentdeckungen, für die Stefanski vor allem die Mixturklänge und Zungenregister der Orgel wählte und so eine festliche und sonntägliche Atmosphäre schuf. Eine seltene Chance bot schließlich Naji Hakim aus Paris am darauf folgenden Wochenende, indem er am Vortag seines Konzertes einen Improvisationskurs für die Organisten der Region veranstaltete. Dort würdigte er das, was jeder Kursteilnehmer bereits an Ideen mitbrachte, half mit ein oder zwei treffenden Tipps weiter und ermutigte jeden, sich in der ihm eigenen Tonsprache auszudrücken.

Auch für die passiven Kursteilnehmer war dies eine anregende und lehrreiche Erfahrung. Sein eigenes Programm beinhaltete zahlreiche französische Meister. Darüber hinaus präsentierte er auch eigene Werke. Für das Finale hatte er zudem um ein Improvisationsthema gebeten. Um den anwesenden St. Ingberter Komponisten Fritz Demerath zu ehren, wurde das Thema seines Hildegard-Liedes ausgewählt.

Was dann geschah, hat die Josefskirche selten, möglicherweise noch nie erlebt: Ein Feuerwerk an Klangfarben, geistreichen Motiven, mitreißenden Rhythmen, Melodien und spannenden Harmonien, die gewissermaßen durch das Gebäude fegten und dieses geradezu zum Erbeben brachten. Was für ein Erlebnis, den Meister, den man sonst nur von Tonträgern kennt, einmal in Person am Instrument zu hören.

Heinrich Kling und Christian von Blohn vom Förderkreis für Kirchenmusik St. Hildegard freuten sich nicht nur über drei besondere musikalische Erfahrungen, sondern vor allem auch darüber, dass so viele Menschen kamen, um sie miteinander zu teilen. Und so machte das erste internationale Orgeltriduum auch den engagierten Veranstaltern Mut zu weiteren Plänen mit der Orgel von St. Josef.