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Zirkusgastspiel
Tiere sind die Attraktion in der Manege

Das hatte etwas von den Bremer Stadtmusikanten – in Rohrbach versuchten sich Esel und zwei kleine Hunde beim Gastspiel de Zirkus Carl Althoff an einer gemeinsamen Nummer.
Das hatte etwas von den Bremer Stadtmusikanten – in Rohrbach versuchten sich Esel und zwei kleine Hunde beim Gastspiel de Zirkus Carl Althoff an einer gemeinsamen Nummer. FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Der Zirkus Carl Althoff gastiert bis Ostermontag auf dem Festplatz in Rohrbach. Proteste vor Premiere. Von Cornelia Jung

(con) Und es gab ihn doch, den Applaus für die Dressurnummer mit den fünf Löwen beim Zirkus Carl Althoff, den eine Handvoll Menschen verhindern wollte. Dort, wo am Freitag die Premiere des reisenden Familienunternehmens am Festplatz Rohrbach stattfand, hatten sie sich vor Aufführungsbeginn mit dem Spruchband „Kein Applaus für Zirkustiere“ dafür stark gemacht, die nach ihrer Meinung nicht artgerechte Haltung in- und außerhalb der Manege nicht auf diese Art zu honorieren.


Dabei waren genau die Tiere der Grund, warum Großeltern mit ihren Enkeln, Mütter und Väter mit ihren Kindern in den Zirkus kamen. Aber auch dem Clown flogen die Herzen des jungen Publikums zu, denn er trieb seinen Schabernack mit den Erwachsenen und hatte so keine Mühe, die Kinder einzubeziehen und zum Mitmachen ins Rund zu holen. Selbst die Schüchternsten hatten dort keine Scheu, was sicher auch an der familiären Atmosphäre unter der Kuppel des Zirkuszeltes lag. Beklatscht wurde auch die Choreografie der Großpferde, die Nummer mit den Minipferden, die als kleine geflügelte Einhörner ihr Publikum begeisterten, die Trapezkünstlerin, die sich verbiegende Meerjungfrau und auch die Ziegenparade.

So wie die Kinder gebannt auf das schauten, was sich im mit Sägemehl bedeckten Rund tat, stand ein kleines Zicklein, das noch nicht Teil der tierischen „Akrobaten“ war, selbstvergessen neben den älteren Tieren und betrachtete das Treiben. Ob es auch irgendwann mal zwischen zwei Pferden auf einem Holzbrett balanciert, wer weiß das schon. Niedlich anzusehen war es allemal. Ungewollt stand es so im Mittelpunkt. Keine Frage, dass die Besucher, auch wegen dieses Winzlings, in der Pause gern der Aufforderung der Zirkusleute nachkamen, sich doch die Tierschau hinter dem Zelt anzuschauen. „Hast du schon mal echte Löwen gesehen?“, fragte eine Oma ihre Enkelin. Die verneinte, war beeindruckt, fand sich aber kurze Zeit später nicht bei diesen, sondern bei den drei kleinen Hunden wieder, die im zweiten Teil des Programms noch einige Kunststücke zeigten.

Einer von ihnen hatte vorher schon seinen großen Auftritt – als Mini-Löwe verkleidet. Eine Familie war extra aus Bliesmengen-Bolchen gekommen, um einmal Zirkusluft zu schnuppern. Bisher war der sechsjährige Enkel nämlich noch nie im Zirkus. Ihm gefiel‘s, besonders die Nummer mit den Pferden. Aber auch die Lamas, der Esel, die Kamele und die anderen Tiere waren Publikumslieblinge. Wie man die denn alle satt bekommt, war eine der Fragen, die gestellt wurde. „Die sehen gut aus und machen einen entpannten Eindruck“, sagte eine Besucherin, „ich finde die Tiernummern toll. Wann sieht man denn sonst sowas?“. Auf jeden Fall noch bis Ostermontag in Rohrbach, wenn es wieder heißt: „Manege frei“.