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Sommerkonzerte
Steinbruch lässt die „Luschd“ vergessen

Das vierte Sommerkonzert 2018 wurde im Pfarrheim auf dem Hobels von den Jagdhornbläsern (im Vordergrund) sowie Fred Schneider-Mohr und Oleg Berlin als „SaxHochZwo“ (im Hintergrund von links) bestritten.
Das vierte Sommerkonzert 2018 wurde im Pfarrheim auf dem Hobels von den Jagdhornbläsern (im Vordergrund) sowie Fred Schneider-Mohr und Oleg Berlin als „SaxHochZwo“ (im Hintergrund von links) bestritten. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Der Heimat- und Verkehrsverein veranstaltete seine Sommerkonzerte bis 2015 im Biergarten der „Luschd“. Das ist Geschichte. Der Steinbruch hinter dem Pfarrheim auf dem Hobels wird als Veranstaltungsort zur Dauerlösung.

Es ist ruhig geworden um die „Luschd“. Früher war sie wenigstens einmal im Jahr anlässlich der Sommerkonzerte bei den kulturinteressierten St. Ingbertern in aller Munde. Bauarbeiten auf dem Gelände und der Neubau einer Stützmauer am Nachbargrundstück zwangen den die Konzerte organisierenden Heimat- und Verkehrsverein dazu, ein Ausweichquartier zu suchen. Das war vor zwei Jahren. Nun haben sich die Sommerkonzerte im Steinbruch oder im Pfarrheim auf dem Hobels, je nach Wetterlage, anscheinend etabliert.


Noch vor der Premiere des ersten „Konzerts im Bruch“ hatte es heiße Diskussionen um die verloren geglaubte „Luschd“ gegeben - und um den Ersatzstandort. Besuchereinbußen wurden befürchtet und die Nichtakzeptanz des Ausweichquartiers. Nun, in der dritten Auflage der Veranstaltung am neuen Ort, spricht kaum einer über die negativen Seiten des Steinbruchs, denn die positiven überwiegen eindeutig. Da wäre die bessere Zufahrtmöglichkeit für Rettungskräfte und die Instrumententransporte bis an die Bühne, es sind Behindertenstellplätze und -toiletten vorhanden, ein Babywickelraum und ausreichend Damen- und Herrentoiletten. Die Barrierefreiheit ist gegeben und bessere Einsatzbedingungen des DRK durch einen Sanitätsraum und einen Wasseranschluss im Pfarrheim. Außerdem, und das ist einer der wichtigsten Gründe, gibt es einen zweiten Rettungsweg in ausreichender Breite, unbegrenzte Sitzplatzkapazität und kein Konzert muss wegen schlechten Wetters ausfallen, weil es das Gebäude des Pfarrheims gibt.

Damit haben die Organisatoren eine höhere Planungssicherheit. Steigende Besucherzahlen zeugen von mehr „Luschd am Bruch“, sodass sich der Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins, auch wegen der nicht vorangehenden Bauarbeiten in der „Luschd“, für den Steinbruch als dauerhaften Veranstaltungsort entschieden hat. Allein der fehlende zweite Rettungsweg in der „Luschd“ sei laut HVV-Vorsitzendem ein Killerkriterium, denn man sei als Veranstalter in der Haftung, falls etwas passiere. „Was mit der Luschd passiert, kann nur der Eigentümer sagen. Wir waren da nur zu Gast“, sagt Konrad Weisgerber abschließend zum leidigen Luschd-Thema. Man habe auf dem „alten“ Platz vieles auf eigene Kosten in die Wege geleitet und im Vorfeld auf Probleme hingewiesen, die wohl vom Eigentümer nicht ernst genug genommen worden sind. Nun ist die „Luschd“, in der schon der Maler Albert Weisgerber gern verkehrte, als Aufführungsort Geschichte. Die bisherigen vier Konzerte im Steinbruch in der Saison 2018 waren allesamt sehr gut besucht, auch wenn das letzte am vergangenen Donnerstag wegen des gemeldeten Regenwetters eine Indoor-Veranstaltung war.



Doch Wolfgang Blatt, Moderator und Mitglied des HVV, konnte dem Ganzen durchaus etwas abgewinnen, denn so sei man nicht an die „Sperrstunde“ gebunden. Auch nach der festgelegten Zeit des Konzertendes stört die Geräuschkulisse somit die Nachbarn nicht. „Das Konzept hätten wir so in der Luschd niemals machen können“, sagte Blatt an die Gäste gerichtet. Die Jagdhornbläser und die Saxofonisten Oleg Berlin und Fred Schneider-Mohr von „SaxHochZwo“ fanden einen vollen Saal mit einem dankbaren Publikum vor. „Ihr seid so interessiert und aufmerksam, dass ich auch mal dieses leise Lied singen konnte. Danke dafür“, lobte Schneider-Mohr die Zuhörer, nachdem er einen Titel von Elvis Presley interpretiert hatte. Und er wünschte sich, dass er mit seinem Freund Berlin noch viele Konzerte in dieser angenehmen Atmosphäre im und am Steinbruch spielen kann.