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Festival junger Film
Start in ein filmreifes Wochenende

Großer Andrang herrschte in der Stadthalle zum Auftakt des Festivals „filmreif“.
Großer Andrang herrschte in der Stadthalle zum Auftakt des Festivals „filmreif“. FOTO: Selina Summer
St. Ingbert. Fürs „Bundesfestival junger Film“ wird St. Ingbert kurzerhand zur Kulturhauptstadt ernannt. Von Selina Carolin Summer

Vier Tage, über 70 Filme. Insgesamt 10 000 Euro Preisgeld, über 60 freiwillige Helfer, mehr als zwei Jahre Vorbereitungszeit (wir berichteten) und ein grüner Teppich. Alleine die Zahlen von „filmreif!“ zu hören, ist beeindruckend. An diesem Wochenende findet das „Bundesfestival junger Film“ zum ersten Mal in St. Ingbert statt. Von Rostock kam es ins Saarland. Die Idee hier ein Festival zu veranstalten stammt von Jörn Michaely, dem künstlerischen, und Daniel Roschy, dem organisatorischen Leiter der Veranstaltung. Die beiden Saarländer haben Überzeugungsarbeit geleistet und zwei Jahre für das gearbeitet, was die St. Ingberter noch bis Sonntag erleben dürfen.


Dreh- und Angelpunkt des Festivals ist die Stadthalle. Bereits am Donnerstagabend flanierten Filmemacher, Juroren und Filmbegeisterte dort zur Eröffnung über den grünen Teppich. Moment, grün? Ja, tatsächlich. Denn Nachhaltigkeit ist auch bei „filmreif!“ ein großes Thema. Die symbolische Farbe zieht sich passend zur Biosphärenstadt durchs gesamte Programm. Und spätestens seit Donnerstagabend trägt St. Ingbert zumindest inoffiziell und mit einem Augenzwinkern wieder den Titel Kulturhauptstadt.

Schirmherr und Oberbürgermeister Hans Wagner ist vom jungen Publikum begeistert. Die perfekte Ergänzung zum Jazzfestival und der St. Ingberter Pfanne. Das Programm des Abends konnten die Besucher vor der aufwändig in Szene gesetzten Leinwand mit dem Kinoklassiker schlechthin genießen: frischem Popcorn.



Vor den ersten beiden Filmblöcken schlug die große Stunde derer, die während des Festivals die Rollen vor der Leinwand einnehmen: Die Jury und die Unterstützer des Projekts. Darunter auch der Verein zur Förderung der sozialen und kulturellen Belange in der Mittelstadt St. Ingbert und die Stadtwerke. Schon in den ersten beiden Filmblöcken zeigte das Festival, was es zu bieten hat: Von Humor über Gesellschaftskritik bis hin zu ernsten Themen war alles vertreten.

Über 300 Kurzfilme wurden eingereicht, keiner länger als 20 Minuten. 72 davon haben es ins Programm geschafft. In den kommenden Tagen steht ihnen die Bewertung des Fachkomitees, aber auch des Publikums bevor. Die Spielorte sind über die ganze Stadt verteilt. Im Regina-Kino sowie in der Kinowerkstatt werden genauso Aufführungen stattfinden wie im großen Open Air Kino auf dem Marktplatz. Am Sonntag Nachmittag geht es dann zur Preisverleihung in die Stadthalle, wo die unterschiedlichen Preise im Gesamtwert von 10 000 Euro verliehen werden.

Die Chance auf einen Wettbewerb bekamen allerdings nicht nur fertig gedrehte Werke. Am Freitag fand im Felsenkeller der „Junge Pitch“ statt. Neun Nachwuchsautoren hatten fünf Minuten Zeit, ein Filmkonzept zu präsentieren – und die Jury zu überzeugen. Bei vielen der Veranstaltungen ist der Eintritt frei.

Das Programm und alle Informationen auf: http://www.junger-film.de.