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Stadtwerke zeigen ihre grüne Seite

Die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter und Stadtwerke-Chef Hubert Wagner an der neuen Elektrozapfsäule in der Reinhold-Becker-Straße. Foto: Jörg Jacobi
Die Grünen-Bundesvorsitzende Simone Peter und Stadtwerke-Chef Hubert Wagner an der neuen Elektrozapfsäule in der Reinhold-Becker-Straße. Foto: Jörg Jacobi FOTO: Jörg Jacobi
St Ingbert. Von der Schokoladenseite präsentierten sich die Stadtwerke St. Ingbert beim Besuch von Grünen-Chefin Simone Peter. Geschäftsführer Hubert Wagner erläuterte die Strategie bei Klimaschutz, Energiesparen und Elektromobilität. Joachim Schickert

Die Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen, Simone Peter , war am Mittwochnachmittag bei den Stadtwerken in St. Ingbert zu Gast. Themen der Grünen-Chefin mit Stadtwerke-Geschäftsführer Hubert Wagner waren unter anderem das neue Verwaltungsgebäude, das als Passivhaus errichtet wurde, und die neu installierten Ladesäulen der Blieskasteler Firma Hager für Elektrofahrzeuge bei den Stadtwerken und am "blau" (wir berichteten). Wie Wagner erläuterte, wurde das neue Gebäude der Stadtwerke in der Reinhold-Becker-Straße Ende Mai von den 55 Mitarbeitern bezogen. Für 3,5 Millionen Euro entstand in 14 Monaten Bauzeit ein Passivhaus. Unter einem Passivhaus wird ein Gebäude verstanden, das aufgrund seiner guten Wärmedämmung und dem Funktionsprinzip, mittels Wärmetauscher Lüftungswärmeverluste zu vermeiden, in der Regel keine klassische Gebäudeheizung benötigt. Wie Wagner weiter erläuterte, seien Passivhäuser zehn bis 15 Prozent teurer als normale Gebäude , was sich allerdings durch die Energieeinsparungen auf Dauer rechne. "Ein Passivhaus verbraucht 90 Prozent weniger Heizwärme als ein herkömmliches Gebäude im Baubestand", so der Stadtwerkechef. Dadurch bliebe das Heizen auch in Krisenzeiten bezahlbar. Auch sei das Gebäude hochwirksam gedämmt, für gleich bleibend frische Luft sorge eine Lüftungsanlage, in der eine Wärmerückgewinnung die Wärme der Abluft wieder verfügbar mache. Das Ganze sorge für "thermische Behaglichkeit".



Der Stadtwerke-Chef erläuterte der ehemaligen saarländischen Umweltministerin Peter die Aktivitäten des Unternehmens im Klimaschutz . Er verwies auf das Biomasseheizwerk im Gewerbegebiet DNA. Rund 1500 Tonnen Hackschnitzel würden pro Jahr dort eingesetzt. Im Bereich Photovoltaik gebe es aktuell in St. Ingbert 572 Anlagen, neun von den Stadtwerken. Die Nähe zum Flughafen verhindere eigene Windkraftanlagen, Beteiligungen gebe es allerdings an den Windparks Saar, Meckel/Gilzem in der Eifel sowie Oberthal. Im Bereich Energiesparmaßnahmen verwies Wagner auf die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik. Von den rund 6600 Straßenlaternen seien bisher 1800 Lampen umgestellt. Zur Förderung des Energiesparens gewährten die Stadtwerke ihren Kunden Zuschüsse für energieeffiziente Haushaltsgeräte, auch Elektro-Fahrräder und -Autos würden bezuschusst. Zudem habe man 2007 eine Erdgastankstelle errichtet. Simone Peter lobte die Stadtwerke als "starke Vertrauenspartner für die Kunden". Sie sprach sich für den Ausbau regenerativer Energien und den verstärkten Einsatz von Elektroautos aus.

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