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Stadtgeschichte auf neuestem Stand

Barbara Schönecker-Müller und Konrad Weisgerber haben das neu aufgelegte „St. Ingbert in der Geschichte“ vorgestellt. Rechts im Bild SZ-Redakteur Manfred Schetting. Foto: Yvonne Handschuher
Barbara Schönecker-Müller und Konrad Weisgerber haben das neu aufgelegte „St. Ingbert in der Geschichte“ vorgestellt. Rechts im Bild SZ-Redakteur Manfred Schetting. Foto: Yvonne Handschuher FOTO: Yvonne Handschuher
St Ingbert. Die wichtigstes Daten, die Dengmerter, ob Jung oder Alt, über die Historie ihrer Heimatstadt wissen sollten, finden sich in der Broschüre „St. Ingbert in der Geschichte“. Das vom Heimat- und Verkehrsverein herausgegeben Heft mit Texten und Illustrationen gibt es jetzt in einer neu bearbeiteten Auflage. Manfred Schetting

. Was die St. Ingberter zur Historie ihrer Heimatstadt wissen, das wissen sie meist aus ihrer Schulzeit und dem Heimat- oder Sachkundeunterricht. Und dort wurde in den vergangenen Jahren gern eine Broschüre mit dem Titel "St. Ingbert in der Geschichte " genutzt, die der Heimat- und Verkehrsverein herausgegeben hat.



Doch der illustrierte Streifzug durch die Jahrhunderte ist selbst zunehmend in die Jahre gekommen. "Unsere Broschüre war auf dem Stand Anfang der 2000er Jahre, deshalb fehlten wichtige Ereignisse aus St. Ingberts jüngerer Vergangenheit", sagt Konrad Weisgerber. "Und auch die Sprache in der Broschüre war gerade für Schulkinder ein eher unverständliches Historikerdeutsch."

Beide "Schwachpunkte" sind jetzt mit einer überarbeiteten Version von "St. Ingbert in der Geschichte " behoben, die der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins in unserer Redaktion vorstellte. Was hat sich seit der Jahrtausendwende an Historischen getan? Allem voran der Brand der Josefskirche, deren Wiederaufbau mit der Glockenweihe vollendet wurde. Aber auch die beiden Ingobertus-Statuen, neue Firmen auf dem Drahtwerk Nord Areal, das neue Schwimmbad "das blau" oder der neue Status als Biosphärenstadt gehören jetzt zu Weisgerbers Aufzählung all dessen, was im St. Ingberter Geschichtsgedächtnis künftig bewahrt bleiben soll.

Damit die Geschichten auch verstanden werden, hat sich der Heimat- und Verkehrsver€ein zudem die Unterstützung von Barbara Schönecker-Müller geholt. Die aus St. Ingbert stammenden Grundschullehrerin hat die Texte in eine vereinfachte Sprache umgesetzt. "Ich habe mir eine heutige Schulklasse im Sachkundeunterricht vorgestellt und versucht die Kinder im Textverständnis dort abzuholen, wo sie sind", erläuterte die Lehrerin beim Redaktionsbesuch.

Doch bei aller Neuerung habe man nicht versucht, bei "St. Ingbert in der Geschichte " alles auf den Kopf zu stellen. Schon gar nicht bei der Illustration. Auch das ist Konrad Weisgerber wichtig. So hat der Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins die hinzukommenden Ereignisse selbst in Zeichnungen umgesetzt, die Illustration der früheren Epochen zeigt aber weiterhin die künstlerische Handschrift der St. Ingberters Dieter Trost. Auch der Geschichtsfries oder eine Karte St. Ingberts Gemarkungsgrenzen haben Bestand - er ergänzt und verfeinert.

Und das Titelbild von Dieter Trost aus der Auflage von 2004 hat der Heimat- und Verkehrsverein ebenfalls beibehalten. "Und das ganz bewusst", wie Konrad Weisgerber betont. "Dieses Bild steckt voller Anspielungen auf St. Ingbert und seine Geschichte ." Wer die Motive kenne, kenne auch St. Ingbert . Das wiederum ist die Idee hinter einem Rätsel für schlaue Dengmerter, dessen 20 Fragen zur Stadtgeschichte jetzt zu der Broschüre gehören.

Der Beitrag zur Heimatkunde richtet sich an Jugendliche, Schüler und Lehrer. Und unter den Schülern ganz speziell an Drittklässler. Denn in dieser Klassenstufe ist die Heimatkunde noch immer fester Teil des Sachkundeunterrichts. Deshalb wird der Heimat- und Verkehrsverein "St. Ingbert in der Geschichte " nach den Sommerfreien in allen dritten Klassen der St. Ingberter Grundschulen verteilen. Alle anderen heimatkundlich Interessierten können das kleine Kompendium zur Stadtgeschichte für fünf Euro bei der Buchhandlung Friedrich oder an der Infotheke im St. Ingberter Rathaus erwerben.

Die populär gehaltene Broschüre will im Übrigen keine wissenschaftlich fundierte Stadtgeschichte ersetzen. Das räumt Weisgerber ein. Doch eines sei auch klar: "Wenn jeder St. Ingberter so viel von unserer Heimat wüsste, wie er auf diesen gut 30 Seiten lesen kann, wäre ich hochzufrieden."

Anschauliche Historie: So illustrierte Konrad Weisgerber für die Broschüre den Brand der Josefskirche. Foto: SZ
Anschauliche Historie: So illustrierte Konrad Weisgerber für die Broschüre den Brand der Josefskirche. Foto: SZ FOTO: SZ