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| 21:27 Uhr

Sportplatz in Hassel
Sportplatz soll einen Ballfangzaun bekommen

Wenn auf dem Kunstrasenplatz der SG Hassel quer gespielt wird, dann landen häufiger Bälle in den Gärten der nahe gelegenen Grundstücke (im Hintergrund). Daran ändert auch ein zwei Meter hoher Zaun nichts. Foto: Cornelia Jung
Wenn auf dem Kunstrasenplatz der SG Hassel quer gespielt wird, dann landen häufiger Bälle in den Gärten der nahe gelegenen Grundstücke (im Hintergrund). Daran ändert auch ein zwei Meter hoher Zaun nichts. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
HasseL. Stadt St. Ingbert will für den Schutz der Anwohner 17 000 Euro investieren - zu viel und unverhältnismäßig, meint der Ortsrat Hassel. Von Cornelia Jung

Die SG Hassel ist „in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert“, wie der erste Vorsitzende der Abteilung Fußball, Rudi Altmeyer, sagt. Sieben Jugend- und drei Herrenmannschaften sorgen dafür, dass der 2008 angelegte Kunstrasenplatz gut genutzt, manchmal sogar von verschiedenen Mannschaften parallel bespielt wird. Aber gerade wenn die jungen Fußballer auf den beiden kleineren Felder, auf denen quer gespielt wird, in Aktion sind, fliegt ab und an ein Ball über den gerade mal zwei Meter hohen Seitenzaun, der nur im Bereich der Tore eine Höhe von sechs Metern erreicht. Insgesamt ist der Zaun aber zu niedrig, um das neun Meter entfernte Haus einer Hasselerin, das zudem noch tiefer als der Platz liegt, vor heranfliegenden Bällen zu schützen. Vor dem Bau des Kunstrasenplatzes fingen noch einige Bäume fehlgeleitete Bälle ab, doch diese mussten vor den Baumaßnahmen weichen.

Zwar sind es nur Bälle, die in den Garten der Anwohnerin fliegen, doch diese hat Angst, dass ihr kleiner Sohn oder andere Personen ernsthaft von den Geschossen getroffen werden. In den vergangenen drei bis vier Jahren seien besonders viele Fußbälle auf dem Grundstück der Familie, und auch von deren Nachbarn, gelandet. Die dort wohnenden Hasseler sind nicht nur genervt, sondern halten die Situation auch für gefährlich.

Seit Jahren kämpfte die Anwohnerin mit der Verwaltung um einen höheren Zaun, um das Risiko, vom Ball getroffen zu werden, zu minimieren. Lange fühlte sie sich nicht ernst genommen und hingehalten, weshalb sie einen Anwalt einschaltete. Die Stadtverwaltung suchte eine gütliche Einigung, um zu vermeiden, dass der Spielbetrieb auf dem Kunstrasenplatz eingeschränkt wird. Im September reagierte sie auf die teils „massiven Beschwerden“ und teilte daraufhin mit, dass sie einen Ballfangzaun in angemessener Höhe bauen wolle, um zu zeigen, dass sie als Eigentümerin der Sportanlage die Probleme der Anlieger ernst nehme. Der Stadt liege daran, dass sich einerseits die SG Hassel entwickeln könne, aber auch die Wohnqualität im Umfeld nicht leide.

Als der Platz gebaut wurde, war eine seitliche Ballfanganlage nicht für notwendig erachtet worden. Mittlerweile gebe es Rechtssprechungen, die in solchen Fällen ganz klar zugunsten der Anwohner entschieden, wie es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung hieß. Auch vom Deutschen Fußballbund werde die Errichtung solcher Ballfangnetze als notwendig erachtet. Für solch ein Netz, in Hassel solle es rund 25 Meter lang und sechs Meter hoch sein, wurde im Oktober ein entsprechender Bauantrag und bei der Sportplanungskommission ein Antrag auf Bezuschussung der Sicherungsmaßnahme gestellt.

Ursprünglich hatte man im Rathaus mit Kosten im vierstelligen Bereich gerechnet. Nach dem Einholen von Angeboten liege der Preis nun voraussichtlich bei 17 000 Euro. Zuviel, meinte der Ortsrat in seiner jüngsten Sitzung. Außerdem habe man Bedenken, dass dann die Wiese am Spielfeldrand wegfalle, wenn der Zaun am Rand der Anlage errichtet werde. Das schränke die Nutzungsmöglichkeit sehr ein, meinte der Ortsrat. Das Verfahren der Stadt wird im Gremium als „Schnellschuss“ empfunden, der obendrein noch teuer sei.

„Bisher ist nicht belegt, wie viele Bälle über den Zaun geflogen sind“, sagt Ortsratsmitglied Andreas Abel (CDU), der gleichzeitig Erster Vorsitzender der SG Hassel ist und den Pächter des Vereinsheims sowie den Sportverein in dieser Sache anwaltlich vertritt. Andererseits war von einer „stattlichen Sammlung an Bällen“ die Rede, die eine Anwohnerin mittlerweile auf diese Weise zusammengetragen habe.

Der Kern des Problems sei aber wohl eigentlich der „Lärm“, der vom angrenzenden Vereinsheim ausgehe. „Eine zumutbare Beeinträchtigung muss man hinnehmen“, findet Abel. „Eine Beleuchtungsanlage für 7000 Euro kriegt die Stadt nicht hin, aber dann sowas“, sagte ein Ortsratsmitglied, „mich stören die 17 000 Euro für einen Zaun, die Optik und dass ein Anwohner alle im Treiben hält.“ Man halte die Kosten für unverhältnismäßig. Nun wolle man als Ortsrat gemeinsam mit der SG das Gespräch mit der Anwohnerin suchen, um den Zaun vielleicht doch noch abzuwenden.

Wenn auf dem Kunstrasenplatz der SG Hassel quer gespielt wird, dann landen häufiger Bälle in den Gärten der nahe gelegenen Grundstücke (im Hintergrund). Daran ändert auch ein zwei Meter hoher Zaun nichts.
Wenn auf dem Kunstrasenplatz der SG Hassel quer gespielt wird, dann landen häufiger Bälle in den Gärten der nahe gelegenen Grundstücke (im Hintergrund). Daran ändert auch ein zwei Meter hoher Zaun nichts. FOTO: Cornelia Jung