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Telefonhäuschen
SPD erwirkt Abriss-Stopp für Telefonzelle am Markt

Dieses Telefonhäuschen will die SPD umfunktionieren.
Dieses Telefonhäuschen will die SPD umfunktionieren. FOTO: Mathilde Thiel
St. Ingbert. Die Telekom Deutschland GmbH hat entschieden, über den Rückbau der Telefonzelle am Marktplatz, in der Rickertstraße 23, in St. Ingbert neu zu beraten. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch der SPD-Ortsratsfraktion mit. Grund hierfür sei die Protestnote der SPD St. Ingbert um Siegfried Thiel und Thea Marmit-Latz. Wie es in der Mitteilung des Unternehmens heißt, hoffe man, bis Ende des Monats April eine Entscheidung getroffen zu haben. red

Die Telekom Deutschland GmbH hat entschieden, über den Rückbau der Telefonzelle am Marktplatz, in der Rickertstraße 23, in St. Ingbert neu zu beraten. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch der SPD-Ortsratsfraktion mit. Grund hierfür sei die Protestnote der SPD St. Ingbert um Siegfried Thiel und Thea Marmit-Latz. Wie es in der Mitteilung des Unternehmens heißt, hoffe man, bis Ende des Monats April eine Entscheidung getroffen zu haben.


Auf Antrag der SPD-Ortsratsfraktion hat der Ortsrat St. Ingbert-Mitte beschlossen, die zum Abriss vorgesehene Telefonzelle am Marktplatz in einen öffentlichen Bücherschrank umzuwandeln. Ein solcher Schrank diene dazu, Bücher kostenlos, anonym und ohne jegliche Formalitäten zum Tausch oder zur Mitnahme anzubieten. Öffentliche Bücherschränke erfreuten sich bundesweit großer Beliebtheit. Gelungene Beispiele für die Umwidmung von Telefonzellen in Bücherschränke finden sich in Saarbrücken und Wadern.

Wie die SPD weiter mitteilte, habe der Beschluss des Ortsrates auch in der St. Ingberter Bevölkerung großen Zuspruch gefunden. Nicht nur die sinnvolle Nutzung, sondern auch der damit verbundene nachhaltige Umgang mit Ressourcen spreche für die Weiterverwendung der Telefonzellen. Umso unverständlicher erschien, dass die Telekom in fetten Lettern zuvor mitgeteilt hatte, dieses Telefonhäuschen ersatzlos abbauen zu wollen.



„Diese Gründe möchte ich gerne kennen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Siegfried Thiel. „Die Telekom verfährt hier nach dem Prinzip ‚Vogel friss oder stirb’. Wenn es vernünftige Gründe für einen Abriss der Telefonzelle gibt, dann soll man uns diese nennen.“ Dass solche Gründe wirklich vorliegen, zweifelt Thiel an. Er verweist auf einen gleichgelagerten Fall in Saarbrücken, wo nach einem Einschreiten des Stadtverbandspräsidenten die Telefonzelle an ihrem ursprünglichen Platz verbleiben konnte. Geradezu grotesk findet Thiel das Angebot der Telekom, die bestehende Telefonzelle durch eine bei ihr zu erwerbende gebrauchte Telefonzelle zu ersetzen.

Der daraufhin angekündigte Protest der SPD-Ortsratsfraktion an das Telekomunikationsunternehmen hat nun zumindest für einen Aufschub des Abrisses der Telefonzelle gesorgt.

Für die nächste Ortsratsratssitzung will die SPD zudem die Verabschiedung einer Resolution für den Verbleib der Telefonzelle beantragen. In dieser Sitzung, heißt es in der Mitteilung, sollte die Telekom Gelegenheit erhalten, sich in der Frage zu erklären.