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Orgelonzert
Sinfonien bei der Orgelmatinee

Christian von Blohn spiielt bei der Orgelmatinee Werke von Charles Widor.
Christian von Blohn spiielt bei der Orgelmatinee Werke von Charles Widor. FOTO: Rich Serra
St. Ingbert. Die nächste Orgelmatinee in der St. Ingberter Hildegardkirche findet am Sonntag, 2. Dezember statt und beginnt wie gewöhnlich um 11 Uhr nach dem Gottesdienst. Christian von Blohn präsentiert im Hinblick auf das Widor-Jahr 2019 (175. red

Geburtstag) als Vorschau einen Querschnitt aus verschiedenen Orgelsinfonien. Widor komponierte zehn Orgelsinfonien, die alle im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts entstanden. Er überträgt dabei die Form und Klanglichkeit der Orchestersinfonie auf die Orgel. Sein Ziel ist es, die Orgel als eigenständigen und ebenbürtigen Klangkörper zu etablieren, ohne eine reine Imitation von Orchesterklängen zu erzeugen. Eine maßgebliche Inspirationsquelle sind ihm dabei die Orgeln des genialen Orgelbaumeisters Cavaillé-Coll, dessen Opus maximum ihm in der Pariser Pfarrkirche Saint Sulpice zur Verfügung stand. Widor war seit 1870 Titularorganist an Saint Sulpice und bekleidete dieses Amt bis ins Jahr 1934. Widor gilt gemeinhin als der Begründer der Orgelsinfonie, wobei er alle klanglichen Möglichkeiten der Orgel ausschöpft und eine virtuose Spieltechnik einführt.


Die ersten vier Sinfonien op. 13/1-4 erscheinen 1872. Sie kombinieren klassizistische „Préludes“ und „Fugues“ mit romantischen Charakterstücken wie „Andante Cantabile“, „Adagio“ und pompöse „Marches“ und „Finals“. Die Sinfonien op 42/1-4 erscheinen zwischen 1879 und 1887 und zeigen Widor auf dem Höhepunkt seines kompositorischen Schaffens. Diese Werke verlangen eine virtuose Beherrschung des Instruments und zeichnen sich durch großartige Klangwirkungen und raffinierte Satztechniken aus. Das bekannteste Stück aus dieser Periode ist die Schlusstoccata der fünften Sinfonie. Die beiden letzten Sinfonien op. 70 (1894) und op. 73 (1899) sind von eher ruhigem, spirituellem Charakter und weisen in ihrer Tonsprache in die Zukunft. Widor verwendet in diesen beiden Sinfonien gregorianische Motive, die sich leitmotivartig durch das ganze Werk ziehen. Auf dem Programm der Matinee stehen einzelne Sätze aus den Sinfonien Nr. 2, Nr. 5, Nr. 8, Nr. 10 und ein Satz aus „Bach’s „Memento“.

Der Eintritt zur Matinee ist frei, Spenden zur Erhaltung der Orgel der Hildegardkirche sind willkommen.