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Handball
SGH und TVN müssen sich neu ordnen

Niederwürzbachs Johannes Leffer beim Wurf. Gemeinsam mit seinem Bruder David hängt er nach dieser Saison die Handballschuhe an den Nagel.
Niederwürzbachs Johannes Leffer beim Wurf. Gemeinsam mit seinem Bruder David hängt er nach dieser Saison die Handballschuhe an den Nagel. FOTO: Horst Klos_Friedrich-Ebert-Str.2 / Horst Klos (Klosfoto)
Niederwürzbach/St. Ingbert. Sowohl die SGH St. Ingbert und der TV Niederwürzbach stehen vor einem wegweisenden Umbruch. Beide Mannschaften verjüngen die Kader zur neuen Saison massiv. Von Lucas Jost

Die Handball-Saarlandliga-Saison ist fast vorbei. Am Wochenende steht der letzte Spieltag der Saison 2017/2018 auf dem Programm. Der Tabellensiebte SGH St. Ingbert tritt im letzten Saisonspiel am Samstag um 19.30 Uhr beim Tabellennachbarn TuS Brotdorf an. Und er steht vor einem Einschnitt. Kreisläufer Karsten Roser, Kapitän und Rückraum Mitte Philip Forster, Rechtsaußen Christian Schauer und Kreisläufer Benjamin Sauder werden nach der Saison nicht mehr für die erste Mannschaft auflaufen.


Sauder blickt auf die Saison zurück: „Wenn man die letzten beiden Spiele gegen den Ersten HWE Homburg und den Zweiten HSV Merzig/Hilbringen sieht, sieht man wozu wir fähig sind“, sagt er mit Blick auf die knappe 32:33-Niederlage in der Viez-Stadt und das 31:31-Unentschieden gegen den frisch gebackenen Meister am vergangenen Wochenende. „Es hat sich bei uns angedeutet, dass wir besser spielen können, als wir es die ganze Zeit getan haben“, fasst Sauder zusammen und bestätigt damit genau den Eindruck, den Sven-Malte Hoffmann hat. Der ehemalige Zweitliga-Spieler Hoffmann wird ab Saisonende das Traineramt offiziell übernehmen, arbeitete aber seit Januar mit Übungsleiter Christoph Luck zusammen. „In der Mannschaft steckt mehr drin als es die Tabelle zeigt. Ich bin der Meinung, dass man mit dem Kader unter die ersten fünf hätte kommen können. Man sieht, dass die jungen Leute wollen. Sie hören, sie ordnen sich mehr unter.“

In der Runde war das größte Problem der SGH die Konstanz. Teilweise stand sich die Mannschaft selbst im Weg, getreu dem Motto „Viele Köche verderben den Brei“. „Wir spielen noch zu langsam, das sieht manchmal ein wenig behäbig aus. Da ist noch viel Potenzial nach oben. Aber das wird meine Aufgabe in der Vorbereitung sein“, beschreibt Hoffmann, der dieser Aufgabe mit Vorfreude entgegenblickt.



Einen noch größeren Umbruch wird es bei dem Lokal-Rivalen der SGH geben. Beim TV Niederwürzbach werden neben dem ehemaligen Regionalliga-Spieler und Co-Kapitän Johannes Leffer vier weitere Spieler aus der 1. Mannschaft ausscheiden. Dies sind sein Zwillingsbruder und Mannschaftskapitän David Leffer, Fabian Germann (Linksaußen), Julian Ternette (Kreisläufer) und Thorsten Bas (Rechtsaußen): Allesamt schrieben sie die Erfolgsgeschichte des TVN mit, der sich in den vergangenen Jahren zu einem der erfolgreichsten saarländischen Vereine transformierte.

Vom Aufstieg aus der Verbandsliga in die Saarlandliga (Saison 2014/2015) zum direkten Titelgewinn in der höchsten saarländischen Spielklasse. Und vom Titel als Aufsteiger zur Titelverteidigung im zweiten Jahr. Damit einher ging die Teilnahme an der Qualifikation zur RPS-Oberliga. Außerdem nahm der Klub in dieser Zeit zwei Mal am Pokal-Final-Four-Turnier teil und trat dort gegen Oberligisten an. Und auch in dieser Saison hält Niederwürzbach vor dem letzten Saisonspiel bei den Handballfreunden Illtal II (Samstag, 19.30 Uhr, Sporthalle Uchtelfangen) mit Platz drei eine Spitzenplatzierung. Sogar der Vize-Titel ist theoretisch noch erreichbar.

Diese Leistungen auch im neuen Jahr zu erreichen, wird in Anbetracht des Umbruches aber kaum möglich sein. „Wenn eine jüngere Mannschaft auf dem Platz steht, fehlt es an Erfahrung. Da muss der Trainer das Konzept in Abwehr und Angriff ein bisschen anpassen. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Mannschaft in der gleichen Position landen wird wie in den vergangenen drei Jahren. Wir gehen da aber völlig ohne Druck rein. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, dass wir uns noch ergänzen. Da laufen noch ein paar Gespräche“, erklärt Handball-Abteilungsleiter Arno Gebhardt, der aber erklärt, dass es keine spektakulären Transfers geben wird. „Andere Vereine gehen mit dem Klingelbeutel durchs Land. Wir setzen auf den Nachwuchs. Die Verantwortung muss sich in der nächsten Saison eben auf mehrere Schultern verteilen.“