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Dengmerrter Narrezunft
Dengmerter Narren feierten grenzenlos

Die Schnullerbrigade der DNZ demonstrierte bei einer technischen Panne während der Sessionseröffnung in der Eisenberghalle, was es heißt, wie Profis zu reagieren.
Die Schnullerbrigade der DNZ demonstrierte bei einer technischen Panne während der Sessionseröffnung in der Eisenberghalle, was es heißt, wie Profis zu reagieren. FOTO: Cornelia Jung
Hassel. „Narren ohne Grenzen“ ist das Sessionsmotto der DNZ. Vielfältige Interpretationen dieses Mottos zeigte der Verein bei der Sessionseröffnung.

Die Sessionseröffnung ist für Karnevalsvereine immer etwas besonderes. Da werden befreundete Vereine eingeladen, personelle Veränderungen und das diesjährige Motto bekanntgegeben und die Reaktionen des Publikums auf die Programmpunkte „getestet“. Natürlich bekommen die verschiedenen Gruppen auch einen Überblick über ihren Leistungsstand. Nicht anders war das am vergangenen Samstag bei der Sessionseröffnung der Dengmerter Narrezunft in der Eisenberghalle. Sitzungspräsident Markus Seel schien auf diesen Tag regelrecht hingefiebert zu haben. „Endlich ist es wieder soweit“, rief er von der Bühne und legte sich als Moderator und Animateur mächtig ins Zeug.


An diesem Mann blieb kein Fitzelchen trocken, so sehr ging er in diesen närrischen Stunden mit. Sein Jackett und das Kleid seiner Frau Nicole, alias Zeremonienmeisterin Nicoletta von Lendelfingen, gaben mit dem mit einer Weltkarte bedruckten Stoff bereits bildlich das Motto vor. In diesem Jahr hatte man sich nämlich für das Motto „Narren ohne Grenzen“ enschieden. Zum einen deshalb, weil man laut Elferratspräsident dem „aktuellen Zeitgeschehen bewusst den Spiegel vorhalten“ wollte, zum anderen auch, um den Akteuren im Tanzbereich die Möglichkeit der freien künstlerischen Entfaltung zu geben. Außerdem wolle der Verein damit ein Zeichen setzen und zeigen, dass die DNZ für Toleranz, Integration und Vielfalt stehe und niemand ausgegrenzt werde, wie der neue Vorsitzende, Thomas Zeimet sagte.

Er dürfte diese Tugenden in der DNZ bereits erfahren haben, denn er kommt vom NKV Elversberg und ist damit nach hiesigem Verständnis ein Auswärtiger. Doch er fühlt sich in den Reihen der DNZ pudelwohl und hatte für die Narren im Saal gleich Neuigkeiten im Gepäck. Im kommenden Jahr wird bei der DNZ der legendäre Speckball als „Speck-Friday“ wiederbelebt. Außerdem freuten sich die „Grün-Gelben“ über ein neues Kindertanzpaar, eine neue Tanzgruppe sowie 40 Neumitglieder. Was die „alten Hasen“ zu bieten haben, darauf kann die DNZ stolz sein. Bei der „Generalprobe“ zu Beginn der fünften Jahreszeit zeigten schon die ganz Kleinen, was es heißt, beim Auftritt diszipliniert zu sein, denn die Schnullerbrigade musste nach ihrem Einmarsch lange auf das richtige Lied warten. Und das taten sie wie die Profis – beinahe regungslos verharrten sie in ihrer Position.



Klar, dass der Applaus für die Jüngsten der DNZ nach ihrem „Regenbogentanz“ besonders kräftig ausfiel. Mariechen Leonie Milster vom KV Eulenspiegel hatte Markus Seel erst vor ein paar Wochen kennengelernt und sich „schockverliebt“, wie er sagte. Für das quirlige Mädel brauche es auch einen schnellen „Narhalla-Marsch“, forderte er die Technik auf. Doch die hatte an jenem Abend kein leichtes Spiel, denn immer wieder gab es kleine Pannen. Gut, dass die DNZ per Motto zur Toleranz aufgerufen hatte, die selbstverständlich auch für die Jungs an den Reglern galt. Man habe bei der Veranstaltung den Fokus auf den Tanz gelegt, weil die Akustik der Halle nicht die Beste sei, so der Moderator. Gut so, denn jedes Jahr aufs Neue sind es die Tänze, die mit größter Spannung erwartet werden.

Alle Mariechen waren in Top-Form. Eines tanzte nicht nur, sondern richtete ihre Wort an das närrische Publikum. Es war Überraschungsgast Luisa Welsch, die die DNZ und das Saarland aus beruflichen Gründen verlassen hatte, in ihrer neuen Heimat dem Tanz treu geblieben ist und nun „unfassbar glücklich ist, dass ich nochmal die Chance hatte, im Saarland zu tanzen“. Nun in der Uniform ihres neuen Vereins der „Rote Husaren“.

Die neuen Schautänze der Juniorengarde und des Tanz Corps kamen beim Publikum hervorragend an. Nur um künftigen Gästen nicht zuviel zu verraten: es ging um Bademäntel und Friseurkittel. Und damit übertraten sie keinesfalls die Grenzen des guten Geschmacks. Grenzenlos in die Nacht ging es später mit Partysängerin Vanessa weiter.