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Zukunft des Finanzamtes
Servicestelle für Steuerzahler bleibt

Das Finanzamt in der Rentamtstraße in St. Ingbert.
Das Finanzamt in der Rentamtstraße in St. Ingbert. FOTO: Manfred Schetting
St. Ingbert. Das Finanzministerium tritt Gerüchten, dass das Finanzamt in St. Ingbert in diesem Jahr geschlossen werde, entschieden entgegen.

Seit einigen Tagen wurde in St. Ingbert immer vernehmlicher über die Zukunft des hiesigen Finanzamtes gemunkelt. Auch solche Leute, die es wissen sollten, erzählten hinter vorgehaltener Hand, die Dienststelle der Finanzverwaltung in der Rentamtstraße würde noch in diesem Jahr dicht gemacht. Auf Nachfrage unserer Zeitung tritt das saarländische Finanzministerium solchen Gerüchten aber entschieden entgegen. „Es ist nicht geplant, die Außenstelle des Finanzamtes Homburg in St. Ingbert zu schließen“, teilte die Sprecherin des Ministeriums mit.


In Saarbrücken machte man aber zugleich klar, dass für das Finanzamt St. Ingbert sehr wohl Veränderungen anstehen. Demnach sollen Bereiche, die zurzeit noch in St. Ingbert untergebracht sind, nach Homburg verlagert werden. Im Gegenzug wiederum sollen andere Bereiche und Beschäftigte der Finanzverwaltung in St. Ingbert arbeiten.

Diese Änderungen vollziehen sich im Übrigen im Rahmen der Restrukturierung, die in der saarländischen Finanzverwaltung schon seit 2014 erfolgt. Im Projekt „Finanzamt 2020“ hatte das Ministerium damals mit den Gewerkschaften und Interessenvertretungen der in den Finanzämter Beschäftigen vereinbart, wie ein Umbau der Finanzverwaltung erfolgen kann. Notwendig war eine solche Neustrukturierung vor allem, weil in der Finanzverwaltung bis zum Jahr 2020 insgesamt 152 Vollzeitstellen abgebaut werden sollen.



Die organisatorischen Veränderungen im Finanzamt Homburg, zu dem seit 2005 das St. Ingberter Finanzamt als Außenstelle gehört, seien Teil des im Saarland vereinbarten Gesamtpakets zur Neustrukturierung, heißt es aus dem Ministerium. Wie genau die Veränderung bei Personal und Aufgaben in St. Ingbert und Homburg aussehen werden, sei aber noch nicht klar. Hierzu würden derzeit erste Planungsszenarien erstellt.

Zugleich gibt es eine wichtige Botschaft für die St. Ingberter Bürger. Ihnen droht kein weiterer Ausstattungsverlust bei öffentlichen Dienstleistungen vor Ort. „In St. Ing-

bert verbleibt auf jeden Fall das Service-Center, so dass eine Anlaufstelle für Steuerpflichtige auch zukünftig in der Mittelstadt erhalten wird“, verspricht das Finanzministerium.

Auch eine vermeintliche Stärkung des Behördenstandortes Anfang 2015 werde nicht zurückgedreht. Die Kontrollstelle für EU-Fonds (KEUF) als Außenstelle des saarländischen Ministeriums für Finanzen und Europa, die vor knapp drei Jahren von Saarbrücken in ein Hintergebäude des Finanzamtes St. Ingbert verlagert worden war, bleibt in der Rentamtstraße. Schon bei der Vorstellung dieses Umzugs hatte der saarländische Finanzminister Stephan Toscani betont, mit der Neuansiedlung der KEUF und dem Erhalt des Servicecenters im Finanzamt in der Rentamtstraße würde der Behördenstandort St. Ingbert und die damit verbundenen Arbeitsplätze gesichert.

Toscani hatte damals aber auch angekündigt, eine weitere Organisationseinheit des Finanzministeriums solle von Saarbrücken zum Finanzamt nach St. Ingbert verlagert werden. Dazu ist es aber nicht gekommen.

Das Finanzamt in der Rentamtstraße in St. Ingbert. Foto: Manfred Schetting
Das Finanzamt in der Rentamtstraße in St. Ingbert. Foto: Manfred Schetting FOTO: Manfred Schetting