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Schulanfang
Schultüte mit fairem und regionalem Inhalt füllen

Ein Schuljunge spitzt in seine Schultüte.
Ein Schuljunge spitzt in seine Schultüte. FOTO: dpa / Karl-Josef Hildenbrand
St. Ingbert/Bliestal. In weniger als einem Monat steht für rund 1100 Kinder aus dem Saarpfalz-Kreis der große Sprung von den Kindertagesstätten in die Grundschulen bevor. Zum ersten Schultag am 6. August gehört dann nicht nur die Begrüßungsveranstaltung, sondern auch das neue Klassenzimmer, die neuen Lehrer und eine vollgepackte Schultüte mit Spiel- und Naschzeug. red

„Doch warum die Schultüte nicht auch einmal mit Produkten aus fairem Handel befüllen?“, fragt der Saarpfalz-Kreis.


Der Weltladen St. Ingbert, Kaiserstraße 20, und der Eine-Welt-Laden in Homburg, Saarbrücker Straße 9, bieten hierfür viele regionale und fair gehandelte Produkte an, und helfen mit einer guten Beratung zu den Produkten, deren Herkunft und Wertschöpfung bei der Auswahl. Traumfänger aus Indonesien, Stiftemäppchen und Kindergeldbeutel aus Indien, Sorgenpüppchen aus Peru, aber auch Schokoriegel, getrocknete Mangos und Kekse aus der Dominikanischen Republik, Ghana, Paraguay, Peru und Philippinen gehören zum Sortiment, informiert der Kreis.

Die Fairtrade-Steuerungsgruppen aus dem Saarpfalz-Kreis haben kreisweit Flyer zur Aktion „Kommt nicht in die Tüte. Oder?“ an die Kitas verteilt. Kaffee, Kakao, Bananen und Milch sind den Kindern bekannte Produkte. „Kindern zu erklären, wie Handel fair und gerecht sein kann, lässt sich an den Menschen, die auf Kakao- und Bananenplantagen arbeiten oder am lokalen Bauer erklären“, berichtet Beate Ruffing von der AG Fairtrade in der Kreisverwaltung, denn: „Globales Lernen kann nicht früh genug beginnen.“ „Die Klassen 1.2, 2.2, 3.2 und 4.2 der Grundschule Kirchberg-Schlossberg wurden im zurückliegenden Schuljahr als „faire Klasse“ ausgezeichnet. Die Erstklässler treffen so auf ein Thema, das ihnen oft über die Vorschule oder Kita vertraut ist“, ergänzt Sandy Will, Frauenbeauftragte der Stadt Blieskastel und Leiterin der dortigen Steuerungsgruppe. „Beim Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist Schultüte ein traditioneller Wegbegleiter, der globales Lernen ‚fairsüßt‘. Perspektivisch möchten wir als Fairtrade-Stadt Schülerinnen und Schüler im Primarbereich erreichen und Grundschulen in unserer Trägerschaft unterstützen, Fairtrade-School zu werden“, unterstreicht Christine Becker, Fairtrade-Beauftragte der Stadt Homburg.

Kitas, viele davon auch zertifizierte „Faire Kitas“, unterstützen die Aktion und vermitteln den Vorschulkindern bereits hier, wo die Produkte herkommen und unter welchen Bedingungen die Produzenten und deren Familien leben. Die Auszeichnung „Faire Kita“ tragen im Saarpfalz-Kreis die Protestantische Kita Schwarzenacker, die Katholische Kita St. Maria in Blieskastel-Alschbach und die Katholische Kita St. Franziskus in St. Ingbert, deren Titel vor den Sommerferien erneuert werden konnte. „In St. Ingbert finden Eltern in Ergänzung zum Weltladenangebot auch kleine Aktionstische in der fairen Kita St. Franziskus und der Kinderkirche St. Pirmin/St. Michael“, so Julia Roos, die in St. Ingbert die Fairtrade-Steuerungsgruppe leitet.