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Albert-Wiesgerber-Schule
Schüler verschönern ihre Schule

Die Klasse 4.1 arbeitete während der Projektwoche an Spielen und Sitzgelegenheiten für den Außenbereich. Die Schüler hatten sogar noch Zeit, um Buchstaben für ein Willkommensschild für ihren Klassensaal zu fertigen.
Die Klasse 4.1 arbeitete während der Projektwoche an Spielen und Sitzgelegenheiten für den Außenbereich. Die Schüler hatten sogar noch Zeit, um Buchstaben für ein Willkommensschild für ihren Klassensaal zu fertigen. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Mit Farbe, Stoff und Papier haben Kinder der Albert-Weisgerber Grundschule ihre Klassenräume und den Schulhof neu gestaltet. Von Cornelia Jung

In den vergangenen Tagen gab es keine lernenden Schüler in der Albert-Weisgerber-Schule, sondern nur nähende, malende, sägende oder bastelnde. Grund für die kreativen Tätigkeiten aller Klassen war die Projektwoche „Wir gestalten unsere Schule“.


Ursprünglich sollte Europa das Thema der vier Tage sein, doch als Schulleiterin Susanne Biermeier in einer Besprechung des Lehrerkollegiums davon sprach, dass die Schule mal wieder etwas Farbe gebrauchen könnte, wurde die Idee zur Verschönerung der Schule für die Projektwoche schnell aufgegriffen und nun erfolgreich umgesetzt. Schon beim Betreten des Schulhofs sieht man ein Ergebnis der „Maler“: Die zwei Betonröhren auf dem Spielplatz leuchten in Regenbogenfarben. Auch die auf dem Hof aufgemalten Spielbereiche und die Blumenkästen aus Beton bekommen noch Farbe.

Im Eingangsbereich der Schule begegnete man Frauen in weißen Einweg-Overalls, ähnlich denen der Spurensicherer im Krimi. Sie hinterließen ihre Spuren an der Wand. Einige Mütter sorgten mit Magnetfarbe dafür, dass es dort eine große Sonne statt eines Schwarzen Brettes gibt, an der in Zukunft die Schul-Neuigkeiten angepinnt werden. Optisch am meisten verändert haben sich die Flure. Die Wände wurden von Eltern und Lehrern Hellblau gestrichen, sodass die Schüler mit Farbtupfern Akzente setzen konnten.

In der ersten Etage entstand so ein Jahreszeiten-Baum, der immer wieder umdekoriert wird. Derzeit hat der gemalte Stamm Papierblätter, gezeichnete Blumen und Mosaikschmetterlinge schmücken seine Umgebung und auch aus Papier gefaltete Vögel und ein Fuchs bevölkern den Korridor. Zwei Türen wurden mit abstrahierten Vögeln bemalt, Keith Haring Figuren tummeln sich überall an den Wänden bei den Garderoben, die die Kinder mit viele Liebe gezeichnet haben.

Im Erdgeschoss beim Musikraum entstand das Wandbild „Peter und der Wolf“, ein Musikstück, mit dem sich die heutige 3. Klasse im vergangenen Jahr beschäftigt hatte und dass den Kindern in guter Erinnerung geblieben ist. Ein paar Meter weiter werkelte die Holzbläserklasse, die mit Helfern der Musikschule ein Glockenspiel, ein Instrument aus lauter PVC-Rohren und ein Xylofon für den Schulhof bauten. Gegenüber wurden aus Holzstücken Dominosteine zurecht geschnitten, die später die Spiellandschaft im Außenbereich vervollständigen. Dorthin kommen auch die Arbeiten einer vierten Klasse, die aus einer Kabeltrommel einen Spieltisch fertigten, auf dem man Mensch-ärgere-dich-nicht und Mühle spielen kann. Spielbretter und Figuren haben die Schüler ebenfalls selbst gemacht, genau so wie die Sitzgelegenheiten aus Baumstammstücken. Obwohl das Schleifen von Hand, das Grundieren und das Malen viel Arbeit war, fanden es alle „cool“. „Das hat alles viel Spaß gemacht“, so ein Schüler der Klasse 4.1.



Eine Förderlehrerin gestaltete eine Freundschaftsbank, auf die sich beim Spielen im Freien vor allem diejenigen setzen können, die sich gerade einen Spielkameraden wünschen. Außerdem entstanden Mobiles, Kissen für den Sitzkreis, ein Hochbeet, viele Bilder, Willkommensschilder, es wurde Kreide hergestellt und die Toilettentüren bekamen neue Piktogramme. Auch der eher schlichte Computerraum wurde mit einer gehörigen Portion Farbe verschönert – dort zieren große aufgemalte Buntstifte die Wände, ein paar Eulen sollen folgen.

Eulen wurden an den Projekttagen auch genäht. Eigentlich sind sie als Türstopper gedacht, aber derzeit sitzen sie in Schaukästen, damit sich die Eltern zum Schulfest am 26. Mai selbst davon überzeugen können, was in dieser einen Woche alles geschafft wurde. Den Erstklässlern standen bei den großen Wandbildern Paten aus der vierten Klasse zur Seite, die nicht nur Tipps gaben, wie der Pinsel richtig gehalten wird.

„Alle helfen sich gegenseitig. Es war uns wichtig, die Kinder mit einzubeziehen“, sagt Schulleiterin Susanne Biermeier, „so erleben sie das Schulhaus einmal anders und haben durch ihre Tätigkeiten hier auch mehr Bezug zu diesem Ort. Und es macht ihnen Spaß.“ Denn schließlich sollen sich die Kinder am Lernort auch wohlfühlen. Zum Schulfest werden aus den Schülern Sänger, denn dann erzählen sie mit einem selbst gedichteten Lied, was sie als Handwerker in der Projektwoche alles gelernt, erlebt und geschafft haben.