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Faszination Informatik
Schüler erleben die Faszination Informatik

Klaus Knopper von der Hochschule Zweibrücken (rechts) ließ mit seinen Erläuterungen der 3-D-Modelle den Funken der Begeisterung für Informatik auf die Schüler überspringen
Klaus Knopper von der Hochschule Zweibrücken (rechts) ließ mit seinen Erläuterungen der 3-D-Modelle den Funken der Begeisterung für Informatik auf die Schüler überspringen FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. 170 Schüler folgten gestern der Einladung ins Festo-Lernzentrum „Faszintion Informatik – Ausbildung mit Zukunftsperspektive“. Von Cornelia Jung

Ziel dieses Projektes ist es, Schülern auf unterschiedlichstem Weg, mit Vorträgen, Workshops, im persönlichen Gespräch oder an Mitmach-Stationen zu zeigen, dass Informatik keine trockene Wissenschaft ist, sondern sehr spannend sein kann. Bei dieser Gelegenheit zeichnete Christine Streicher-Clivot, Staatssekretärin im Kultusministerium, sechs Schulen aus dem Saarpfalz-Kreis als „MINT-freundliche Schule“ oder „Digitale Schule“ aus.


Oberbürgermeister Hans Wagner erinnerte bei der Begrüßung daran, dass es die Idee des Landrats gewesen sei, der sich vor Jahren Gedanken gemacht habe, in welchem Bereich sich der Kreis profilieren und hervorheben könne. Recht schnell sei die Informatik und die Digitalisierung in den Fokus gerückt, die „immer mehr in unser Leben eingreifen“. Bei dieser Thematik sei man an St. Ingbert als „Informatikstandort“ nicht vorbeigekommen, wie Wagner sagte, denn es gebe dort mehrere Firmen, deren tägliche Arbeit ohne die MINT-Fächer nicht mehr leistbar wäre. Auch in anderen Bereichen schreitet die technische Entwicklung auf Grundlage der Informatik voran, weshalb immer mehr Fachkräfte gebraucht werden.

Genau deshalb möchte man die Schüler mit ins Boot holen, für die MINT-Fächer begeistern und zur Beschäftigung mit der Informatik anregen. Landrat Theophil Gallo bedankte sich bei allen Partnern aus Wissenschaft und Lehre, dass Jugendliche auf diesem Wege für die technische Entwicklung sensibilisiert werden und so unter Umständen mit der Informatik Perspektiven für ihren weiteren Lebensweg aufgezeigt bekommen.



Klaus Knopper von der Hochschule Kaiserslautern, Zweigstelle Zweibrücken, hat ein Händchen dafür, wenn es darum geht, junge Leute für dieses Thema zu begeistern. Sein Stand im Obergeschoss des Lernzentrums, an dem der IT-Berater und Professor im Bereich Betriebswirtschaft viele technische Spielereien und Ergebnisse aus dem 3-D-Drucker präsentiert, war immer von neu- und wissbegierigen Schülern umlagert. Wenn er erzählte, was aktuell mit 3-Druck möglich ist und die hohe Praxisorientierung der Wirtschaftsinformatik hervorhob, hingen nicht nur die Schüler sondern auch die begleitenden Lehrer an seinen Lippen.

„Wow“, platzte es aus einer Schülerin heraus, die sich von Knoppers Begeisterung für sein Fach anstecken ließ und gleich die Handzettel zum Studium einsteckte. Solche Reaktionen dürften auch Elisabeth Marx und ihr Team von der Uni Saarbrücken im Raum nebenan gefreut haben, die das Mentoringprogramm für MINT-interessierte Schülerinnen unterstützt. Noch sind Plätze frei und sie hoffte an diesem Tag bei der Festo, Mädchen für diese Initiative gewinnen zu können. „In Studium der Informatik liegt der Frauenanteil bei rund einem Viertel. Da wollen wir den Anteil erhöhen“, sagt die junge Frau, die Schülerinnen Mut zur Ergreigfung eines solchen Studiums machen will.

Für den Landrat ist es wichtig, mit dem Lernzentrum einen Veranstaltungsort gefunden zu haben, der an der Schnittstelle zwischen den Hochschulstandorten Saarbrücken und Zweibrücken nicht nur räumlich ideal gelegen ist. „Wir müssen die Schüler über die Ausbildungsmöglichkeiten in ihrer näheren Umgebung informieren. Das sollte unser Ziel und Anspruch sein“, so Gallo. Für die Schüler war „Faszination Informatik“ mehr als nur ein Tag schulfrei, es war eine willkommene Möglichkeit, sich über viele Facetten der Informatik, auch spielerisch, zu informieren. „Wenn es diese Veranstaltung nicht schon gebe, müsste man sie erfinden“, zeigte sich auch der Leiter des Festo-Lernzentrums, Alfred Ermers, hochzufrieden.