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Glasfasernetz
18 Kilometer Tiefbau für Glasfaser

Bruno Stolz (rechts) erklärt Oberbürgermeister Hans Wagner den Aufbau der neuen Glasfaserleitung.
Bruno Stolz (rechts) erklärt Oberbürgermeister Hans Wagner den Aufbau der neuen Glasfaserleitung. FOTO: Selina Summer
St. Ingbert. Schnelleres Internet im gesamten Stadtgebiet: Die Telekom treibt den Glasfaserausbau voran. Bald starten die Baumaßnahmen. Von Selina Carolin Summer

Bis zu 100 MBit pro Sekunde, davon träumen viele Internetnutzer in St. Ingbert noch. Vor allem in Rittersmühle, Reichenbrunn oder Richtung Oberwürzbach ist die Versorgung längst nicht mehr zeitgemäß. Nach ausgiebiger Planungsphase ist es in diesem Jahr so weit: St. Ingbert bekommt ein Glasfasernetz.


Insgesamt werden 21 000 Haushalte von den Ausbauarbeiten der Telekom profitieren. Im gesamten Stadtgebiet wird ab Kalenderwoche 33 nach und nach der notwendige Umbau stattfinden. Die alten Verteilerkästen bieten für das modernisierte System nicht mehr genug Platz. Also müssen neue her. Insgesamt 94 Stück. Davon 57 in St. Ingbert-Mitte, 18 in Rohrbach, 8 in Hassel, 6 in Oberwürzbach und 5 in Rentrisch.

An 35 Standorten fand gemeinsam mit der Telekom eine Ortsbegehung statt und die neuen Verteilerkästen wurden neben der Standortauswahl nach technischen Kriterien zur Wahrung der Interessen der Anwohner und der Öffentlichkeit ein Stück versetzt, damit sie nicht Fußgänger oder Verkehr behindern. Um die „großen Kästen“ kommt man hier leider nicht herum. Die aktive Technik und Stromversorgung des neuen Netzes benötigt ein gutes Stück mehr Platz.



Das System, das es in St. Ingbert geben wird, entspricht der Variante FTTC („fiber to the curb“ zu Deutsch: Faser im Bordstein). Von den Vermittlungsstellen werden weitere Glasfaserkabel verlegt, die in den neuen Verteilerkästen enden. Von dort aus wird das optische Signal in ein elektrisches Signal für die bestehenden Kupferleitungen der Haushalte umgewandelt und verteilt. Grundsätzlich bedeutet das, dass die Bandbreite, die beim Verbraucher ankommt, in Relation zur Entfernung zum nächsten Verteilerkasten steht. Die Glasfaser direkt bis in die Häuser zu verlegen (FTTH-Variante) würde die Bandbreite zwar noch vergrößern, sei allerdings wesentlich aufwendiger und kostenintensiver und daher für den flächendeckenden Einsatz im Stadtgebiet weniger attraktiv. Vor allem auch, weil für die Bereitstellung wesentlich höhere Preise notwendig wären, erklärte Bruno Stolz, Regio-Manager Infrastrukturvertrieb Südwest.

Insgesamt 50 Kilometer Glasfaserleitungen sind geplant. Dank unterschiedlicher Verlegeverfahren müssen aber nicht überall dafür die Straße und Gehwege aufgerissen werden. Wo es möglich ist, kommen spezielle Bohrverfahren und Bestandsrohre zum Einsatz. Tatsächlich als Tiefbaustrecke sind nur 18 Kilometer vorgesehen. Der längste Abschnitt ist dabei mit 4,5 Kilometer die Strecke von St. Ingbert-Mitte nach Oberwürzbach. „Wir treiben den Ausbau zügig voran. Die Beeinträchtigung für die Anwohner halten wir so gering wie möglich und gehen immer in überschaubaren Bauabschnitten vor“, erklärte Stolz.

Nach dem Prioritätenplan der Telekom werden zuerst die Haushalte versorgt, die bisher über die langsamste Verbindung verfügen. Dort sollen die Arbeiten bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Im restlichen Stadtbereich ist ein Abschluss Ende 2019 geplant. Dann bleibt es den Nutzern zu Hause nur noch dafür zu sorgen, dass die in den Haushalten installierten Geräte auch für das neue System ausgelegt sind. Einen genauen Überblick über den Fortschritt des Ausbaus gibt es auf der Internetseite der Telekom für den Bereich Saarland. Dort besteht auch die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen.