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Breitband-Ausbau
Schnelleres Internet für Oberwürzbach

Diese grauen Verteilerkästen (hier in der Hauptstraße am Abzweig der Friedhofstraße) werden beim flächendeckenden Breitbandausbau mit Glasfaser in Oberwürzbach deutlich größer.
Diese grauen Verteilerkästen (hier in der Hauptstraße am Abzweig der Friedhofstraße) werden beim flächendeckenden Breitbandausbau mit Glasfaser in Oberwürzbach deutlich größer. FOTO: Cornelia Jung
Oberwürzbach . Der flächendeckende Breitbandausbau mit Glasfaser-Kabeln in dem Stadtteil soll bis Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein.

In einer der vorangegangenen Ortsratssitzungen war darüber informiert worden, dass der Breitbandausbau in Oberwürzbach demnächts beginnen solle. Da es bisher keine weiteren Informationen aus der Verwaltung oder entsprechende Bautätigkeiten gab, wurde dieses Thema nun mit einem besprochen, der es wissen muss. Bruno Stolz ist Regio-Manager der Deutschen Telekom für den südwestdeutschen Raum, die die Ausschreibung für den Breitbandausbau im Saarpfalz-Kreis gewonnen hat. Jedes Jahr investiert die Deutsche Telekom sowohl im Festnetz als auch im Mobilfunk vier Milliarden Euro in den Breitbandausbau, von dem auch Oberwürzbach profitieren will.



Ein Großteil der Investitionen werde im Saarland in die LTE-Netze gesteckt. „Über die Luft ist ihr Ort schon gut versorgt“, sagte Stolz. Er sprach aber auch über die Abschattungen in bestimmten Bereichen, die den Empfang schlechter machten oder gar nicht erst zulassen. In diesem Falle könne man mit neuen Mobilfunkmasten „weitere Spargel oder Türme“ in die Landschaft zu setzen, wogegen jedoch erfahrungsgemäß viele unmittelbare Anwohner ihr Veto einlegen würden. Deshalb versuche man als Unternehmen die bereits bestehenden Masten und Leitungen zu nutzen. „Wir investieren in Glasfaser, nicht in Kupfernetze“, informierte Stolz die Ortsratsmitglieder.

Mit einer speziellen Vectoring-Technik könne man bei der Geschwindigkeit der Datenübertragung allerdings auch Kupferleitungen auf die Sprünge helfen. Stolz stellte die verschiedenen Techniken von der „Langen Leitung“ mit wenig übertragenem Datenvolumen über das sogenannte Super VDSL bis zum schnellen FITH mit 1000 Mbit pro Sekunde vor, bei dem Glasfaser in jede Wohnung geht. Letzteres sei technisch möglich, allerdings viel zu teuer, als es flächendeckend einzusetzen. „Und eigentlich ist dem Kunden auch die Technologie Wurschd, er will die ganze Bandbreite, die immer zur Verfügung steht“, nennt Stolz den Wunsch der Nutzer.

Und genau darum geht es auch in Oberwürzbach, weshalb den Rat die Möglichkeiten in seinem Ort besonders interessierten. „In Teilen gibt es wenig Bandbreite. Im Ortskern etwas mehr, aber in Reichenbrunn kommt vielleicht auch mal gar nichts an“, sprach er das eigentliche Problem an, „das ist für heutige Verhältnisse zu wenig. Durch Kabel Deutschland gab es schon eine gute Versorgung, aber wenn viele online sind, geht die Bandbreite in die Knie.“ Dies sei beim sogenannten „shared medium“ so, bei dem sich viele Kunden das Datenvolumen teilen. In Oberwürzbach setze die Deutsche Telekom auf den Ausbau in VDSL Technologie auf Vectoring-Basis. So solle auch zukünftig das ganze Stadtgebiet versorgt werden. Im Rahmen der Ausschreibung gebe es aber den Zuschuss nur für Rittersmühle, da die EU-weite Ausschreibung darauf abzielte, überall gleiche Lebensverhältnisse herzustellen und deshalb die wenig bis gar nicht versorgten Bereiche in den Fokus rückte. Oberwürzbach und Reichenbrunn seien hingegen schon vergleichsweise gut versorgt. „Doch Telekomausbaugebiet ist alles in Oberwürzbach, das ist die wichtigste Botschaft“, sagte der Telekom-Mitarbeiter zum geplanten, flächendeckenden Eigenausbau in Oberwürzbach.

Bis in die Verteilerkästen werde Glasfaser verlegt, da es über die Kupferleistungen große Verluste gebe. In die grauen Verteilerkästen, die alle paar Meter an der Straße stehen, werde die Vermittlung in die Häuser „intelligent reingebracht“, was die Kästen durch die neu zu verknüpfenden Leitungen, die Kabelverzweiger, auch größer mache. Das Ergebnis sei dann ein Quantensprung und vor allem eine fast störungsfreie Leitung im Haus. Für die Verlegetechnik „Mikro-/Mini-Trenching“ seien keine größeren Tiefbauarbeiten nötig, da man vorhandene Rohre nutze. Den Ausbau wolle die Deutsche Telekom bis Mitte dieses Jahres fertig stellen. Das neue Angebot werde geringfügig teurer, aber um in den Genuss der neuen Technik zu kommen, müsse der Kunde einen neuen Auftrag erteilen. Ende 2018 werde die alte Technologie dann abgeschaltet. „Deshalb gibt es von uns ein Schreiben und wir bieten auch eine Beratung an“, so Stolz, der darum bat, sich über alle Neuerungen, Ausbaumodalitäten und Kosten unter www.telekom.de/ saarland zu informieren.

Glasfaser-Kabel mit farbigen Einzelsträngen.
Glasfaser-Kabel mit farbigen Einzelsträngen. FOTO: Peter Kneffel / dpa