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Kirmes in Rohrbach
Kerweredner irrt sich im Termin

Der Kirmeszug eröffnete die Kerb in Rorbach.
Der Kirmeszug eröffnete die Kerb in Rorbach. FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Alle anderen haben aber die Rohrbacher Kirmes von Beginn an kräftig gefeiert.

„Die Kerb ist unser“ hieß es am vergangenen Wochenende. Klar, dass die Dengmerter sie, wie jedes Jahr, nicht bekommen. Ein schönes Bild gab die Straußjugend ab, die seit einigen Jahren wieder mit von der Partie ist. Sie sammelte bei den vielen Gästen „Trinkgeld“, um auf die Kerb anzustoßen. Da ließ sich kaum einer lumpen.


Auch der Zug zum Festplatz an der ehemaligen Wiesentalschule hat, angeführt vom Musikverein, Tradition und selbstverständlich das Anschießen durch die Schützen. Nur eins war anders und diese Tatsache machte im Dorf die Runde, sorgte für Kopfschütteln, aber auch für Lacher. „Der Weiland Günter hat die Kerb vergessen“, hieß es, denn dieser ist bei dem Ereignis unerlässich, ist er doch derjenige mit der Kerweredd. Dieser war am Samstag auf Fahrradtour und hatte sich im Datum geirrt. Eine Steilvorlage für seinen Schwiegersohn Roland Weber, der als Ortsvorsteher die Eröffnung vornahm.

Für ihn war Weilands Abwesenheit Grund genug, einen kurzen Exkurs der Kirmes-Geschichte beizusteuern, die 1896 begann. Damals legte der Gemeinderat fest, dass die Kerb immer am ersten Sonntag nach dem 21. stattfindet. „Dass ihr es nun alle gar wisse“, rief Weber in die Menge und meinte damit wohl, die Leute mögen es sich ein für allemal hinter die Löffel schreiben. Aber das Kind war nur halb in den Brunnen gefallen, denn am Sonntag während des Frühschoppens lieferte Günter Weiland die erwartete Rede nach. Auch diese Terminverschiebung wird fortan Teil der Kirchweih-Chronik sein, so wie die vielen anderen Kirmes-Geschichten, die bereits in der Vergangenheit „geschrieben“ wurden. So wie die vom früheren „Kerweparrer“, den die Straußbuwe abholten, mit ihm den Kerweschnaps ausgruben, um gemeinsam auf das Fest anzustoßen.



„Irgendwann wollten auch die Frauen mitmachen und seitdem gibt es die Straußmäde“, erklärte der Ortsvorsteher die moderne Entwicklung, „irgendwann haben wir auch Frauen im Männerchor.“ Und das wäre auch gut so, möchte man angesichts des Nachwuchsproblems solcher Vereine meinen. Aber die Frauen haben eine zentrale Aufgabe bei der Kerb. Sie sorgten für Getränkenachschub, die Frauen des Kneipp-Vereins und die Stammtischfrauen des Männerchores erfreuten neben vielen anderen wie den Kitas, den Pfadfindern und den Becker-Bier-Buwe mit mehr oder weniger traditionellem Liedgut. Und auch bei der Kunstausstellung im Bürgerhaus waren sie ein wertvoller Teil des Ganzen.