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Rio Reiser trifft Zauberdrachen Paff

Der Gesangverein Germania bei seinem Konzert in der St. Ingberter Stadthalle. Foto: Cornelia Jung
Der Gesangverein Germania bei seinem Konzert in der St. Ingberter Stadthalle. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
St Ingbert. Melodien aus der Karl-May-Suite, in memoriam Pierre Brice, aber auch Schostakowitsch und Ralph Siegel: Die Besucher des Germania-Konzerts in der Stadthalle bekamen einiges geboten. Eine kleine Unstimmigkeit war schnell vergessen. Cornelia Jung

. Am Sonntag lud der Gesangverein Germania St. Ingbert zu seinem Konzert "Solang man Träume noch leben kann" in die St. Ingberter Stadthalle ein. Als musikalische Gäste waren auch das Akkordeonensemble Würzbach (Leitung: Dieter Schnepp) und der Kinderchor der Südschule auf der Bühne zu erleben. Hans-Werner Jungbär, der den musikalischen Abend symphatisch moderierte, verwies zu Beginn auf den Tod von Pierre Brice, der vor kurzem starb, denn die Würzbacher eröffneten das Konzert mit Melodien aus der Karl-May-Suite, bei der die Zuhörer imaginäres Pferdegetrappel oder auch das Rauchen der Friedenspfeife "in Noten" hören konnten.

"Cowboy und Indianer, das haben wir schon als Kind gern gespielt und das hat von seiner Attraktivität bis heute nichts verloren", so Jungbär, der in den ersten Reihen auch viele kleine Zuhörer sitzen sah. Obwohl die Sängerinnen und Sänger des GV Germania schon seit Jahren Schlager singen, war der "deutsche" Gesangsblock mit Titeln von Nena, Rio Reiser oder den Toten Hosen schon eine Herausforderung für die Choristen. Gerade beim Mottosong des Konzerts von der Münchner Freiheit kamen Sänger, Chorleiterin Dorothée Bost-Kattler und Pianist Jürgen Rabung nicht zusammen. "Da ist was passiert, was nicht passieren sollte", bat Jungbär um Entschuldigung, "die Dirigentin hat sich den Wolf geholt und der Chor hat doch gemacht, was er wollte." Das amüsierte Publikum verzieh dem Chor auch aufgrund dieser entwaffnenden Ehrlichkeit.

Im zweiten Teil stimmte die Harmonie bei den auf deutsch gesungenen, zum Teil internationalen Songs, wieder. Gerade ein Lied aus Maffays "Tabaluga" und "Schön ist es auf der Welt zu sein", ehemals von Roy Black und Anita gesungen, am Sonntag gemeinsam mit den Kindern, erntete viel Applaus.

Akkurat wurden von den Würzbachern zwei Tangos gespielt, die wie gemacht sind für Akkordeon, und der Earth-Song von Michael Jackson , der laut Jungbär weniger für diese Instrumente taugt. Hinterher fragte man sich, warum eigentlich niemand auf die Idee gekommen war, das Stück diesem Handzuginstrument zu widmen. Nach der Pause wurden mit Melodien unter anderem von Schostakowitsch und Ralph Siegel ("Babicka") Stücke gespielt, die laut Jungbär weiter östlich verortet waren.

Musikalische Fantasiewelten brachten die singenden Kinder der Südschule, ebenfalls unter der Leitung von Dorothée Bost-Kattler, in die Stadthalle mit. "Paff, der Zauberdrache" und das "Supercalifragilistic" aus "Marry Poppins" waren Ohrwürmer und "Die Koch-Wasch-Bügel-Spül-Maschine" aus dem Kindermusical "Die unglaubliche Reise mit der Zeitmaschine" wurde optisch ansprechend interpretiert. Zum Abschluss gab es für die begeisterten Zuhörer ein gesungen-gespieltes "Dankeschön und Auf Wiedersehen" von den Sängern des GV Germania und dem Akkordeonensemble. "Danke", sagte Kreischorleiter Everard Sigal auch Dorothée Bost-Kattler, die an diesem Tag nicht nur die Gesamtleitung hatte, sondern vom Deutschen Chorverband für ihre 25-jährige Chorleiter-Tätigkeit mit der silbernen Ehrenbrosche ausgezeichnet wurde.



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