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Ortsrat sucht nach einer Lösung
Rentrisch bleibt Wildschwein-Paradies

So sieht Gartenarbeit auf Wildschwein-Art aus. Hier eine umgepflügte Wiese auf einem Privatgrundstück im Lottenhammer in Rentrisch Mitte Februar.
So sieht Gartenarbeit auf Wildschwein-Art aus. Hier eine umgepflügte Wiese auf einem Privatgrundstück im Lottenhammer in Rentrisch Mitte Februar. FOTO: Cornelia Jung
Rentrisch. Die Tiere lassen sich aus dem Ortsteil nicht vertreiben. Die Bewohner sollen das Problem nicht selbst angehen. Von Cornelia Jung

Und wieder einmal hatten es Rentrischs bekannteste Wildtiere auf die Tagesordnung der Ortsratsitzung geschafft. Seit Jahren sind die Wildschweine Ortsgespräch. Immer wieder pflügen sie Gärten, Straßenränder und Auen um. St. Ingbert und damit auch Rentrisch liegt nun mal „inmitten schöner Wälder“ – und das wissen auch Reh, Schwein und Fuchs zu schätzen.


Selbst die Bemühungen des Jagdpächters, der sich des Problems in der Rentrischer Talaue angenommen hat, sind da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Problem verlagert sich nur in immer wieder andere Bereiche des Ortes, gelöst werden kann es wohl nie ganz.

„Der Sachstand ist schwierig“, sagt dann auch Ortsvorsteher Dieter Schörkl auf die Anfrage der SPD-Fraktion zur Wildschwein-Situation. Wie Markus Anna (CDU), der mit dem Jäger in Verbindung steht, in der Sitzung berichtete, seien zwei Kirrungen angelegt worden, die aber nur so wirksam sind, wie die Anwohner vernünftig. Denn diese würden versuchen, die Tiere mit Taschenlampen oder gar Böllern zu vertreiben, sobald sie diese nachts hörten oder vor ihnen stünden. Das würden sich die intelligenten Tiere merken und so den Stellen, an denen sie eigentlich für den Abschuss angelockt werden sollten, fernbleiben. Der bisher letzte Schuss fiel vor fünf Wochen. Da wurden Schweine mit Frischlingen gesichtet. Nun heiße es, erst einmal abzuwarten, um die Muttertiere zu schützen. Man sehe die Tiere nicht mehr in Rudeln. „Maulwürfe machen derzeit mehr Schäden als die Wildschweine“, findet Anna. Doch so ganz stimmt das nicht, sie scheinen sich nur woanders zu tummeln.



Im Brudermühlenweg sind sie beispielsweise äußerst aktiv, dort dürften sie aber nicht geschossen werden. „Wir bleiben trotzdem weiter dran“, so Anna. Rentrisch sei eben ein Paradies für diese Tiere, so dass sich Schäden durch sie nie ganz vermeiden ließen. In zehn Monaten habe es vier Abschüsse durch den Jäger gegeben. Was den Erfolg erschwere, sei die Tatsache, dass die Schweine zu drei unterschiedlichen Stoßzeiten auftauchten und man vom Jäger nicht verlangen könne, dass er sich in mehrere „Schichten“ auf den Hochstand setze.

Helga Roth (SPD) bat darum, nicht locker zu lassen, denn der Arrondierungsvertrag mit dem jetzigen Pächter sei befristet. Ob er es weiterhin macht, sei ungewiss, denn der Aufwand sei enorm hoch. „Sie sitzen teilweise zu zweit da, und die Erfolgsquote lässt zu wünschen übrig“, weiß Markus Anna: „Es fand sich ja auch in der Vergangenheit kein anderer, der sich bereit erklärt hätte, das Jagdgebiet zu übernehmen. Keiner ist heiß auf das Gebiet.“

Um es dem Pächter nicht noch schiweriger zu machen und auch, um das „Wildschwein-Problem“ einzudämmen, bittet Schörkl die Anwohner um Besonnenheit und Geduld: „Die Leute sollten bitte keine Eigeninitiative ergreifen – egal, welcher Art.“