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Recht wenig Besucher bei Freiluft-Disco auf dem Marktplatz

Das „Lovely City Festival“ auf dem St. Ingberter Marktplatz hatte viel weniger Besucher als erhofft. An der Musik und der Lasershow lag es wohl nicht. Foto: Cornelia Jung
Das „Lovely City Festival“ auf dem St. Ingberter Marktplatz hatte viel weniger Besucher als erhofft. An der Musik und der Lasershow lag es wohl nicht. Foto: Cornelia Jung FOTO: Cornelia Jung
St Ingbert. Zu wenig Werbung, zu teuer, oder einfach nur zu heiß? Das „Lovely City Festival“ am Samstag-Nachmittag und -Abend wurde kein Renner. Dabei fand das Musik- und Lasershow-Angebot auf dem St. Ingberter Marktplatz bei den Besuchern durchaus Beifall. Cornelia Jung

Wer vorher wissen wollte, was das "Lovely City Festival" ist, musste bis zum vergangenen Samstag neugierig bleiben und sich dann selbst ein Urteil bilden. Denn Google, das man sonst bei Wissenslücken im Netz "kontaktiert", gab sich bedeckt und man erfuhr lediglich, dass es bereits im Juni eine solche Veranstaltung in Kaiserslautern gegeben hatte. Nicht viel war über die Festival & Club Tour herauszufinden, die nun "auch in deiner Stadt Station macht", wie es erst kurz vor der Veranstaltung in den Medien hieß. Erstmals aufhorchen können hätte man am Eventsamstag Anfang August, denn da bekamen die Initiatoren der Tour eine Plattform, um für die anstehende Party, die es ja werden sollte, zu werben. Doch erst, als der Eventsamstag schon fast gelaufen war, hatten die jungen Leute ihr (Party-)Zelt aufgebaut und waren bereit für die St. Ingberter. Vielleicht zu spät. Am Samstag 14 Uhr sollte es zwischen Markt und Stadthalle losgehen. Auf der toureigenen Facebookseite war zu lesen, dass alle Early Bird-Tickets beizeiten verkauft waren und dass das Stadtmarketing eine Ausnahmegenehmigung erwirkt hatte. Die zehn angekündigten Acts und DJ's konnten also nicht nur bis Mitternacht performen, sondern eine Stunde länger. Alles schien zu passen. Nur der Run blieb aus. Laute Beats wummerten um die Mittagszeit durch die Stadt und die Leute, die neugierig vorbeischauten, sahen - nichts. Oder nicht viel. Ein umzäuntes Gelände mit einer Bühne, auf der bei gleißendem Sonnenlicht die Lasershow verpuffte. Karteninhaber, die gekommen waren und einen nahezu leeren Platz sahen, verabredeten sich für später. Wann man denn glaube, dass die Massen strömen, wurde am Einlass gefragt. "Das geht hier los, wenn die Schwimmbäder schließen", hieß es. Derweil erfrischten sich einige Besucher an einer extra aufgestellten "Sprinkleranlage". Das schien ein paar Stunden später eine coole Sache zu werden, wenn man das sah und vor allem hörte. Der Beat ging in die Beine, zwangsläufig bewegte sich bald der ganze Körper mit. Versprochen war ein riesiger Dancefloor. Den gab es mit dem Marktplatz am Abend dann auch. Er hätte nur voller sein können. Die meist Jugendlichen konnten sich nicht aus den Augen verlieren, denn der Platz, wie auch die Anzahl der Gäste, blieb überschaubar. Die Musiker und auch die Lasershow hatten das nicht verdient, waren sich die Diskutanten später im Internet einig. Aber es wurde auch Kritik laut. Dass die VIP-Karten fast das Dreifache des normalen Eintritts kosteten und sich von den anderen lediglich durch ein Freigetränk und eine Sitzmöglichkeit auf einer Palette in einem kleinen Gartenpavillon unterschieden. Dass es keine Deko gab und alles etwas lieblos wirkte. Dass die Bedienungen am einzigen Getränkestand schon mit den wenigen Leuten überfordert waren. Aber auch an den St. Ingbertern ging der Kelch nicht vorbei. "Da ist endlich mal was los hier und dann kommen die nicht", so eine junge Frau, "aber die Musik, die ist der Hammer."