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Rauchmelder: Ärger über Fehlalarme

Rauchmelder können Brandfall Leben retten – vorausgesetzt ihre Funktionsgenauigkeit wird regelmäßig geprüft. Foto: Siemens
Rauchmelder können Brandfall Leben retten – vorausgesetzt ihre Funktionsgenauigkeit wird regelmäßig geprüft. Foto: Siemens FOTO: Siemens
St Ingbert. Oft sind schlecht gewartete Rauchmelder der Grund für Fehlalarme der Feuerwehr in St. Ingbert. Eine ärgerliche Situation für die Wehren – aber auch für die Besitzer der Rauchmelder, die für die Einsätze zahlen müssen.

Mehrere Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen haben in der letzten Zeit die St. Ingberter Feuerwehr beschäftigt. Ausgelöst wurden die Feuerwehreinsätze durch Rauchmelder, die nicht richtig funktionierten oder die durch Versehen aktiviert wurden. Timo Meyer, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert, berichtet: "In einem Fall waren die Akkus des Rauchmelders leer und meldete den Batteriestand mit einem akustischen Signal. Ein Anwohner hat darauf die Feuerwehr verständigt. In einem andern Fall wurde vergessen, den Rauchmelder bei Umbauarbeiten abzudecken. Durch die hohe Staubentwicklung hat der Melder ausgelöst." Ärgerlich für die Feuerwehr, denn bei Fehlalarmierungen fehlen die Retter im Notfall bei richtigen Brandeinsätzen. Aber auch ärgerlich für die Besitzer der Rauchmelder.

Teure Nachlässigkeit

Denn wenn die Feuerwehr wegen eines Fehlalarms ausrücken muss, müssen die Betreiber einer privaten oder gewerblichen Brandmeldeanlage den Einsatz zahlen. Eine Angelegenheit, die schnell teuer werden kann. Eine Kostenpauschale gibt es nicht. Die Höhe der Kosten richtet sich nach Angaben der Stadtverwaltung nach der Anzahl der Einsatzkräfte, der ausgerückten Fahrzeuge und der Einsatzzeit. "Schnell kommen so ein paar hundert Euro und mehr zusammen", sagt Wehrführer Meyer, "bei Fehlalarmierungen im Gewerbesektor kommen auch schon mal tausend Euro zusammen." Meyer rät, Rauchmelder in regelmäßigen Abständen zu warten. Achten sollten Besitzer eines Melders vor allem auf den Batteriestand und darauf, das die optischen Sensoren des Melders nicht mit Schmutz oder Staub bedeckt sind. "Wer sich einen neuen Rauchmelder anschaffen möchte, sollte auf das sogenannte ‚VDS-Siegel' achten", sagt Meyer. Das Siegel, das durch ein Tochterunternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft vergeben wird, soll die Einhaltung bestimmter Produktnormen garantieren.

Die Zahl der Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen ist laut Meyer in den vergangenen Jahren allerdings nicht gestiegen. 2012 musste die Feuerwehr in St. Ingbert 21 Mal wegen Fehlalarm ausrücken. 2011 49 Mal. Häufiger seien berechtigte Alarme durch Brandmelder, die aber keinen großen Feuerwehreinsatz benötigt hätten. So zum Beispiel wenn verbranntes Essen einen Rauchmelder auslöst.