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Kinowerkstatt
Zur Lammwoche gibt’s „Brust oder Keule“

Szene aus dem Film „Solange ich atme“.
Szene aus dem Film „Solange ich atme“. FOTO: Square One/Universum
St. Ingbert. Die St. Ingberter Kinowerkstatt zeigt heute einen Klassiker mit Louis de Funès. Außerdem läuft dieses Wochenende „Glücklich wie Lazzaro“. red

In der Kinowerkstatt St. Ingbert läuft der Film „Glücklich wie Lazzaro“ (Italien, Schweiz, Frankreich, Deutschland 2018), Original-Titel: „Lazzaro felice“, Regie: Alice Rohrwacher, mit Adriano Tardiolo, Agnese Graziani, Luca Chikovani, Alba Rohrwacher, Sergi López, am Sonntag, 21. Oktober, um 17 und 20 Uhr und am Montag, 22. Oktober, um 20 Uhr. „Glücklich wie Lazzaro“ ist ein kleines Kinowunder zwischen Märchen und Sozialrealismus“, schrieb Andreas Busche im tagesspiegel und „dermaßen wohltuend und optimistisch, dass man es in Worten nicht mehr angemessen beschreiben kann, sondern im Kino sehen muss. „Es ist anders gesagt, einer der allerbesten Filme des Jahres“, schrieb Filmkritiker Rüdiger Suchsland. Der Film wurde in Cannes dieses Jahr für das Drehbuch der Regisseurin Alice Rohrwacher ausgezeichnet. Ein erfrischender, beglückender Film, von der grandiosen Kamerafrau Hélène Louvart wunderbar leuchtend gefilmt auf Super-16-Filmmaterial – magisch, realistisch, relevant und fantastisch. Der Film erzählt die Geschichte des jungen Landarbeiters Lazzaro, der so gut, hilfsbereit und arglos ist, dass er nicht in diese Welt zu gehören scheint. Als ihm Tancredi, der Sohn der skrupellosen Marchesa Alfonsina de Luna, aus einer Laune heraus die Freundschaft anbietet, verändert das Lazzaros Leben – und trägt ihn wundersam durch die Zeiten, wie ein Fragment der Vergangenheit in der modernen Welt.


Anlässlich des Beginns der Bliesgau Lammwochen, zeigt die Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, am Freitag, 19. Oktober, um 19 Uhr den Film „Brust oder Keule“ von Louis de Funès. Dieses Meisterwerk zeigte schon in den 1960er Jahren die Thematik von künstlichen Lebensmitteln und gutem Essen auf, die uns heute beschäftigt. Im Anschluss an den Film wird zu einem kleinen Imbiss eingeladen.

Im Rahmen der Veranstaltungen zum Welthospiztag 2018 und in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst Saarpfalz zeigt die Kinowerkstatt am Samstag, 20. Oktober, um 19 Uhr den Spielfilm „Solange ich atme“ (USA 2017) Regie: Andy Serkis mit  Andrew Garfield, Claire Foy, Tom Hollander. Er beruht auf der wahren Geschichte von Robin und Diana Cavendish (Andrew Garfield und Claire Foy),  die eine abenteuerliche und glückliche Zukunft vor sich hatten. Gemeinsam waren sie in Kenia, Diana war schwanger, als Robin mit 28 (Ursache: Polio/ Kinderlähmung) zusammenbrach und danach den Rest seines Lebens gelähmt und auf eine Beatmungsmaschine angewiesen war. Die Prognose der Ärzte: drei Monate noch.



Doch seine Frau holt ihn aus dem Krankenhaus, ein Freund baut einen Rollstuhl mit integrierter Beatmungsmaschine und Robin gewinnt wieder Lebensmut. Das Paar lebt ein aktives Leben und engagiert sich für Behinderte, insbesondere für die „Responauts“ (wie Robin selbst).

Zum Welthospiztag 2018 ausgesucht wurde das abwechslungsreiche, witzige und auch rührende Porträt eines ungewöhnlichen Paares, Regiedebut von Andy Serkis, selbst brillanter Schauspieler (z. b. Gollum), aufgrund seiner Nähe zu dem Thema Hospiz „Leben bis zuletzt“: Der Hauptdarsteller erfährt durch die mutige Kreativität seiner Begleiter einen Zuwachs an Lebensqualität in einer zuerst aussichtslos erscheinenden Situation. Doch das Leben hört erst auf, wenn man stirbt.

Der Film zeigt, ohne seicht oder schnulzig zu werden, worauf es im Leben wirklich ankommt und macht Mut es anzugehen. Er ist unterhaltsam, lehrreich, emotional mit Tiefgang ohne zu deprimieren.

Der französische Komiker Louis de Funès ist in dem Filmklassiker „Brust oder Keule“ in der Kinowerkstatt zu sehen.
Der französische Komiker Louis de Funès ist in dem Filmklassiker „Brust oder Keule“ in der Kinowerkstatt zu sehen. FOTO: Ursula Röhnert