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Informationsveranstaltung
Neubau bleibt in der Warteschleife

 Der bisherige Edeka-Markt an der Spieser Landstraße soll durch einen Neubau auf der anderen Straßenseite ersetzt werden. Wenn der Stadtrat zustimmt.
Der bisherige Edeka-Markt an der Spieser Landstraße soll durch einen Neubau auf der anderen Straßenseite ersetzt werden. Wenn der Stadtrat zustimmt. FOTO: Selina Summer
St. Ingbert. Bei der Bürgerversammlung am Montagabend wurde im St. Ingberter Rathaus der aktuellen Stand zum Neubau des Edeka-Marktes in der Spieser Landstraße präsentiert und die Fragen von Anwohnern beantwortet.

Seit 2014 gibt es Pläne, den Edeka-Markt an der Spieser Landstraße zu erweitern. Der Weg bis dorthin ist lang und es mussten bereits viele Hürden genommen werden. Edeka kam damals mit dem Angebot auf die Stadt zu. Der Markt soll in der Gegend erhalten bleiben und marktfähig aufgebaut werden. Derzeit hat der Supermarkt eine Verkaufsfläche von rund 600 Quadratmetern, was für einen Nahversorger längst nicht mehr ausreicht. Doch bisher äußerte der Stadtrat immer wieder Bedenken zu verschiedenen Themenbereichen, insbesondere der Verkehrslage. Eine „Verzögerungstaktik“, wie so mancher St. Ingberter befindet. Inzwischen wurden mehrfach Gutachten angefordert, Sachverhalte geprüft, Gespräche geführt und Möglichkeiten der Verkehrsführung für Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer auf den Prüfstand gestellt (wir berichteten).


Nun liegen aktuelle Pläne vor, die in einer Bürgerversammlung präsentiert und ausführlich erklärt wurden. Ein Neubau, der den bisherigen Edeka-Markt ersetzen würde, soll eine Verkaufsfläche von 1600 Quadratmetern bieten, mit einem Parkdeck auf dem Dach. Das Gebäude wird nicht am Platz des alten Marktes errichtet, sondern auf der gegenüberliegenden Seite zwischen dem Mühlwaldstadion und dem Sportplatz Obermühle. Damit der Platz hierfür ausreicht, wird der dortige Parkplatz umgelegt und der Sportplatz auf ein Kleinspielfeld verkleinert. Außerdem sollen an der Kreuzung sowie ein Stück weiter in der Spieser Landstraße Kreisel gebaut werden. Ein großer Plan, der noch immer Fragen aufwirft. So stellte, wie eine Anwohnerin berichtet, in den vergangenen Jahren die Belieferung des Marktes durch Lkw spätabends um 23 Uhr oder morgens um vier Uhr eine Belastung dar und auch die Verkehrslage führe häufig zu gefährlichen Situationen. Wie es damit bei dem neuen Markt aussehe, war nur eine von vielen brisanten Fragen.

Oberbürgermeister Hans Wagner, Edeka-Gebietsexpansionsleiter Uwe Schatto und Jochen Hahn und Marco Scherer vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) standen nach der Vorstellung der aktuellen Pläne den Bürgern Rede und Antwort. Dabei immer wieder im Vordergrund: Die aktuellen Pläne basieren auf der Vielzahl der inzwischen erstellten Gutachten, sind aber noch nicht endgültig festgelegt. Um die Lärmbelastung zu reduzieren, würden die Lkw nicht mehr zur Nachtzeit liefern und außerdem zum Be- und Entladen komplett ins Gebäude hineinfahren. Die Lüftung des Komplexes geht in Richtung der Mühlwaldstadions hinaus, um weitere Geräuschbelastung zu reduzieren. Zwischen Park- und Sportplatz werde es einen Grünstreifen geben, um die angrenzenden Gärten abzuschirmen. Der Kreisel, der zuerst als Kleinkreisel angedacht war, soll begrünt sein, damit er nicht von den Autos „überfahren“ wird. Zebrastreifen mit Inseln in der Straßenmitte sollen für die Sicherheit der Fußgänger sorgen.



Das im Moment noch am Parkplatz befindliche Umkleidegebäude des Sportplatzes soll verlegt werden. Die Umkleide ist aktuell in einem baulich so schlechten Zustand, dass sie nicht genutzt werden kann. Über ihren künftigen Standort, so die Vertreter des SV St. Ingbert, müsse allerdings noch einmal nachgedacht werden. Diese Räume wären am Mühlwaldstadion besser aufgehoben. Dem stimmte Wagner zu. Auch was die Verkehrssituation angeht, wurden kritische Stimmen laut. Schon jetzt werde an der Kreuzung gerast. Einige Anwohner forderten eine Tempo-30-Zone. Auch dass ein Teil des Parkplatzes für die Nutzer der Sportanlagen freigegeben werden solle, unter anderem Besucher des Hallenbads „Blau“, fanden nicht alle gut.

Das letzte Wort in dieser Sache ist noch nicht gesprochen. Als nächster Schritt muss der Stadtrat dem Verkauf des Geländes zustimmen. Erst dann können die finalen Pläne aufgestellt werden. Sie werden veröffentlicht und zur Ansicht ausgelegt, so dass jeder Bürger sich informieren und entsprechend darauf reagieren kann. Erst wenn das Bebauungsplanverfahren durchlaufen ist und eine Baugenehmigung vorliegt, könne der Bau eines neuen Einkaufsmarktes beginnen.

Der Bau der beiden Kreisel dauert im Idealfall schätzungsweise ein Jahr. Die Bauzeit des neuen Edeka-Gebäudes nähme in etwa dieselbe Zeit in Anspruch. Nun hängt es von der Zustimmung des Stadtrates ab. Die Anwohner forderten in der Infoveranstaltung eine Entscheidung. Es müsse endlich etwas passieren.