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Pilz griff alte Weide mächtig an

St Ingbert. Der St. Ingberter Ludwig Karmann trauert um eine alte Weide in der Gustav-Clauss-Anlage. Das städtische Grünamt hat sie gefällt und erklärt, der Baum sei von einem Pilz im Innern zersetzt worden und nicht mehr zu halten gewesen. Von SZ-MitarbeiterinCornelia Jung

. Gerade als der Biosphärenlauf im Mai 2013 zu Ende war, meldete sich Leser-Reporter Ludwig Karmann bei der Saarbrücker Zeitung, weil es für ihn unverständlich war, wie man einerseits die Fahnen für die Biosphärenregion hochhält, andererseits Natur zerstört. In seinem Schreiben ging es um eine alte Trauerweide, die genau beim Zieleinlauf ein trauriges Bild hinterließ. Denn kurz zuvor war der stolze Baum gefällt worden, so dass der dicke Stumpf nur mehr als Sitzgelegenheit und der Stammrest als "Klettergerüst" diente. "Dieser Baum erfreute mit seinem Anblick, zu jeder Jahreszeit, die Spaziergänger in der Gustav-Clauss-Anlage. Nun kann man an seinem Baumstumpf nur noch seufzen und an den ursprüngliche Namen des Parkes zurückdenken, der da Seufzer-Allee lautete", so der St. Ingberter. Als makaber empfand er die Diskussion um den Abriss des Becker-Schornsteins in der SZ, während quasi zu dessen Füßen "die Überreste des einst stolzen Baumes" liegen.

Während einer Ortsbesichtigung mit Vertretern der Stadt und des Ortsrates St. Ingbert-Mitte, wurde das Thema aufgegriffen und die Hintergründe der Fällaktion von Christian Lambert erläutert. Der städtische Angestellte erklärte, dass obwohl der Baum im unteren Stammbereich noch gut ausgesehen hätte, doch der Zahn der Zeit an ihm genagt hatte. So gab es in größerer Höhe mehrere Wunden im Stamm des Baumes, die alle in gleicher Höhe lagen. Dort fing der Baum an zu faulen und bildete sehr große Pilzkörper aus, die ihm arg zusetzten. Doch ist erstmal der Porling in solch einem großen Baum, dann sind seine Tage meist gezählt. Die Pilze siedeln sich auf Totholz an, so dass man schon von außen erahnen konnte, was sich erst bei der Fällung augenscheinlich zeigte.

Aus Gründen der Sicherheit sei die Fällung damit unumgänglich gewesen. Während aus Baumstumpf und Stammstück neues Grün treibt, wird der Schaden bei näherem Hinschauen offensichtlich. Lambert greift in eine Höhlung und lässt zersetztes Holz, sogenannten Mulm, durch seine Finger rieseln: "Der Schaden ist offensichtlich. Der Baum war nicht zu halten." Auch an der Schnittstelle ist ein deutlicher Unterschied zwischen gesundem, festen Holz und sich zersetzenden, weichen Partien auszumachen. Die Standfestigkeit dieses Baumes war gefährdet. Der großen Pappel gegenüber wird ein ähnliches Schicksal beschieden sein. Schon mehrmals hatte man sie zurückgeschnitten, doch bereits entfernte Bereiche lassen große Löcher erkennen, weshalb auch dieser Baum "über kurz oder lang nicht zu halten ist".

Den Tipp für diesen Artikel bekamen wir von Leser-Reporter Ludwig Karmann aus St. Ingbert. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich entweder per SMS/Fax an Tel. (0681) 5 95 98 00 oder per E-Mail an leser-reporter@sol.de.