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Pfadfinder
Pfadfinder setzen Traubeneichen und Winterlinden

Eifrig waren die Pfadfinder bei der Sache, als es am Kahlenberg um das Buddeln von Löchern für die Setzlinge ging.
Eifrig waren die Pfadfinder bei der Sache, als es am Kahlenberg um das Buddeln von Löchern für die Setzlinge ging. FOTO: Cornelia Jung
Hassel. Viel Lob gab es für die Pflanzaktion des Hasseler Stammes zusammen mit SaarForst am Samstag am Kahlenberg.

Es gibt in und um St. Ingbert einige ehemals mit Wald bestandene Flächen, die seit Monaten mit ihrer Kahlheit ein trauriges Bild bieten. Auch ein Hang an der St. Ingberter Straße unterhalb des Kahlenberges gehört dazu. In diesem Bereich hatte die Trockenheit den Bäumen zugesetzt und die Borkenkäfer „wilderten“ im Revier. Diese kleinen Tierchen, die sich in den Nadelbäumen einnisteten, sind dafür verantwortlich, dass der SaarForst nicht anders konnte, als die Fichten zu fällen. Damit sollte der Schaden, der durch den drohenden Befall angrenzender Bäume hätte entstehen können, minimiert werden. Schon länger hatte man sich im Rathaus Gedanken gemacht, wie der dortige Stadtwald wieder aufgeforstet werden kann. Tobias Schlicker, ein Hasseler Pfadfinder und SaarForst-Anwärter, hatte die Idee, eine Pflanzaktion mit den Pfadfindern seines Stammes zu organisieren. Getreu der Pfadfinder-Maxime, nicht nur die entstandene Brachfläche zu beklagen, sondern handeln, um etwas daran zu ändern. Revierförster Michael Weber war begeistert. Für die Pflanzaktion, die am Samstag stattfand, stellte SaarForst 900 Setzlinge zur Verfügung, 650 kleine Traubeneichen und 250 Winter-Linden. Für die rund 30 Pfadfinder, unter ihnen acht Gruppenleiter, war ihre gute Tat eine Herausforderung. Weniger wegen des Buddelns der Pflanzlöcher auf den rund 5000 Quadratmetern Fläche, sondern vielmehr wegen der Arbeit am steilen Hang. Mit der Aktion wurden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. „Hier wurde eine forstliche Notwendigkeit mit Umweltbildung in idealer Weise verbunden“, so Tobias Schlicker, der den Hasseler Georgs-Pfadfindern im Vorfeld des „Außentermins“ nicht nur die Pflanzpläne und Bedürfnisse der Bäume erläuterte. „Globale Themen wie Klimawandel werden so auch in Hassel greifbar. Durch vermehrte Trockenphasen starben die Fichten ab und nun müssen Baumarten her, die auch in 150 Jahren bei einem ungewissen Klima bestehen können“, sagte er. Zum Zweiten sparte dieses Gemeinschaftswerk aus Stadt, Pfadfindern und Forstmitarbeitern dem Stadtsäckel bares Geld, wie der städtische Mitarbeiter Christian Lambert sagte. Förster Michael Weber schätzte, dass dies rund 1000 Euro ausmacht. Und während sich die fleißigen Pfadfinder bei Tee und Gulaschsuppe stärkten, schaute Oberbürgermeister Hans Wagner vorbei und lobte die fleißigen Baumpflanzer: „Nicht nur die Picobello-Aktionen sind wichtig, sondern auch, etwas für den Wald zu machen.“ Matthias Koch von den Pfadfindern ist froh, dass Tobias Schlicker bei der Pflanzung die Pfadfinder ins Spiel gebracht hat, die sich von Haus aus für den Erhalt der Natur einsetzen. Ganz nebenbei sei das eine gute Werbung für den Hasseler Stamm, der mit seinen 100 Mitgliedern immer noch auf der Suche nach engagierten jungen Menschen ist. „Das ist auch eine pädagogisch schöne Geschichte“, freut sich Michael Weber über diese unerwartete Hilfe. Christian Lambert, der das Einbringen der kleinen Setzlinge in den Boden beobachtet und selbst mit anpackt, ist vor allem erstaunt, wie viele Mädchen bei den Pfadfindern aktiv sind. Und die waren mit Herz und Verstand, Schaufel und Spaten eifrig bei der Sache und fanden die Aktion einfach nur „toll“.