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Passionskantate und Marienklage

St Ingbert. Italienische Barock-Musik steht im Zentrum des Passionskonzerts in der St. Ingberter Engelbertskirche. Die Veranstaltung beginnt am Samstag, 21. März, um 19 Uhr. Unter anderem wird „Stabat Mater“ erklingen. bea

. In einem Passionskonzert haben die beiden Sängerinnen Cathrin Bungert (Sopran) und Hildegard Baum (Mezzosopran) am Samstag, 21. März, um 19 Uhr in der St. Engelbertskirche in St. Ingbert wieder italienische Barock-Musik im Programm. Und auch wieder ein besonders bemerkenswertes Musikstück. Unter dem Titel "Marienklage" steht die leidende Gottesmutter im Mittelpunkt der Betrachtung.

Dem bekannten "Stabat Mater" von Giovanni Battista Pergolesi stellen die beiden Sängerinnen die Passionskantate "Il Pianto di Maria" von Giovanni Battista Ferrandini , einem Zeitgenossen Pergolesis, voran.

Ferrandis Werk ist eine textlich und musikalisch spannende Kantate mit einer bewegten Historie, was ihre Urheberschaft anbelangt. In den 1960er Jahren war das Werk aufgrund einer Dokumentenfälschung Georg Friedrich Händel zugeschrieben worden und wurde sogar unter der Nummer HWV 234 im offiziellen Händelverzeichnis geführt. Inzwischen konnte ein Team von Musikwissenschaftlern aber eindeutig die Urheberschaft Ferrandinis nachweisen. Diese selten aufgeführte Passions-Kantate für Streicher und Continuo zeigt Maria als aufgebrachte, mit Gottvater hadernde Mutter.

G. B. Ferrandini (1709 bis 1791) kam als Dreizehnjähriger aus Venedig an den Münchener Hof. Dort hatte er als Oboist eine bezahlte Anstellung im Hoforchester, was neben seinem jugendlichen Alter auf sein musikalisches Können hinwies. Mit 17 Jahren stieg er zum Hofkompositeur auf und wurde später sogar Hofkapellmeister. Zuständig für die Unterhaltung der höfischen Gesellschaft komponierte er Opern. Er komponierte aber auch Kirchenmusik zum liturgischen Gebrauch.

"Il Pianto di Maria" wurde geschrieben "zum Absingen vor dem Heiligen Grab", einem damals üblichen Ritus der Karwoche. Im Benefizkonzert in der Alten Kirche werden Cathrin Bungert und Hildegard Baum begleitet vom Collegium musicum Zweibrücken. Dieses ausschließlich mit Streichern und einer Cembalistin besetzte Ensemble hat sich vor ungefähr 30 Jahren aus einem Hausmusikkreis entwickelt. Inzwischen gehört das Kammerorchester zum festen Bestandteil des musikalischen Lebens in Zweibrücken. Das Ensemble pflegt die Tradition des "kommentierten Konzertes".

Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Renovierung der Alten Kirche wird gebeten.