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Rohrbach
Ortsrat will Glashütter Weiher schützen

Der Rohrbacher Ortsrat drängt bei der Stadt darauf, dass diese sich mehr für den Schutz des Naherholungsgebietes Glashütter Weiher einsetzen solle.
Der Rohrbacher Ortsrat drängt bei der Stadt darauf, dass diese sich mehr für den Schutz des Naherholungsgebietes Glashütter Weiher einsetzen solle. FOTO: Cornelia Jung
Rohrbach. Missachtung des Badeverbots und private Grillpartys. Der Rohrbacher Ortsrat möchte das Naherholungsgebiet schützen: Der Stadtverwaltung sind aber Sicherheitsdienst und Ordnungskräfte zu teuer. Von Cornelia Jung

Wenn es im Ortsrat um den Glashütter Weiher und die Verletzung der Regeln in diesem Naherholungsgebiet geht, wird Rohrbachs Ortsvorsteher emotional. Steht er doch der Durchsetzung des Badeverbots oder der Veranstaltung privater Grillpartys relativ machtlos gegenüber. Deshalb rufen er und der Ortsrat regelmäßig die Verwaltung um Unterstützung an.


Anlässlich der jüngsten Ortsratssitzung hatte Herdis Behmann (SPD) bei der Stadt angefragt, ob es in der Vergangenheit eine Vereinbarung zwischen dieser und einem privaten Sicherheitsdienst gegeben habe, der Kontrollen am Weiher vor allem an Sonn- und Feiertagen durchgeführt habe. Wie die Verwaltung mitteilte, habe tatsächlich eine Abmachung mit Ordnungskräften existiert, die neben den genannten Verstößen außerdem noch die Anleinpflicht von Hunden überprüften. Diese Präsenz sei mit Ausgaben von bis zu 4500 Euro jährlich verbunden gewesen. Eine Leistung, für die heute aufgrund des gestiegenen Lohnniveaus in der Sicherheitsbranche, 6700 Euro fällig wären.

Zudem merkte die Verwaltung in ihrer Mitteilung an den Ortsrat an, dass für die damalige Kontrolle der Einhaltung des Parkverbots eine gesonderte Vereinbarung über den Einsatz von Verkehrsüberwachungskräften bestanden habe. Eine Auswertung der Kontrollberichte der Ordnungskräfte ergab nur punktuelle Verbesserungen des Zustands am Weiher, weshalb der finanzielle Aufwand in keinem Verhältnis zum erzielten Ergebnis stünde. Man teile im Übrigen bei der Stadt die Einschätzung der Vollzugspolizei, dass an dem betreffenden Gewässer keine hochrangigen Rechtsgüter verletzt würden und die Durchsetzung der Verbote bei Massenandrang Probleme aufwerfe. Deshalb habe man auch die Vereinbarung nicht verlängert.



Derzeit setze die Stadt bei schönem Wetter an Wochenenden für Kontrollen ausschließlich städtische Bedienstete sowohl bei der Verkehrsüberwachung als auch des Ordnungsdienstes ein. Ortsratsmitglied Roland Schwarz (Freie Wähler) ärgerte sich über diese, wie er sagte, „0815-Antwort“, die Ortsvorsteher Roland Weber als „unverschämt, einen Hohn und unverantwortlich“ bezeichnete. Es sei unerhört, was sich die Verwaltung erlaube. „Mir geht es nicht um Falschparker, sondern um die Eingriffe in die Natur“, so Weber, „ich habe das Gefühl, dass es denen in St. Ingbert nicht so wichtig ist.“

Außerdem sei man weder über das Ergebnis der Kontrollen informiert worden noch könne man sich etwas unter dem im Schreiben genannten Begriff „punktuelle Verbesserungen“ vorstellen. Von der Verwaltung forderte der Ortsrat mehr Schutz des Glashütter Weihers, indem sie auf die Beachtung des Badeverbots hinwirke sowie verstärkt dafür Sorge tragen solle, das wilde Grillen zu unterbinden.