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Ottsrat Oberwürzbach
Hochwasserschutz durch Vorbeugung

Der Würzbach ist, so wie hier am Ende der Talstraße, kaum noch als Fließgewässer wahrnehmbar. Deshalb soll er ausgebaggert und vom Schlamm befreit werden.
Der Würzbach ist, so wie hier am Ende der Talstraße, kaum noch als Fließgewässer wahrnehmbar. Deshalb soll er ausgebaggert und vom Schlamm befreit werden. FOTO: Cornelia Jung
Oberwürzbach. Denkbar einfach und eine Frage des Verstands: Den Folgen von Hochwasser soll durch Prävention begegnet werden. Von Cornelia Jung

Immer wieder und immer noch beschäftigt sich der Ortsrat Oberwürzbach mit Starkregenereignissen, dem nachfolgenden Hochwasser und vor allem damit, wie dessen Auswirkungen minimiert werden können. In der Dörrenbach scheine das Hauptproblem von der leicht abschüssigen Wiesenfläche oberhalb des Hanges zu kommen, also vom Mandelbachtaler Bann.


Deshalb suchten Ortsrat und Stadt seit längerer Zeit das Gespräch mit der dortigen Verwaltungsspitze.

Wie Christian Fettig in der jüngsten Ortsratssitzung sagte, habe er von dort die Information bekommen, dass man sich erstmal um die eigenen Brennpunkte kümmern müsse, von denen auch Mandelbachtal genügend habe. Wie der Werkleiter Abwasserbetrieb weiter ausführte, habe er sich mit seinen Kollegen, auch während einer Regenphase, die Situation vor Ort angeschaut: „Das war sehr aufschlussreich, was die Straßenentwässerung betrifft“, so Fettig.



Neben der Frage, wie jeder Einzelne vorsorgen könne, müsse geklärt werden, wie die Straßen entwickelt und das natürliche Gelände verändert werden können. Aber zuerst müssten die Gefährdungsstellen herausgefunden und kartiert werden.

Wie Fettig sagte, sammele man in der Verwaltung und dem Ministerium gerade Erfahrungen, wie Starkregenkarten erstellt werden. Bis Anfang 2019 soll die Evaluation stehen, die Basis für weitere Maßnahmen sei. Die Wegeentwässerung und die Regeneinläufe seien von städtischer Seite bereits optimiert und ein anderer Reinigungsrhythmus eingeführt worden. Laut Swen Sauer (SPD) ist die Situation in der Dörrenbach noch nicht zufriedenstellend. Und auch der Würzbach werde dem Fraktionsvorsitzenden zu sehr „geschoben“. „Dort muss zeitnah dringend was gemacht werden“, findet er, „das können auch die Bürger nicht mehr akzeptieren.“

Für Christian Lambert, Abteilung Stadtentwicklung und Umwelt, stehen die Sofortmaßnahmen fest: Absaugen des Schlamms mit einem Spülwagen des Bauhofs, Beschneiden des bachnahen Bewuchses und damit Beseitigung der Abflusshemmnisse, wie sie zum Beispiel Sträucher darstellen. Dabei fordert er sich die Mithilfe der Oberwürzbacher ein. „Die Bürger bauen kleine Brücken auf das gegenüberliegende Ufer und pflanzen Hecken“, so Lambert, „doch die Ufer des Baches sind bis obenhin freizuhalten, damit bei Hochwasser kein Treibholz hängen bleibt. Da müssen sich viele Leute auch mal an die eigenen Nase fassen.“ Wie Christan Fettig weiter sagte, sei die Verkrautung des Bachbettes, die ebenfalls zu vermehrter Schlammansammlung führe, früher von Hand entfernt worden. Das ist heute unbezahlbar. „Die Abflussleistung des Baches zu verbessern geht nur über die Entschlammung und über die Freihaltung des Bachlaufs“, ist er überzeugt.

Da man aber mit den Maschinen nicht überall ans Ufer herankommt, schlug Swen Sauer auch aus Kostengründen einen Arbeitsansatz der Oberwürzbacher vor. Nach Angaben von Christian Lambert werde die Stadt mit dem Entschlammen im Bereich der Talstraße beginnen, weil der Würzbach dort bereits freigeschnitten ist. Von dort aus werde geprüft, wie die Stadt weiter zur Prävention beitragen könne. Parallel werde der Uferbereich als sinnvolle Maßnahme weiter von Pflanzen befreit. Ortsvorsteherin Lydia Schaar setzt auf die Ausarbeitung der Starkregen-Gefährdungskarte: „Denn wir brauchen Lösungen für künftige Jahre. Allerdings stehen die Oberwürzbacher hier auch in der Verantwortung.“