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Ortsrat St. Ingbert-Mitte
Leerstehende Halle sorgt für hohe Kosten

Der Ortsrat plädiert auch aus Sicherheitsgründen dafür, den geplanten Abriss der ehemaligen Tischtennishalle (im Hintergrund) voranzutreiben.
Der Ortsrat plädiert auch aus Sicherheitsgründen dafür, den geplanten Abriss der ehemaligen Tischtennishalle (im Hintergrund) voranzutreiben. FOTO: Cornelia Jung
St. Ingbert. Eine kaputte Pumpe und ein leckender Öltank trieben die Kosten der Tischtennishalle in die Höhe. Das muss aufhören, so der Ortsrat. Von Cornelia Jung

Anfang September bemerkten Mitarbeiter des Betriebshofs, dass der Keller der ehemaligen Tischtennishalle im Stadtpark zwei Meter unter Wasser steht. Grund war der Ausfall der eingebauten Pumpe, die normalerweise für das Wegführen des anstehenden Grundwassers verantwortlich ist. Sofort wurde das Abpumpen des Wassers in den angrenzenden Rohrbach veranlasst. Als das Wasser nur noch rund 40 Zentimeter hoch stand, nahmen die Arbeiter einen Heizölgeruch und einen Ölfilm auf der Wasseroberfläche wahr. Aufgrund dessen wurde das Abpumpen eingestellt und die zuständige Fachabteilung davon in Kenntnis gesetzt.


Zwischenzeitlich hatte auch ein Anwohner die unbekannte Flüssigkeit auf dem Rohrbach in Höhe des Alten Stadtbades gesichtet und die zuständigen Behörden und Organisationen darüber informiert. Als Erstmaßnahme wurde von der Feuerwehr eine Ölsperre in dem Gewässer errichtet. Bei einem gemeinsamen Ortstermin mit allen Alarmierten und der Abteilung Gebäudemanagement wurde die Tischtennishalle als Quelle und Gefahrenherd ausfindig gemacht. Das mit Öl verunreinigte Wasser im Keller der Halle musste daraufhin wegen „Gefahr im Verzug“ unmittelbar abgesaugt und fachgerecht entsorgt, die Heizöl-Stahltanks geleert und gereinigt, Wand- und Bodenflächen dekontaminiert und, nach Abschluss dieser Arbeiten, die Pumpe wieder in Betrieb genommen werden.

Die Kosten für die Arbeiten, die durch eine Saarbrücker Fachfirma kurzfristig ausgeführt werden mussten, lagen zwischen 15 und 20 000 Euro. Den Öl-Eintrag in das Fließgewässer schätzte die Verwaltung als sehr gering ein. Als der Keller der TT-Halle vollständig leergepumpt war, wurde an zwei Stellen ein stetiger Wassereintritt durch von außen herein drückendes Grundwasser festgestellt, so dass der Einbau einer Schmutzwasser-Tauchpumpe, die das defekte Gerät ersetzte, weiterhin nötig war.



Einen Monat nach dem Ereignis wurde von Mitarbeitern des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA) bei einer erneuten Begehung die fachgerechte Stilllegung der Tankanlage und keine erneuten Verunreinigungen festgestellt. In dem Schreiben der Verwaltung, das dem Ortsrat auf Anfrage zu diesem Schadensereignis zuging, wurde auch die Begründung für die Verunreinigung genannt. All das schien dem Gremium plausibel und nachvollziehbar, doch trotzdem machte sich Unmut breit, denn die Halle hätte schon lange abgerissen gehört. „Das Ereignis zeigt, dass die TT-Halle ein Sicherheitsrisiko darstellt und es hier dringenden Handlungsbedarf gibt“, so Ortsvorsteher Ulli Meyer, „hätte man sie 2015 abgerissen, würde es diese Probleme nicht geben.“ Der Ortsrat sprach sich deshalb dafür aus, den Abriss des Gebäudes in der Gustav-Clauss-Anlage zu beschleunigen.