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Ortsrat fordert Bürgerbeteiligung

Der Blieskasteler Stadtteil Wolfersheim und im Hintergrund die vorgesehene Erweiterungsfläche auf dem Hanickel. Foto: Schepp-Weyrich
Der Blieskasteler Stadtteil Wolfersheim und im Hintergrund die vorgesehene Erweiterungsfläche auf dem Hanickel. Foto: Schepp-Weyrich FOTO: Schepp-Weyrich
Blieskastel. Um 30 Hektar will der Betreiber der Firma Napru (Naturprodukte Rubenheim) den Kalksteinabbau bei Wolfersheim ausweiten – ein Eingriff in Natur und Umwelt. Nun sollen an zwei Samstagen, 8. und 15. März, die Bürger dazu befragt werden. Von SZ-RedakteurJoachim Schickert

Die Einwohner von Wolfersheim sollen zum Thema Erweiterung des Kalkstein-Betriebes auf dem Hanickel befragt werden. Das ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Wolfersheimer Ortsrates, wie Ortsvorsteher Stephan Schepp-Weyrich (SPD) als Gast in der Redaktion Blieskastel erläuterte. Der Betreiber der Firma Napru (Naturprodukte Rubenheim) plant eine Ausweitung der Abbauaktivitäten um weitere 30 Hektar. Diese Erweiterung bedürfe allerdings der Zustimmung der Landesregierung und -behörden, und die politischen Gremien vor Ort würden zu Stellungnahmen aufgefordert. Bisher seien vom Saarpfalz-Kreis im Jahr 2011 die ursprünglich drei Hektar Abbaufläche um sieben auf insgesamt zehn Hektar genehmigt worden. Mit der Bürgerbefragung möchte der Ortsrat die Wolfersheimer an dem Thema beteiligen. Schließlich gehe es um einen erheblichen Eingriff in Natur und Umwelt sowie um die künftige Lebensqualität in und um Wolfersheim. "Die Erweiterung um weitere 30 Hektar wird uns mindestens die nächsten 30 Jahre beschäftigen", ist sich der Ortsvorsteher sicher. Der ehemalige Leiter Personalwirtschaft bei der RAG an der Saar ist seit 20 Jahren Ortsvorsteher in Wolfersheim, will aber bei den Kommunalwahlen im Mai im Golddorf nicht mehr kandidieren. Das habe er bereits bei seiner Wiederwahl vor fünf Jahren erklärt. Zum Thema Erweiterung auf dem Hanickel sagt der 56-Jährige: "Das können und dürfen wir nicht allein den übergeordneten politischen Gremien und Behörden überlassen. Es geht um unser Dorf, um unser Wolfersheim und um sein herrliches Umland und Landschaftsbild, um unsere außergewöhnliche Kulturlandschaft, zu der wir in Wolfersheim seit vielen Jahrzehnten beigetragen haben, die wir geschaffen haben."

Die Ortsräte hätten daher einstimmig beschlossen, an zwei Samstagen, am 8. und am 15. März, im Dorfgemeinschaftshaus eine Abstimmung zum Thema Steinbruch durchzuführen. Befragt werden sollen alle Einwohner sowie Hausbesitzer von Wolfersheim, ob sie für oder gegen eine Erweiterung auf dem Hanickel sind. Schepp-Weyrich machte auch noch einmal eindeutig klar, dass der Ortsrat von Wolfersheim zu keiner Zeit an einem Verfahren hinsichtlich der schon genehmigten sieben Hektar Abbaufläche beteiligt worden sei, geschweige denn zu diesem Thema gehört wurde. "Informationen über Umfang und Ausmaße eines industriell betriebenen Schotterabbaus sind zu keiner Zeit geflossen", so der Ortsvorsteher. Deshalb habe er vor etwa einem Jahr mit der Gründung einer Bürgerinitiative Öffentlichkeit hergestellt.

Seither habe der Ortsrat die genehmigten sieben Hektar sowie die geplanten 30 Hektar einstimmig abgelehnt. "Nun lassen wir basisdemokratisch unsere Bürgerinnen und Bürger zu Wort kommen", so Schepp-Weyrich. Nach Meinung der Ortsräte müsse auch die Bevölkerung bei Themen wie Naturschutz, Landschaftsschutz, Wasserschutz, Landschaftsbild sowie Lärm- und Staubbelastungen durchaus mitreden dürfen.



Zum Thema:

Hintergrund Die Firma Naturprodukte Rubenheim (Napru) ist Lieferant für Kalksteinprodukte. Nach dem Motto "Aus der Region für die Region" werden landschaftstypische Baustoffe angeboten, unter anderem Findlinge, Mauersteine, Schotter, Splitt und Brechsand. Auf der langen Abbautradition in der Region basierend, wurde im Jahr 2009 die Naturprodukte Rubenheim GmbH & Co. KG gegründet und der Tagebaubetrieb wieder intensiviert (Quelle: www.napru.de). ert